Durch Mordor in 9 Stunden – da staunt der Frodo!
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Heute steht die angeblich schönste Ein-Tages-Wanderung an, die man in Neuseeland machen kann: das Tongariro Crossing. Knackige 19,4 km, mit optionaler Vulkanbesteigung zwischendurch. Es ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Um 7:45 Uhr setzt uns der Shuttle-Bus vom Backpacker am Parkplatz Mangatepopo ab. Momentan ist es noch ziemlich kalt, aber mit Schal und Stirnband, bzw. Mütze lasst es sich aushalten. Von hier laufen wir ca. 2 Stunden bis wir zu dem Abzweig kommen, von wo aus man den Mount Ngauruhoe besteigen kann, einen aktiven Schichtvulkan, der 1975 das letzte Mal ausgebrochen ist. Zwei Stunden hoch und wieder runter hat es geheißen und wir sind super in der Zeit, der Bus holt uns erst um 16 Uhr wieder ab. Also nix wie rauf, das verspricht super Ausblicke! Einen gemütlichen Wanderweg gibt es natürlich nicht, man muss irgendwie kucken, wie man diesen Vulkan hochkommt. Der Aufstieg wird ziemlich anstrengend, da die Oberfläche fast nur aus Asche und verschieden großen Tuffsteinbrocken besteht. Darauf hat man keinen wirklichen Halt und rutscht immer wieder weg, dazu ist es höllisch steil. Zwei Schritte hoch – einer runter. Nach ungefähr der Hälfte gibt es dann immerhin ein paar Felsen zum Festhalten, die Aussicht ist jetzt schon phänomenal, aber wir brauchen einen Haufen Energie. Nach 1 1/2 h Gekraxel kommen wir oben an, mittlerweile ist seltsamer Nebel aufgetaucht. Er bewegt sich so rasend schnell, dass der Bergsee, den man gerade fotografiert hat, auf dem Foto gar nicht zu sehen ist! Echt krass. Hier machen wir dann erst Mittagspause, wir setzen uns auf die Felsen. Der Wind ist ganz schön eisig hier oben auf 2291 m! Es liegen sogar noch ein paar Quadratmeter Schnee herum. Nach einer Minute merken wir, dass unsere Hintern immer wärmer werden. Ein paar Meter hinter uns steigt heißer Dampf aus den Felsen. Kein Zweifel, wir sitzen auf einem Vulkan! Der Nebel löst sich zum Glück langsam auf, und gibt immer mehr den Blick frei – auf „Mordor“. Hier wurden Teile von „Herr der Ringe“ gedreht und es sieht wirklich aus wie im Film. Der Mount Ngauruhoe auf dem wir gerade sitzen ist nichts anderes als der „Schicksalsberg“ in den Frodo den Ring werfen sollte. Können wir leider nicht mit dienen, unsere Eheringe sind daheim… Allerdings hat er dafür drei Filme in Überlänge gebraucht, wir machen das halt an einem Tag. ;-) Okay, zugegeben mussten wir uns nicht mit Orks, Uruk-Hai, Trollen und sonstigen fiesen Gestalten herumschlagen… Florian hat noch die Energie hoch zum zweiten Kraterrand zu laufen, da es sich um einen so genannten „Doppelkrater“ handelt. Dann beginnt der Abstieg, der mehr ein Hinuntergleiten ist, man muss nur höllisch aufpassen, dass nicht doch mal eine Steinfläche dazwischen ist, dass Ergebnis ist sonst vergleichbar mit einer Eisplatte beim Skifahren. Nur haben wir keine Kanten an den Schuhen zum Abbremsen… Als wir unten ankommen stellen wir mit Schrecken fest, dass schon 13:30 Uhr ist! Wo ist bloß die Zeit hin? Jetzt müssen wir uns aber beeilen, was aber nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg nicht so einfach wird, da wir schon ziemlich platt sind. Nach einem kurzen flachen Stück geht es noch etwas aufwärts zum Highlight der Wanderung: dem „roten Krater“. Wir machen einen ganz kurzen Fotostopp und laufen dann vorbei an wunderschön blau und türkis leuchtenden „Emerald Lakes“ auf den nächsten Hügel und haben nun einen ruhigen dunkelblauen Bergsee vor uns. Leider verkündet der Wegweiser, dass es bis zu dem Parkplatz an dem wir in nun knapp zwei Stunden abgeholt werden, noch unglaubliche 10 km sind. Also gerade mal Halbzeit!? So eine Sch…! Wir hatten damit gerechnet das Meiste schon hinter uns zu haben… Also gleich weiter im Laufschritt! Die Strecke zieht sich, es geht nun aber nur noch abwärts. Dann fängt ein Serpentinen-Weg durch sensibles alpines Gebiet an. Wir sehen von weitem die Ketetahi-Hütte, ab hier soll’s noch eine Stunde sein. Uff! Es ist schon 15:30 Uhr, also los! Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir dort sind. Immerhin können wir hier noch mal unsere Wasserflaschen auffüllen. Dass wir so viel Wasser brauchen würden, hätten wir auch nicht gedacht! Der Wegweiser an der Hütte sagt: 6 km bis zum Parkplatz. Was? Ist ein neuseeländischer Kilometer vielleicht mehr als ein europäischer? Hilft alles nix, wir müssen weiterlaufen, wenn wir noch irgendwie den Bus kriegen wollen, ewig wird der nicht warten. Mit einer Stunde Verspätung kommen wir am Parkplatz Ketetahi an, es sitzen noch ziemlich viele Wanderer da, aber unser Bus ist weg. Zum Glück finden wir recht schnell einen anderen Bus, der an unserem Backpacker vorbeifährt und uns netterweise kostenlos mitnimmt. Dort angekommen brauchen wir zuerst eine heiße Dusche und dann wollen wir nur noch die Beine ausstrecken und schlafen. Das war ganz bestimmt die anstrengendste Ein-Tages-Wanderung, die man in Neuseeland machen kann! Steigerung unmöglich. Aber zumindest bis zum Bergsee war die Landschaft wirklich wunderschön und sehr abwechslungsreich. Danach dann etwas eintönig. Wir waren schon lange nicht mehr so fertig! Wir schaffen es gerade noch, uns etwas zu Essen zu machen und fallen danach mit dem schönen Gedanken, dass wir am nächsten Morgen ausschlafen können, direkt wieder ins Bett.
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Nach dem späten Frühstück fahren wir nach Turangi, um von aus hier eine „White Water Rafting Tour“ mit „Rafting New Zealand“ zu machen. Schwierigkeitsstufe 3. Wir bekommen unsere Ausrüstung: Wet-Suit, spezielle Schuhe, Fleece-Pulli, wasserdichte Jacke, Helm und Schwimmweste. Zusammen mit zwei Kanadiern, zwei Australiern und einer Neuseeländerin fahren wir mit unserem Guide „Brit“ zum Tongariro River. Nach einer Sicherheitseinweisung geht es auch schon los. Brit gibt von hinten die Kommandos: „Full paddle (hard)!“ (= Paddeln was geht!), „Drehung links!“, „Achtung – festhalten!“, „Alle sofort runter ins Boot!“, usw… Die erste Stromschnelle ist mehr zum Üben, klappt aber alles super und Brit reißt schon die ersten Witze über verloren gegangene Touris. Jetzt gibt’s was zu Trinken. Brit meint, wir sollen uns selbst bedienen: einfach mit der Hand Wasser aus dem Fluss schöpfen, da die Erde um den Fluss herum alles Lava-Gestein ist, wird das Regenwasser auf natürliche Art gefiltert. Der Fluss ist unglaublich klar, man kann bis auf den Boden sehen! Zwischendurch müssen wir ein bisschen paddeln, dann heißt es wieder „Hold on“, wenn es etwas stürmischer wird. Florian ist das alles nicht wild genug, er hätte am liebsten Schwierigkeitsstufe 6 gehabt (nicht mehr raft-bar!). Liane meint er soll sich einfach nicht festhalten, wenn er ins Wasser fällt hat er dann bestimmt mehr Action. :-) Nach ca. der Hälfte machen wir einen kurzen Stopp. Wer möchte kann in einen Seitenarm des Flusses hineinlaufen. An einer Stelle kann man nach oben klettern und dann einen kleinen Wasserfall, ca. 8 m, hinunterspringen und dann zurückschwimmen. Zum Aufwärmen gibt es danach heiße Schokolade. Nach insgesamt 14 km und über 50 Stromschnellen werden wir ziemlich durchgefroren am Ziel abgeholt und zurück zum Office gefahren, wo eine heiße Dusche auf uns wartet. Zur Stärkung gibt es dann einen Hot Dog und wahlweise Bier oder Soda. Dann fahren wir zurück zum Backpacker und machen den Rest des Tages nicht mehr viel.
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Haben wir ein Glück mit dem Wetter: Vor uns liegt ein Tag mit 300 km im Auto und schon regnet es. Gestern oder vorgestern wäre Regen echt scheiße gewesen, bei unseren Outdoor-Aktivitäten. Aber heute ist es grad egal, daher lassen wir uns Zeit mit dem Frühstücken und fahren dann los nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, am südlichsten Zipfel der Nordinsel gelegen. Unterwegs halten wir noch in Otaki, kucken uns die älteste Maori-Kirche von außen an. Da sie leider zugeschlossen ist und machen noch einen Abstecher zum Strand. In Wellington angekommen, hauen uns mal wieder die Hostel-Preise um. Ziemlich vieles ist ausgebucht. Schließlich entscheiden wir uns für den „Wellywood Backpackers“, ein mit Zebra-Streifen bemaltes Hochhaus. Für unseren Bluebird müssen wir jetzt aber auch noch was finden. Da Parken an der Straße tagsüber ziemlich teuer ist, nutzen wir das Early Bird Ticket für 7 NZD im benachbarten Parkhaus, wobei das nur tagsüber gilt, also müssen wir jeweils umparken. Dann laufen wir ein bisschen herum, auf kochen haben wir heute beide keine Lust. Sondern eher mal auf ein richtiges Rump-Steak. Da kommt uns das „Early-Bird“-Angebot des „Grand Steakhouse“ genau recht: Rumpsteak mit Pommes und Salat für 30 NZD für zwei Personen. Wird serviert auf einem heißen Stein zum selber fertig Grillen. Mjam!
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Wellington zu Fuß steht heute auf dem Programm. Es ist abartig windig, aber immerhin regnet es nicht. Wir schlendern durch die Fußgängerzone und fahren dann mit dem „Cable-Car“ zum Aussichtspunkt am Botanischen Garten. Der Aussichtspunkt ist allerdings wenig spektakulär und der botanische Garten noch weniger, aber immerhin sind wir mal mit dem Wahrzeichen der Stadt gefahren. Am Rosengarten gibt es einen echt guten Cappuccino, damit wir die restliche Tour noch gut durchhalten, zumindest Liane hat immer noch Muskelkater vom Tongariro Crossing. Einfach nix gewohnt! ;-) Als nächstes besichtigen wir die St. Pauls Cathedral, eine ziemlich neue, große, sehr helle Kirche. Ganz im Gegensatz zu der Old St. Pauls Cathedral eine Straße weiter, die ist eher schnuckelig klein und ganz aus dunklem Holz erbaut worden. Weiter geht es immer an der Hafen-Promenade entlang bis zum „Te Papa„, dem Nationalmuseum von Neuseeland. Ein riesiger Komplex, über 6 Stockwerke, mit vielen Ausstellungen. Und unglaublicher weise mit freiem Eintritt! Da machen wir uns doch gleich ein rotes Kreuz in den Kalender, das werden wir in Neuseeland bestimmt nicht noch mal erleben! ;-) Während Liane nach Souvenirs kuckt, macht Florian noch den „High Ride“, wo man Neuseelands Adrenalinkicks im Flugsimulator erleben kann. Wir bleiben insgesamt 2 1/2 h und sind mit die letzten die um 6:00 Uhr rausgehen, als sie schließen. Und wir haben noch gar nicht alles gesehen! Aber das zweite Stockwerk war für uns vermutlich eh das interessanteste, hier ging es um Flora und Fauna und die Entstehungsgeschichte Neuseelands durch Vulkanausbrüche und Erdbeben. Superinteressant und sehr gut dargestellt! Wir laufen noch weiter bis zum Oriental-Beach, hier ist am Strand eine Art öffentlicher Salsa-Kurs. Ein Stück weiter schwimmen im Wasser haufenweise Leute im Wet-Suite und auf der Promenade sind viele Läufer unterwegs. Auf dem Rückweg sehen wir dann auch den Grund: Es findet ein Triathlon statt (ohne Fahrradfahren allerdings), bei dem es ordentlich Preise zu gewinnen gibt. Wir kucken eine Weile zu und holen uns dann Abendessen zum Mitnehmen, da wir uns nicht einig geworden sind: Florian will indisch, Liane will Sushi.
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Es regnet und stürmt! Eigentlich wollten wir heute die Buchten und Strände außerhalb von Wellington ankucken, aber bei dem Wetter… Nö! Da machen wir doch lieber die weitere Reiseplanung! Gegen Mittag laufen wir zum Food Court in der Willis Street, hier gibt es wieder internationale Essenstände unter anderem einen Mexikaner. Und da wir das mexikanische Essen echt vermissen, gibt es heute Burritos. So gut! Da wir den Tipp bekommen haben, dass es im „Café Floriditas“ in der Cuba Street richtig guten Kaffee gibt, führt unser Weg direkt dorthin. Und tatsächlich ist der Kaffee spitzenklasse! Und die hausgemachte Limonade auch. Seltsamerweise werden wir durch den Kaffee eher müde als wach, daher machen wir einen wohlverdienten Mittagsschlaf. Aus der geplanten halben Stunde werden dann allerdings zwei Stunden… Nun sind wir fit genug für eine weitere Foto-Sortier-Session. Gegen Abend fahren wir auf den Mount Victoria Lookout, aber gerade als wir oben sind, schüttet es so richtig wie aus Kübeln. Wir gehen einkaufen und machen uns leckere Pasta mit Schinken-Champignon-Weißwein-Sahnesoße. Für so ein Essen hätten wir hier beim Edel-Italiener bestimmt ein Vermögen ausgeben müssen…
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Hier das ganze Album: