Weinparadies Marlborough – Heute wird getrunken!
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Heute geht es mit der Fähre rüber auf die Südinsel. Bevor wir zum Terminal der Interislander-Fähre etwas außerhalb der Innenstadt fahren, machen wir aber nochmal einen kurzen Abstecher auf den Mount Victoria Lookout, um wenigstens noch einen Gesamt-Blick auf die Stadt gehabt zu haben. Dann checken wir pünktlich ein und erkunden die Fähre, die einfach riesengroß ist! Drei Autodecks und diverse andere mit Café, Restaurant, Kino, Shops, … Unterwegs überholen wir die Fähre von Bluebridge, die schon 25 Minuten vor uns abgelegt hat. Also mal wieder das Richtige gebucht! Kurz vor der Einfahrt in den Queen-Charlotte-Sound sehen wir ein paar Delfine springen. In Picton gehen wir im „Café Gusto“ etwas essen und machen uns dann auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir landen im „Picton Lodge Backpacker„, einem netten alten Haus, ziemlich gemütlich. Es ist ein etwas grösseres Wohnhaus mit offenem Küchen- und Wohnbereich, die Einrichtung ist bestimmt aus den 70ern oder davor und die Besitzerin und ihre Freundin, sind irgendwie auch in der Zeit stehengeblieben, aber sie sind sehr herzlich und um jeden Gast bemüht. Das Wetter wird immer schlechter und es beginnt zu regnen. Das ist definitiv nicht das Wetter das wir gebrauchen können, denn wir wollen hier mal wieder eine lange Tageswanderung unternehmen, nachdem wir uns gerade so von der letzten erholt haben… ;-). Aber Schwächeln ist nicht, die Kilos von der Kreuzfahrt müssen wieder runter! Abends kochen wir Spaghetti mit Bolognese-Soße oder eigentlich wird es eher Bolognese-Soße mit Spaghetti. Gut, das ist jetzt nicht gerade Schonkost, aber es schmeckt halt einfach lecker. Nachts wird es dann richtig lustig, so ein Unwetter haben wir schon lange nicht mehr erlebt! Florian kriegt davon mal wieder nix mit, der schläft friedlich, während Liane ab zwei Uhr wach ist und auf den Weltuntergang wartet. Lange kann es nicht mehr dauern, denn draußen stürmt es wie wahnsinnig, der Regen trommelt waagrecht an die Fenster und der Wind pfeift eisig durch die Fenster-Ritzen.
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Wir schlafen lange, denn obwohl die Welt doch nicht untergegangen ist, bleibt man bei dem Wetter ja wohl am Besten einfach im Bett! Später kaufen wir ein und machen einen kleinen Brunch, endlich mal wieder Rühreier zum Frühstück. Und Orangensaft. Draußen ist alles Grau in Grau und es regnet immer noch waagrecht. Wir verziehen uns eine Weile in die Stadt-Bibliothek, hier ist geheizt und es gibt Internet for free. Den Nachmittag verbringen wir bei einem Film im Bett und abends gehen wir zum Subway direkt neben dem Hostel.
Oh Wunder! Die Sonne scheint und der Himmel ist knalleblau. Das neuseeländische Wetter ist echt immer für eine Überraschung gut! Theoretisch hätte sich das für den Queen-Charlotte-Track angeboten. Den Wecker hatten wir auch entsprechend früh gestellt, aber Florian hat ihn im Halbschlaf ganz ausgeschaltet, so dass wir erst 10 Minuten vor Abfahrt der Fähre aus dem Bett kommen. Im festen Glauben, dass das Wetter nun so bleibt rufen wir kurzerhand bei „Sounds Connection“ an und buchen die Tagestour durch das Weingebiet der Marlborough Region. Um kurz nach 10 werden wir von unserem Fahrer-Guide Paul am Hostel abgeholt. Mit dabei sind noch Phil und Kathy aus Australien und Jack und Rachel ursprünglich aus Schottland, wohnhaft ebenfalls in Australien. Das erste Weingut, das wir anfahren heißt „Saint Clair„. Hier können wir drei Weißweine und einen Rotwein probieren. Die erklärte Spezialität der neuseeländischen Weine ist der „Saugvinion Blanc“ und der „Pinot Noir„. Hier gibt es allerdings „Weinebenen“ anstelle von „Weinbergen“, dadurch reifen die Trauben auch ganz anders als bei uns daheim, was Süße und Geschmack angeht. Die ersten Weine sind aber echt gut und die Dame ist sehr bemüht uns vieles zu erklären. Sehr interessant ist, dass die „Blends“ aus Trauben aus verschiedenen Regionen zusammengemischt werden, bis das gewünschte Ergebnis da ist. Weiter geht es zum Weingut „Giesen„, 1979 von drei deutschen Brüdern aus Neustadt gegründet und mehrfach preisgekrönt. Na, mal kucken, was die hier so können. Wir probieren 6 weiße und 3 rote Weine, wobei die Weißweine definitiv besser sind als die Rotweine! Phil und Kathy haben sich wohl zum Ziel gesetzt, in jedem Weingut eine Flasche zu kaufen. Er fängt auch jetzt schon leicht an zu schwanken und das obwohl er nur jedes zweite Glas austrinkt. Und seine Aussprache wird dadurch auch nicht gerade besser. Lustig! Weingut Nr. 3 heißt „Hunter’s“ und bevor wir zum Testen gehen, bestellen wir unser Mittagessen, damit die Grundlagen für die weitere Tour gefestigt werden. Zum Testen gibt es dieses Mal zunächst einen Sekt, der ist aber gar nicht unser Geschmack! Dann vier weiße und 2 rote Weine. Schließlich ist das Mittagessen fertig. Wir haben uns eine Tapas-Platte bestellt mit frischem Brot. Sehr lecker. Zum Trinken halten wir uns an das Wasser, das auf dem Tisch steht, während ausgerechnet Phil ein Glas Wein extra bestellt. Paul ist derweil unterwegs um den Bus zu wechseln und noch ein paar Leute aufzugabeln, die wohl nur die Halbtages-Tour mitmachen. Nach dem Mittagessen geht es nun also zu zwölft weiter zum Weingut „Forrest„. Hier können wir sieben verschiedene Weißweine probieren. Allerdings werden sie nun zunehmend knausrig beim Ausschenken, meistens gibt’s nur noch einen kleinen Schluck. Bei unseren bisherigen Weintouren in Südafrika und in Argentinien war da deutlich mehr drin! Im „Spy Valley„, einem Familien-Weingut welches über 40 verschiedene Weine produziert, können wir dann aus einer ganzen Liste offener Weine auswählen. Wir testen uns durch die fünf Weißweine und probieren dann noch zwei Dessertweine. Aber die sind alle etwas wässrig im Vergleich zu den Weinen aus der Ortenau. Irgendwie wie gewollt, aber nicht gekonnt! Leider sind außer uns noch einige andere Leute da, so dass der Typ vor lauter Ausschenken nicht mehr viel zu den Weinen erklären kann. Schade! Das letzte Weingut des heutigen Tages heißt „Drylands„, hier gibt es noch mal einen Weiß-, drei Rot- und einen Dessertwein. Zum abschließenden Dessert fahren wir dann noch in einer Schokoladen-Fabrik names „Makana” vorbei, wo wir aber nur zwei klitze kleine Versucherle der handgemachten Schokolade bekommen und dann für teures Geld die ganze Packung kaufen sollen. Jedenfalls achtet die Verkäuferin genau darauf, dass jeder nur eins nimmt und stellt das Tablett dann gleich wieder unter die Theke. Echt schade, war nämlich sehr lecker! Aber nicht so lecker, dass wir uns dafür in Unkosten stürzen würden. Kurz vor 6 Uhr sind wir wieder zurück in Picton, holen im Supermarkt noch was für das Abendessen und machen es uns dann in der Lodge gemütlich…
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Nachdem heute Liane die Sache mit dem Wecker übernimmt, stehen wir rechtzeitig auf und kucken zunächst etwas ratlos in den ziemlich grauen Himmel. Was soll denn das jetzt? Schnell die Wettervorhersage im Internet gecheckt, sieht gut aus, also Frühstücken, Proviant einpacken und nix wie los zum Hafen. Da wir nur einen Teil des „Queen-Charlotte-Treks“ machen wollen, der den Namen „Top of the World“ trägt, müssen wir uns von „Beachcomber Fun Cruises“ zum Anfangspunkt in der Torea Bay fahren lassen. Das Boot ist zwar fast voll, ca. 40 Leute, aber außer uns nimmt nur noch ein junges Mädel den Trek in Angriff, die anderen haben wohl ein anderes Programm. Insgesamt liegen 23,9 km immer entlang des Bergrückens vor uns. Zunächst geht es die geteerte Straße den Berg hoch und oben dann rechts herum in einen schmalen Waldweg. Durch das Unwetter zwei Tage zuvor ist er ziemlich matschig und es sind einige Bäume umgestürzt und blockieren den Weg. Also drüberklettern. Nach den ersten Kilometern sind unsere Hosenbeine und Schuhe schon gut dreckig. Nach ca. einem Drittel des Weges steht die erste Rastbank, wir stärken uns mit einem Käsebrot und Keksen. Hier treffen wir zwei Deutsche, die in Christchurch studieren. Sie meinen, Christchurch können wir uns getrost sparen, da wegen der Erdbeben-Schäden die komplette Innenstadt abgesperrt und fast alles eingestürzt ist. Wie laufen weiter. Das Wetter wird zunehmend besser und der Himmel ist bald überwiegend blau. Sobald die Sonne da ist wird es richtig heiß. Leider hält der Weg nicht so wirklich was er versprochen hat, nämlich viele schöne Ausblicke auf den Queen-Charlotte-Sound auf der einen und den Kenepuru-Sound auf der anderen Seite. Ein Großteil der Strecke führt durch dichten Wald ohne Ausblick und ab und zu gibt es dann mal ein „Fenster“ von wo aus man etwas Wasser sieht. Außerdem sitzen überall, und überall ist in diesem Fall wörtlich gemeint, die total nervigen Zikaden. Erstens machen sie einen Höllenlärm, zirpen und knacken so dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht und zweitens fliegen sie total unkoordiniert durch die Gegend und prallen einem ständig ins Gesicht und sonst wo hin. Und die Viecher sind echt riesig. Bäh! Nach 2/3 des Weges machen wir dann 20 Minuten Mittagspause. Der restliche Weg zieht sich ohne Ende und wir kommen um kurz vor 4 Uhr endlich in der „Punga Cove Lodge“ an, wo uns das Boot eine halbe Stunde später abholen wird. Nun haben wir immerhin noch Zeit für einen Kaffee in der Sonne und ein bisschen Füße hochlegen. Die Zeit vertreibt uns außerdem ein lustiger Käfer, mit ganz langer Nase, der neugierig auf unserem Tisch herumkrabbelt. Und wir sehen direkt am Anleger noch einen Rochen im flachen Wasser. Echt cool, wie er kurz den Sand aufwirbelt und dann quasi nicht mehr zu sehen ist. Wir werden vom Postboot abgeholt und müssen auf dem Weg zurück nach Picton noch drei kleine Hotels anfahren um Post abzugeben und mitzunehmen. An jedem Anleger gleich: Wir werden schon schwanzwedelnd von einem Hund erwartet. Klar, der „Postbote“ hat zur Bestechung immer ein Leckerli mit dabei! Heute haben wir uns echt ein Abendessen im Restaurant verdient, daher gehen wir in das „Café Cortado“ direkt am Hafen, denn wir wollen Fisch. Oder Muscheln. Oder beides. Florian kriegt gebackenen Kabeljau mit Pommes und Salat und Liane Linguini mit Meeresfrüchten. Den Preis ist es mal wieder nicht wert, das hätten wir selber viel besser hinbekommen, aber einigermaßen satt sind wir geworden. Außerdem wartet im Zimmer noch eine große Tafel weiße Schokolade zum Dessert. Das ist unsere neueste „Mmmmh“-Entdeckung hier in Neuseeland. In Südafrika war es „Kitkat-Chunky“, in Südamerika „Snickers Almond“ und nun eben weiße Schokolade von Cadbury.
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Hier das ganze Album: