Wildfoods Festival in Hokitika
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Da wir die letzten Tage genügend Strände gesehen haben, entscheiden wir uns dagegen noch zur Golden Bay ganz oben im Norden zu gurken und fahren direkt los in Richtung Gletscher die Westküste entlang. In Westport machen wir einen Stopp zur Mittagspause und fahren dann durch bis nach Punakaiki, wo wir einen kleinen Rundweg laufen um die berühmten „Pancake-Rocks“ anzusehen. Das ist einfach eine Felsgruppe im Meer, die aufgrund von unregelmäßigen Kalkablagerungen die unterschiedlich schnell erodieren, aussehen wie übereinander geschichtete Pfannkuchen. Fehlt nur der Honig oben drüber! Außerdem gibt es ganz viele „Blowholes“, durch die ab und zu Wasserfontainen nach oben schießen. Leider ist kurz vor uns eine großer Bus mit einer deutschen Rentner-Reisegruppe angekommen, von der Sorte hatten wir in letzter Zeit schon mehr als genug, deshalb laufen wir etwas schneller um ihnen zu entkommen. Zurück am Auto stellen wir fest, dass es vielleicht doch nicht so gut war das „letzte Tanke für die nächsten 100 km“-Schild in Westport zu ignorieren um dann in Greymouth evtl. günstiger tanken zu können. Denn Tanklämpchen brennt schon seit ca. 25 km und der Zeiger ist schon fast ganz am Ende des roten Bereichs. Bis dort sind es aber noch gute 50 km… auf den letzten Schluck Sprit kommen wir noch an der Tankstelle an. Puh, Glück gehabt! Etwas später fahren wir durch Hokitika und sehen ein Schild „Wildfoods Festival„. Wir halten kurzerhand bei der Touri-Info und fragen nach, was denn da genau geboten ist. Das Festival ist schon morgen und nach dem was die Frau so erzählt, kann man dort viel Spaß haben. Also genau das richtige für uns… Blöderweise sind die Unterkünfte alle voll. Oder weit außerhalb unseres Budgets. Wir versuchen dann trotzdem noch unser Glück auf dem Campingplatz, hier bekommen wir die letzte Cabin zu einem akzeptablen Preis. Abends gehen wir zum Abendessen auf den kleinen „Wildfood Downtown Market“, hier gibt es Burger und Würstchen und „Black Forest Waffeln“. Dann fahren wir noch zur „Hokitika Glowworm Dell“, einer kleinen Grotte am Ortsrand, wo es stockfinster ist und viele Glühwürmchen herumhängen und vor sich hin glühen.
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Wir schlafen lange aus und wollen dann schnell duschen und auf das Wildfoods Festival. Zumindest in Lianes Fall wird das aber schwierig, denn da ist eine Schlange von min. 20 Frauen vor den Duschen. Und die Waschbecken und Spiegel sind alle belagert von Mädels die sich hammermäßig auftakeln. Es ist echt nicht zu glauben! Die haben den kompletten Friseur-und Beautysalon dabei, inkl. Glätteisen und Farbmalkasten, oder wie auch immer das in Fachsprache heißt! ;-) Irgendwann sind die Mädels dann aber alle auf dem Weg zum Festival und die Duschen sind frei. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir einige verkleidete Leute, da laufen aufgeblasene Sumo-Ringer durch die Gegend oder Tetris-Spielsteine. Das kann ja noch lustig werden! Laut Programm wird das beste Kostüm prämiert. So kriegt Florian wenigstens noch ein bissle Fasent-Feeling dieses Jahr! ;-) Da das Frühstück ausgefallen ist, haben wir schon ganz schön Hunger als wir dort ankommen. Das erste „Wildfood“ verschlägt uns diesen aber gleich wieder: In einem abgesperrten Bereich hacken ein paar kräftige Männer mit Äxten auf Baumstämme ein. Wir denken zunächst, die machen halt Holz für den Flammkuchen-Ofen oder so. Aber dann zieht einer plötzlich einen dicken, fetten „Huhu Grub“ aus einem Loch. Das ist die Larve des „Longhorn Beetles„, eines Käfers den es nur hier in Neuseeland gibt. Und irgendwie sind alle ganz wild darauf. Für 3-7 NZD, je nach Größe wechselt der Wurm den Besitzer und wird mehr oder weniger schnell verspeist. Lebend, versteht sich! Die größten sind ca. so dick wie Florians Daumen. Uns schüttelt es schon beim Zukucken! Neben dran gibt es die Viecher noch gebraten am Spieß. Auch nicht arg viel besser! Also weiter. Am nächsten Stand gibt es gebratenen Thunfisch, damit kennen wir uns schon eher aus und wir essen zusammen die kleine Portion. An einem Stand draußen ist eine große Warteschlange, gibt es hier was für umsonst? Tatsache! Kracker mit Räucherlachs und kleine gebratene Versucherle von der „Paradise Shelduck„, schmeckt immerhin ein bisschen „wild“ und echt lecker. Am nächsten Stand gibt es dann wieder „richtiges Wildfood“. In kleinen Becherchen werden „Horse Protein Shots“ angeboten, große Fotos von „Big Tom“ und „Big Dog“ hängen daneben. Auf dem Tisch steht ein Mikroskop durch das man das „Getränk“ begutachten kann. Äh! Das ist doch nicht etwa… Pferde-Sperma!? Doch ist es. Mit etwas Milch verdünnt, damit es besser runtergeht oder auch mit Geschmacksrichtung Erdbeere oder ähnlichem. Na lecker. Die Station überspringen wir auch mal lieber… Am Stand daneben werden wir von einem Neuseeländer an einem großen Grill davon überzeugt, dass wir unbedingt ein „Whitebait Sandwich“ testen müssen. Der Whitebait ist ein klitzekleiner neuseeländischer Fisch, der zusammen mit einem Ei zu einem kleinen Omlette gebacken wird. Schmeckt bissle arg nach Fisch, aber nicht nach mehr. An „Stu’s Grill“ isst Florian ganz normale Spare-Ribs, ohne irgendwelche komischen Zutaten. Die gibt es dafür am Nachbarstand. „Mountain Oysters“ steht groß auf dem Schild. Was ist das denn nun schon wieder? Als der Cowboy-Typ hinter der Theke in einen Eimer greift und uns die Delikatesse präsentiert, an der seitlich zwei „Bälle“ runterhängen, ist es uns klar: Stierhoden! Wahlweise auch hier roh (pfui bäh!) oder als „Geschnetzeltes“ mit Zwiebeln gebraten und auf Toast serviert. Na, das würden wir noch eher essen als die Huhu Grubs, aber auch nur für viel Geld, das uns keiner bietet… also weiter. Wir kucken uns im Hauptzelt die „Divine Drag Divas“ an, die echt mal schlecht sind. Nicht mal das Playback kriegen sie gescheit hin! Wir schlafen fast ein. Zeit für einen Kaffee und Dessert. Florian holt „Honey Ice Cream“, eigentlich Vanilleeis mit wildem Honig drüber. Schmeckt lecker! Dann hocken wir einfach irgendwo auf die Wiese und beobachten die anderen Besucher – fast alle verkleidet. Es laufen haufenweise Stewardessen rum, ein paar „verzweifelte Hausfrauen mit noch verzweifelteren Ehemännern“, ein ganzes „Baywatch Team“ und viele Einzelkostüme, wie z. B. ein Mafiosi und ein Typ, der in einem Käfig sitzt, welcher scheinbar von einem Gorilla getragen wird. Ziemlich cool! Ein paar schon gut angeheiterte Typen sind als „Festival-Police“ verkleidet und schreiben genüsslich Strafzettel, die sie an die richtigen Polizisten verteilen, die über das Gelände patrouillieren. Als zweites Dessert gibt es frische Erdbeeren mit Vanilleeis und Schokosauce. Mmmh! Kurz vor Festival-Ende um 17:30 Uhr brauchen wir noch mal etwas Herzhafteres zu essen, es gibt Schweinespieße „Die-müssen-jetzt-noch-weg!“-Sonderpreis für nur 1 NZD und einen Bagel mit geräuchertem Lachs. Dann werden alle vom Gelände runtergescheucht, bis um 20:00 Uhr dann die Party losgeht. Komische Regelung, die ganzen Betrunkenen sitzen nun in den Straßen rum… Aber das kann uns egal sein, wir haben ja eine Cabin mit gemütlichem Bett. Eine Runde schlafen kann nicht schaden. Um kurz vor 21:00 Uhr wachen wir wieder auf. Mist, keinen Wecker gestellt. Naja, es regnet mittlerweile sowieso in Strömen. Florian will trotzdem hin, auch wenn es noch mal 12 NZD pro Person kostet. Liane ist eher skeptisch, ob das wirklich so eine tolle Party werden wird, wie Florian sich das vorstellt. Also fahren wir hin. Als wir aussteigen und in Richtung Eingang laufen, fragt uns eine Frau, ob wir Tickets brauchen. Klar. Wir fragen sie, was sie dafür haben will. „Na, nix, kriegt ihr umsonst!“ ist die Antwort. Da waren wir wohl mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Da es immer noch regnet, drängt sich alles im Hauptzelt. Die Drag Divas sind gerade nochmal an der Reihe. Wir holen uns deshalb erstmal einen Wein und ein Bier. Außerdem einen „Lion Burger“ vom Lions Club. Die nächste Band heißt „The Lizard Kings“, eine Rock-Cover und TheDoors Tribute Band. Allerdings sind die nicht so richtig gut und die Party ist so lahm, dass wir beschließen gleich wieder schlafen zu gehen…
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Am Morgen regnet es immer noch. Wir gehen daher Souvenir-Shoppen, die Stadt ist besonders bekannt für schönen, aber teuren Jade-Schmuck, und anschließend Kaffee trinken im „Café de Paris“, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Süden zu den Gletschern Franz-Josef und Fox machen. Wir beschließen uns im Hostel „Ivory Towers“ im Fox Glacier Village einzumieten und den restlichen Tag mit Planung und Fotos sortieren produktiv zu nutzen. Da die Wettervorhersage für den nächsten Tag ähnlich bescheiden aussieht, aber für den Tag danach ziemlich gut, buchen wir erst mal keine Tour auf den Gletscher, sondern warten lieber mal ab…
Hier das ganze Album: