Und täglich grüßt der Papagei
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In Lima kommen wir um 21:30 Uhr an. Dank Katia und Sandrine wissen wir auch schon wo wir übernachten. Wir teilen uns mit zwei Engländern ein Taxi und lassen uns direkt zum „Hostal Espana“ bringen, die knurrige Alte am Empfang braucht ewig bis sie uns ein Zimmer klar gemacht hat. In der Zwischenzeit gibt es aber genug zu kucken, es ist ein altes Herrenhaus, sehr schön hergerichtet, mit riesigen Gemälden in protzigen Goldrahmen und großen weißen griechisch aussehenden Büsten. Schließlich werden wir zu unserem Zimmer auf dem Dach gebracht, zuerst müssen wir uns aber durch einen halben Urwald kämpfen. Hier gibt es zwei Schildkröten, einen Pfau, einen Ara und einen kleineren grünen Papagei. Ein halber Zoo! Unser Zimmer ist dann tatsächlich ein Bretterverschlag auf dem Dach, außerhalb der anderen Zimmer und der Dachterrasse, ohne Geländer. Aber da es wohl das letzte Zimmer ist und wir einen Spezial-Preis dafür bekommen haben, ist das dann trotzdem ok. Dann klopfen wir vorsichtig bei Katia und Sandrine um Hallo zu sagen und uns fürs Frühstück am nächsten Morgen zu verabreden.
Morgens werden wir von einem lauten „Hola, Hola“ geweckt. Der grüne Papagei vor unserer Türe ist schon wach! Die Vögel haben die Flügel gestutzt bekommen, damit sie nicht wegfliegen. Psychologisch scheint das ziemlich problematisch zu sein, der Ara sitzt auf einer griechischen Statue, der er schon den Hintern und Teile des Rückens weggebissen hat. Und der grüne Papagei tut nur so freundlich. Zuerst will er bei uns auf den Arm klettern und als wir ihn wieder absetzen wollen, fängt er tatsächlich an zu beißen! Wir frühstücken im Hostel auf der Dachterrasse, allerdings ist der Kaffee eher braunes Wasser als Kaffee! Da das Frühstück nicht lange hält, essen wir in einer Bäckerei aus der es sehr lecker durftet Apfelküchlein und Empanadas. Außerdem kucken wir uns ein paar Kirchen und Gebäude an und gehen Souvenirs shoppen. Die „Plaza Mayor“ ist komplett abgesperrt, überall laufen Polizisten mit Polizeihunden rum. Als wir nachfragen, was denn eigentlich los ist, bekommen wir als Info, dass im Regierungssitz an der einen Seite des Platzes ein Politiker-Treffen stattfindet. Da Katia und Sandrine heute Abend mit dem Bus in Richtung Huaraz fahren, gehen wir mit ihnen auf ein frühes Abschieds-Abendessen in ein altes, peruanisches Restaurant, wo es für 10 Soles ein Drei-Gänge-Menü gibt. Gerade als wir schlafen gehen wollen klopft es an der Tür. Komisch. Naja, manchmal kommen andere Touris aufs Dach um zu kucken was da ist. Florian steht nochmal auf und kuckt nach – die zwei Mädels sind wieder da! Anscheinend ist gerade irgendein Streik und die Busse fahren nicht. Morgen aber hoffentlich wieder, also verabreden wir uns noch einmal zum Frühstück…
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Dieses Mal gehen wir aber in ein kleines Café an der Plaza zum Frühstücken! Nochmal Wasser-Kaffee im Hostel tun wir uns nicht an. Es dauert eine Weile bis wir ein offenes finden… um 8:30 Uhr! Wir frühstücken gemütlich und machen uns dann mit dem Bus auf den Weg nach Miraflores, dem Reichen-Viertel Limas. Hier gibt es schicke Designer-Läden und etliche große Handarbeits- und Souvenirmärke. Leider werden wir nicht fündig. Also schlendern wir die Einkaufsstraße runter bis ans Meer. Von einer Art Park auf der Klippe kann man schön aufs Wasser kucken. Wir sehen viele Surfer und ein paar Delfine springen direkt vor der Küste aus dem Wasser! Dann laufen wir zurück und beschließen, mal noch in einem Reisebüro nach Busverbindungen nach Guayaquil/Ecuador zu fragen. Dort müssen wir spätestens am 13.11.2011 ankommen. Die einzige Direktverbindung geht am nächsten Tag mit „Cruz del Sur“, einem der besten und teuersten Busunternehmen in Peru, und die Fahrt dauert insgesamt 27 Stunden. Puh! Und es sind noch genau drei Plätze frei. Da die Trantüte im Reisebüro unglaubliche 1 ½ h braucht um unsere Tickets zu buchen und auszudrucken, müssen wir anschließend schon wieder mit dem Bus zurückfahren, weil wir uns zum zweiten Abschiedsessen, dieses Mal Grillhähnchen, mit Katia und Sandrine verabredet haben.
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Heute ist Souvenir-Kaufen angesagt. Nach einem Café sind wir bereit für die Verhandlungen (und die sind nötig, sonst zahlt man schon mal den dreifachen Preis!) und stürzen uns ins Gewühl. Mit unseren Schätzen geht’s zurück ins Hostel, wo wir unser Zeug packen und noch im „El Cesar“ essen gehen. Nochmal das Nationalgericht „Ceviche Mixto“ (roher Fisch mit Oktopus und Garnelen in Limetten-Soße, Zwiebeln und Süßkartoffeln). Lecker! Um 14:30 Uhr fährt am riesengroßen Busterminal von Cruz del Sur unser Bus nach Guayaquil ab. 27 h Busfahrt, wie sollen wir das nur überstehen? Aber es geht ganz gut, die Sitze sind schön breit, das Essen ist hervorragend und während der ganzen Fahrt zeigen sie 8 Videos. Und auf peruanischer Seite haben wir sogar die ganze Zeit richtig schnelles WLAN! Ziemlich cool, so können wir die Zeit sinnvoll nutzen und noch ein paar Mails verschicken. Am Grenzort Tumbes müssen wir dann mal wieder anstehen für Stempel im Pass, das gleiche nochmal auf ecuadorianischer Seite, dort dauert das Ganze aber dreimal so lang. Warum wird uns klar, als wir an der Reihe sind: Statt einem Stempel bekommt man hier einen Eintrag in den Pass gedruckt, und bis der Drucker anfängt zu drucken, dauert es halt mal gefühlte 3 min… Und lesen kann man den Eintrag erst nicht. Egal, Hauptsache, sie lassen uns rein ins Land! Bis nach Guayaquil sind es dann nochmal ein paar Stunden. Dort entscheiden wir uns relativ schnell für ein einfaches Hostel am zentralen „Parque del Centenario“. Ein paar Häuser weiter finden wir ein kleines Lokal mit ecuadorianischen Speisen in dem viele Einheimische sitzen. Für ein paar Dollar essen wir hier zu Abend, bevor wir uns nach der anstrengenden Nacht im Bus in unser schönes sauberes Bett kuscheln.
Sonntags ist ein guter Tag um gemütlich in einem Café zu frühstücken, denken wir uns. Aber das ist hier einfacher gesagt als getan, das im Reiseführer empfohlene Café macht nämlich erst um 12:00 Uhr auf?!?!!? Also laufen wir zuerst zur neu angelegten Promenade, wo wir einige nette Cafés vermuten… aber Pustekuchen! Im zugehörigen Park gibt es zwar eins, aber das macht auch erst um 12:00 Uhr auf!?! Sind die denn doof? Oder frühstückt in Ecuador keiner? Da wir noch ein schickes Schulschiff entdecken, welches kostenlos besichtigt werden kann, kriegen wir die Zeit bis mittags auch noch rum, und setzen uns dann ins auf gefühlte 5° C heruntergekühlte „Coffee&Sweet“. Nach einer Stunde wird es Liane zu kalt und sie geht wieder in den Park an der Promenade um ein bisschen zu lesen, während Florian im Internet unterwegs ist. An der Promenade ist mittlerweile ganz schön was los, aber fast nur Einheimische, ganz wenig Touristen. Da wir wissen, dass ein Kollege von Liane seit heute auch in Guayaquil ist und wir ihn und seine Freundin am nächsten Tag überraschen wollen, müssen wir ein bisschen vorsichtig sein, damit sie uns nicht zufällig entdecken…
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Hier das ganze Album: