Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Arenal – wo bist du?

4. Dezember 2011 | Allgemein, Costa Rica

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Nachdem wir ausgeschlafen haben, machen wir uns auf den Weg in die Stadt, wo wir vom Geruch der Bäckerei „Panaderia La Selecta“ geradezu magnetisch angezogen werden… Frisches Baguette! Das haben wir ja schon lange nicht mehr gerochen. Wir beschließen gleich hier zu frühstücken, für 5 US$ bekommen wir zwei Cappuccino und frisches herzhaftes und süßes Gebäck. Lecker! Da es ziemlich ungemütlich kalt ist laufen wir bald zurück, um noch etwas Produktives zu machen für den Blog. Auf dem Rückweg wird uns klar, warum es im Hostel so laut ist: Direkt nebenan verläuft die Eisenbahnlinie. Alle paar Minuten ist ein lautes, durchdringendes Hupen zu hören. Auf dem Plaza de la Democracia wird gerade ein Riiiiiiesen-Weihnachtsbaum-Alugestell aufgebaut. An ein paar roten Ampeln sehen wir Künstler, die den wartenden Autofahrern die Zeit verkürzen mit Jonglage oder Feuershow. Zum Teil richtig professionell einstudiert! Sie müssen dann nur schnell genug sein um noch etwas Geld einzusammeln, wenn die Ampel auf Grün schaltet. Um 19:00 Uhr treffen wir uns mit Jürgen (ein Kollege von Liane) und seiner Freundin Monika. Mit den beiden werden wir die nächsten knapp 3 Wochen in Costa Rica unterwegs sein. Wir essen im „Nuestra Tierra“ lecker, aber teuer zu Abend. Vor allem, weil wir uns zur Feier des „gemeinsamen Urlaubsbeginns“ einen Cocktail gönnen, aber leider einen Umrechnungsfehler machen, da wir die Währung noch nicht so gewohnt sind. Es wird ungefähr doppelt so teuer als angenommen. Mist. Aber das passiert uns nur einmal!

Um 10:00 Uhr werden wir direkt am Hostel abgeholt und zum Büro der Mietwagenfirma gefahren. Unser Wagen ist aber noch nicht fertig, deswegen nimmt sich Thorsten, der deutsche Inhaber von Wild Rider viel Zeit für uns und wir bekommen noch Tipps für die beste Route, inkl. Hotel-Empfehlungen. Außerdem hören wir auch einige Warnungen, was wir auf keinen Fall machen sollten. Schließlich ist das Auto, ein dunkelblauer Hyundai Tucson, da und das Gepäck eingeladen und wir können losfahren! Es geht in Richtung Nord-West nach „La Fortuna“, wo wir schon ein Hotel reserviert haben. Es gibt hier ein tolles Naturschauspiel zu sehen: Den aktiven Vulkan „Arenal“, der 1968 plötzlich ausgebrochen ist und seither ununterbrochen aktiv ist. Fast die ganze Zeit spuckt er Asche und nachts kann man die rot-glühende Lava herunterfließen sehen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, deshalb haben wir uns deshalb extra das relativ teure „Arenal Paraiso Hotel & Spa“ ganz in der Nähe gegönnt, quasi mit Vulkanblick direkt aus dem Zimmer. Die Fahrt dauert länger als gedacht, zwischendurch halten wir noch in der „Soda Diana“, einem kleinen Lokal in dem es typisches, günstiges Mittagessen namens „Casado“, bestehend aus Reis, Bohnen, Fleisch und gebratene Kochbanane, gibt. Hier fällt uns das erst Mal auf, dass überall am Straßenrand Schilder „Se vende“ stehen, irgendwie steht hier jedes zweite Haus oder Grundstück zum Verkauf. Am späten Nachmittag kommen wir in La Fortuna an, checken im Hotel ein und kucken natürlich als erstes in Richtung Vulkan, der leider vollkommen von Wolken verdeckt wird! Unser Weg führt uns dann gleich zu den heißen Quellen des Hotels. Eigentlich sind es ca. 10 Pools, die von einem Bach gespeist werden. Oben ist es am wärmsten, unten ist das Wasser schon gut abgekühlt und fast zu kalt um rein zu sitzen. Vor allem, weil wir gerade so an die 17° C Lufttemperatur haben. Schließlich ist es um 17:30 Uhr schon stockdunkel und der Vulkan immer noch nicht zu sehen. Schade. Aber wir haben ja noch zwei Tage und das Wetter ändert sich hier angeblich stündlich. Vom Planschen bekommen wir Hunger und fahren in die kleine Stadt um noch etwas zu essen. Die Restaurants sind alle ganz schön teuer, aber wir finden schließlich noch eines zu einem einigermaßen annehmbaren Preis.

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Der erste Blick morgens geht zum Vulkan. Immer noch wolkenverhangen, aber zumindest kann man die Bergflanken sehen. Wir frühstücken um 6:30 Uhr, damit wir früh loskommen, denn heute steht eine Wanderung auf dem Programm. Wir wollen den „Cerro Chato“ besteigen, einen ruhenden Vulkan direkt neben dem Arenal. Zuerst müssen wir zur „Observatory Lodge“ fahren, hier fängt dann der Wanderweg an. Da wir uns sicher sind, auf der Herfahrt von San José einen Wegweiser mit „Observatory Lodge“ gesehen zu haben, fahren wir erst mal fast eine halbe Stunde in die falsche Richtung. Leider war es nur ein Hinweisschild, dass man auf dem richtigen Weg ist. Mist! Also wieder zurück. Schließlich kommen wir nach einigem Herumirren doch noch dort an, die letzten 8 km sind Holperstrecke vom Feinsten. Vor dem Eingang wollte uns noch ein Typ weißmachen, dass wir besser nicht ohne Guide gehen, weil wir uns sonst leicht verlaufen könnten, da die Wege nicht gut ausgeschildert sind. Für den „Spezialpreis“ von nur 35 US$ p. P.! Wir verzichten dankend und laufen los. Das Wetter sieht nicht gerade gut aus, der Vulkan liegt komplett unter Wolken versteckt. Gleich zu Beginn beobachten uns ein paar neugierige Kapuzineräffchen aus den Baumwipfeln, bevor sie kreischend verschwinden. Der Weg nach oben besteht teilweise mehr aus Klettern als aus Wandern, aber wir kommen oben an. Nassgeschwitzt und k. o., aber was soll’s. Nun soll es rechts herum weitergehen zum Kratersee. Der Weg besteht zunehmend aus Matsch, der Regen der vergangenen Nacht hat es bestimmt nicht besser gemacht… Aber irgendwie kommen wir auch dorthin, teils mit Umwegen durch den dichten Busch, weil der Hauptweg einfach zu matschig ist. Vom Weg aus geht es nun noch 120 m runter, dann sind wir am Kratersee, den wir schon grünlich durch die Bäume hindurchschimmern sehen. Der kleine „Matsch-Strand“ am See bietet Platz für ungefähr 10 Personen. Dann kann sich aber keiner mehr bewegen. Unten sind schon drei Ösis mit Führer. Die sehen noch ziemlich sauber aus im Vergleich zu uns. Wir fragen nach, welchen Weg sie genommen haben: Den von der anderen Seite, ziemlich steil wär‘s. Okay. Der Guide meint noch, von der Observatory Lodge und von der anderen Seite wäre der Weg ungefähr gleichweit. Bis hierher haben wir ca. 3 h gebraucht. Gut! Denn durch den Matsch zurück haben wir mal gar keine Lust. Wir wünschen den Ösis viel Spaß. Wenn die wüssten! Der Weg war hoch schon anstrengend, aber runter wird das noch schwieriger. Wir laufen also los, ein Schild verkündet uns, dass wir einen Privat-Weg benutzen und daher unten 10 US$ p. P. zahlen müssen. Der Weg läuft sich wie eine Treppe, teilweise sind richtige Stufen angelegt. Dann sind wir aus dem Wald raus und müssen noch ewig weit über eine Holperwiese und durch den Garten von der Lodge laufen, bis wir dann endlich unten angekommen sind. Schließlich kommen wir zur Straße und laufen noch ein Stück runter, ohne so richtig einen Plan zu haben, wo wir denn gerade sind. Wir fragen schließlich bei einem Restaurant nach. Der Typ meint, laufen ist nicht, das sind so ca. 25 km. Was??? Na wunderbar. Er ruft ein „inoffizielles Taxi“ (also einen Kumpel mit Auto) an, der uns für 30 US$ zurück zur Observatory Lodge bringt. Dort angekommen haben Jürgen und Florian immer noch Hoffnung, dass die Wolken sich verziehen und den Blick auf den Vulkan freigeben. Sie laufen deshalb aufs Observatory Deck, von dort soll man den Lavastrom besonders gut sehen können. Aber nix gibt’s, außer den Aufzeichnungen des Seismografen. Bis wir schließlich im Hotel ankommen ist es dunkel und wir haben Hunger. Dreckig und stinkend wie wir sind fahren wir zur Pizzeria „Que Rico“ in der Nähe unseres Hotels. Die Pizza ist tatsächlich „sehr lecker“, wie der Name schon sagt. Aber auch „sehr teuer“… Total platt von der Wanderung können wir natürlich gut schlafen…

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Der Wecker klingelt wieder sehr früh. Der Vulkan ist mittlerweile gar nicht mehr zu sehen vor lauter Wolken. Nicht mal mehr zu erahnen. Als erstes wollen wir zum Wasserfall „Congo“ laufen, der Wanderweg geht hinter unserem Hotel los. Unterwegs können wir noch ein paar Leute beim „Canopy“ beobachten. Sieht spaßig aus, an langen Zip-Lines durch die Bäume zu schweben. Der Weg nach unten ist noch schlimmer als der gestern zum Cerro Chato, teilweise ist der Weg vom Regen weggeschwemmt. Wir kommen dennoch unten an und der Wasserfall stellt sich als ziemlich klein heraus… Ein breiterer, flacher Wanderweg geht auf der anderen Seite weiter. Wir entscheiden uns dort zurück zu laufen. Auf dem Weg können wir immer wieder Blattschneiderameisen beobachten, die in unglaublichen Ameisenstraßen herumwuseln und Blätter transportieren, die deutlich größer sind als sie selbst. Auf einigen der herumgetragenen Blätter sehen wir kleinere Ameisen sitzen. Wir wundern uns ein bisschen darüber, dass sie sich von den Größeren herumtragen lassen. Später lesen wir im Internet nach, dass es sich um sogenannte Wächterameisen handelt, die nach Feinden Ausschau halten. Eine Ameisenstraße führt im Wald einen umgeknickten Baumstamm hoch. Als Florian um Fotos zu machen zu nahekommt, greifen sie den Fotoapparat an, den er für schärfere Aufnahmen auf den Fels daneben gestellt hat. Florian kriegt gleich zu spüren, dass sie ganz schön zubeißen können. Von der Hose schütteln ist nicht, die haben sich richtig in den Stoff verbissen! Wir müssen sie gewaltsam wegschnipsen… Dann kommen wir immerhin an der „Hauptstraße“ raus, aber ein ganzes Stück vom Hotel entfernt. Als wir dort ankommen, fängt es auch schon an zu regnen, also machen wir Siesta. Als es gegen später aufhört, beschließen wir nochmal in die heißen Pools zu sitzen. Genau das richtige! Auf dem Weg werden wir aber aufgehalten von einem ziemlich großen Faultier, das durch einen hohen Baum turnt auf der Suche nach etwas essbarem. Kaum sitzen wir dann im ersten Pool, fängt es wieder an in Strömen zu regnen. Aber das ist nun eher eine willkommene Abkühlung in dem heißen Pot! Als es dunkel wird fahren wir nach La Fortuna und spielen eine Runde „Indoor Minigolf“ mit 18 ganz speziellen Bahnen. Sie sind unterschiedlichen Ländern zugeordnet und durch diverse Lichtschranken oder Kontakte wird entweder Musik ausgelöst oder Objekte fangen an sich zu bewegen. Der Besitzer erzählt uns stolz, dass dies die weltweit erste Bahn dieser Art ist und sie nun in USA nachgebaut wird. Seit zwei Monaten gibt es das Indoor-Minigolf erst. Zum Abschied will er uns dann noch mit den besten und außergewöhnlichsten Bahnen fotografieren. Heißt wir haben dann ungefähr 18 Fotos. ;-)

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Morgens regnet es immer noch! Wir haken das Vulkanerlebnis Arenal ab, es kommen ja noch weitere Vulkane, wenn auch nicht mit glühendem Lavafluss… Gleich nach dem Frühstück geht‘s los in Richtung „Rincón de la Vieja-Nationalpark“. Zuerst fahren wir immer am „Lago Arenal“ entlang, dem größten Binnengewässer von Costa Rica. Das Wetter wird langsam etwas besser, wir sehen zumindest schon blaue Fetzen am Himmel zwischen all den grauen Wolken. Nach einer Kurve steht am Straßenrand plötzlich ein Nasenbär! Und was für ein süßer! Und ein neugieriger noch dazu! Gegen Nachmittag kommen wir in Liberia an, wo wir beschließen, gleich noch ein Stück weiter in Richtung Nationalpark zu fahren. An der Schranke erfahren wir, dass wir erstens nur über einen Privatweg weiterkommen, der kostenpflichtig ist. Und zweitens der Nationalpark am nächsten Tag geschlossen ist! Was? So ein Blödsinn! Es kann uns keiner erklären, warum ein Nationalpark montags geschlossen hat, aber es ist tatsächlich so. Und wir wollten den ganzen nächsten Tag dort wandern gehen! Die Frage lautet nun: Einen Tag irgendwas anderes unternehmen, dann in den Nationalpark und dann weiter, oder gleich weiter? Wir entscheiden uns für gleich weiter, da wir ja nur begrenzte Tage in Costa Rica haben und noch die ganze Küste bis in den Süden runter wollen. Wir fahren also zurück nach Liberia und übernachten dort im „Hostel Liberia“, direkt in der Stadt. Hier ist ganz schön was los abends, die ganze Stadt scheint sich auf dem zentralen Parque Mario Cañas Ruiz versammelt zu haben. An der Kirche (!) hängt eine Leinwand auf der nach dem Gottesdienst ein Fußballspiel übertragen wird. Eine Blaskapelle spielt auf dem Platz vor der Kirche Weihnachtslieder und es sind ein paar Fressstände aufgebaut. Plötzlich hören wir Sirenen, ein Feuerwehrauto fährt langsam einmal um den Platz, hintendran Feuerwehrleute in verschiedenen Uniformen bzw. Feuerschutzkleidung und eine Trommelgruppe. Die Blaskapelle spielt tapfer weiter, aber hören tut man sie nicht mehr. Aber egal, die meisten kucken eh Fußball. Theoretisch ist noch ein Konzert angekündigt, vom 2. Sieger der Fernsehshow „LASDS“ = „Latein-Amerika sucht den Superstar“. Auf unsere Nachfrage, wo das denn stattfinden wird, kriegen wir die Antwort: Verschoben auf übermorgen. Na, dann halt nicht!

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Hier das ganze Album:

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