Eiszeit am Fox Glacier
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Zum Glück haben wir nix gebucht, der Himmel ist dunkelgrau und es nieselt. Wir lesen etwas und schreiben eMails. Erst am Nachmittag klärt es etwas auf und einzelne blaue Flecken erscheinen am Himmel. Das ist der Startschuss für uns! Als erstes buchen wir die Gletscher-Tour auf den „Fox Glacier“ für den nächsten Morgen. Dann fahren wir zum „Lake Matheson„, hier gibt es eine 2,6 km lange bzw. kurze Wanderung rund um den See, bei der man tolle Ausblicke auf den Mount Tasman und den Mount Cook hat. Es gibt ein ganz berühmtes Bild, das die Spiegelung eben dieser beiden schneebedeckten Berge in diesem See zeigt. So ein Foto wollen wir natürlich auch! Die Sonne scheint mittlerweile, aber die Berge sind in den Wolken versteckt. Leider kommen sie auch nicht mehr raus, solange wir dort sind. Aber selbst wenn, wäre der See durch den Wind viel zu wellig gewesen, als das es eine schöne Spiegelung gegeben hätte. Schade! Wir gönnen uns noch einen Cappucchino auf der sonnigen Terrasse des „Café Matheson“ und fahren dann zum Hostel zurück. Später probieren wir noch den Hot-Pot, den Whirlpool, aus. Schön heiß, aber ob das so wirklich hygienisch einwandfrei ist… Naja. Wir muffeln schon ein bisschen, als wir wieder raus steigen, also besser gleich duschen gehen! Heute „kocht“ Florian zum Abendessen. Es gibt überbackene Toasts mit Salami und Zwiebeln und Käse… ;-) Später kriegen wir als Dessert sogar noch lecker duftende Kekse, die Sam, ein total netter, aber auch total schwuler Chinese, der ein paar Monate hier im Hostel arbeitet, für alle Gäste frisch gebacken hat. Der Preis dafür ist, dass er ein Foto mit uns machen darf…
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Der Himmel ist blau! Noch blauer geht fast nicht und die Sonne strahlt. Die Gletscher sind wunderbar zu sehen. Wir frühstücken schnell und machen uns dann nochmal auf den Weg zum „Lake Matheson“, da das gestern mit dem berühmten Spiegel-Foto ja nix wurde. Wir laufen nur zum ersten Aussichtspunkt, der See liegt so was von ruhig vor uns. Leider sieht man von diesem Punkt aus aber nur einen Berg gespiegelt, der andere versteckt sich hinter Bäumen. Mist, Mist, Mist! Und wir haben keine Zeit bis ganz außen rum zu laufen um das Bild von beiden Bergen zu schießen, wegen der Gletscherwanderung, die wir mit „Fox Glacier Guiding“ gebucht haben und die um Punkt 10 Uhr beginnt. Als erstes bekommen wir von Tiggfyl (einem Guide aus Island, deshalb auch der seltsame Name) dicke Socken und Wanderschuhe verpasst. Wer mag kriegt noch eine Regenjacke und dann geht es auch schon in den Bus. Am Parkplatz in der Nähe des Gletschers werden wir in zwei Gruppen zu je 12 Leuten eingeteilt und dann laufen wir mit unserem Guide Sam los, zunächst ein Stück den Trampelpfad entlang, den jeder begehen darf. Schließlich geht es unter einem Absperrband hindurch und auf einem gut ausgebauten Weg mit vielen Stufen durch den Regenwald, bis zum „Kodak Point“, von welchem man den besten Blick auf das Gletscher-Plateau weiter oben hat. Die Gletscherzunge, auf die wir laufen werden, erstreckt sich weit in das Tal hinein. Kurze Zeit später erreichen wir dann das ewige Eis. Wir bekommen Steigeisen, die wir um die Schuhe schnallen müssen, einen Skistock und wir ziehen alle verfügbaren Klamotten an, denn nun wird es richtig kalt! Sam hat eine Hacke dabei, mit der er bei Bedarf Stufen für uns ins Eis schlägt. Viele Stufen sind aber schon da, weil frühmorgens drei Mitarbeiter von „Fox Glacier Guiding“ auf das Eis geschickt werden, die die Wege für die Touren bahnen. Da sich die Eismassen seit 1985 pro Tag unglaubliche 40 cm bewegen, ändert sich auch ständig der Einstieg zum Gletscher und die Tour selbst. An einem kleinen hellblau leuchtenden Fluss hält Sam an und fragt uns, wie tief wir diesen schätzen würden. Hm, so 30 cm vielleicht? Er nimmt einen Wanderstock aus Holz und stößt ihn mit aller Kraft ins Wasser. Dieser taucht komplett unter und nach ein paar Sekunden kommt er wieder hoch. Ups, leicht verschätzt! Der kleine Bach ist eine mit Wasser gefüllte Gletscherspalte von mindestens 3 m Tiefe. Ui! Wir laufen weiter bis zu einer Stelle im Eis in der ein flacher Gletscherbach verschwindet. Mit einem Seil können wir ein Stück hinuntersteigen und es uns genauer ankucken. Die nächste Attraktion ist ein vertikaler Schlitz im Eis, der wunderbar blau schimmert. Wir zwängen uns ein Stück hinein und machen Fotos. Sam erzählt, dass sie diesen Schlitz erst seit ca. 2 Wochen benutzen und er bald wieder verschwinden wird, weil sich das Eis bewegt und/oder abschmilzt. An einem großen Stein namens „Big Rock“ machen wir eine kleine Mittagspause. Dann geht es tiefer in die „untere“ Eiszunge hinein. Die „obere“ Eiszunge wird nur beim Heli-Hike vom Helikopter angeflogen, oder von extra organisierten Expeditionen erklettert. Wir klettern zwischen Gletscherspalten und Eisbergen herum, teilweise passen wir gerade so durch. An manchen Stellen würden wir ohne Seil gar nicht hochkommen! Durch das Sonnenlicht und den blauen Himmel sehen die Eisformationen echt wunderschön aus! Zum Glück haben wir die Tour nicht gestern gemacht, da hatte es laut Sam gerade mal 10 m Sicht! Schließlich machen wir uns an den Abstieg. Ganz schön anstrengend so eine Gletscherwanderung! Heute haben wir uns auf jeden Fall mal ein gutes Essen verdient. Deshalb gehen wir ins „Café Neve“ und essen lecker Lamm-Keule und Rumpsteak…
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Oh Wunder! Es ist mal wieder ein Tag geplant, an dem wir hauptsächlich im Auto sitzen werden und der Himmel ist grau. Leider bedeutet das aber auch, dass es nun definitiv nix mehr wird, mit dem berühmten Spiegelbild mit zwei Gletscherbergen im See… Nach zwei Kilometern in Richtung Wanaka drehen wir nochmal um, weil Florian zwar die Frühstückstüte ins Auto gepackt hat, nicht aber den Rest der noch in unserem Fach in der Küche stand… Kurze Zeit später sind wir dann aber endgültig unterwegs in Richtung Wanaka. Der Weg zieht sich ewig hin, aber seit wir nebenher Hörbücher hören ist uns das relativ egal. In einem Kaff mitten in der Pampa essen wir Pommes zu Mittag und trinken einen Kaffee. Ein Schild am Wegrand weist auf einen Wanderweg zu den „Blue Pools“ hin, hier machen wir einen Zwischenstopp. 45 min hin und zurück steht da. Wer das wohl wieder gemessen hat? Nach 8 Minuten stehen wir an den Pools, die allerdings nicht so wirklich blau sind, aber dafür ist das Wasser unglaublich klar. Bei einer kurzen Pinkelpause an einem Fluss lassen wir für eine Minute die Beifahrertüre offen stehen. Böser Fehler! Merken wir aber leider erst als wir wieder einsteigen: Ungefähr 50 kleine, gemeine, schwarze Sandfliegen haben es sich im Fußraum gemütlich gemacht und stechen nun munter drauf los. Einige werden wir durch Öffnen aller Fenster und dem Fahrtwind los, ein paar wedelt Florian mit Hilfe seiner Mütze hinaus und der Rest wird durch wildes Umherschlagen eliminiert. Dann ist endlich wieder Ruhe eingekehrt und wir können uns dem nahenden Ende des spannenden Hörbuchs widmen. Pünktlich 5 km vor Wanaka ist es zu Ende. Nach drei Nächten im 6-Bett-Zimmer sind wir mit den Nerven am Ende und brauchen mal wieder ein Doppelzimmer um richtig schlafen zu können. Denn trotz wechselnder Zimmergenossen war bis jetzt jede Nacht ein ziemlich lauter Schnarcher dabei. Einer hat im Schlaf geredet und einer hat ständig in unterschiedlichen Tonlagen rumgepupst. Eigentlich hat nur noch ein Schlafwandler gefehlt. Echt unglaublich! Während Liane für das Abendessen einkauft, kümmert sich Florian um ein Zimmer. Natürlich haben wir uns das teuerste Pflaster für die Mission „Doppelzimmer“ ausgesucht, aber was soll’s. Wir werden direkt um die Ecke fündig. In der „Aspiring Motel Lodge“ kriegen wir ein schönes Zimmer mit eigenem Bad und Küche und kostenlosem Internet, damit wir unsere zig-tausend Fotos mal wieder hochladen können.
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Hier das ganze Album: