Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Alle Krokodile fliegen… hoch!

10. Dezember 2011 | Allgemein, Costa Rica

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Morgens fahren wir gleich los in Richtung Süden nach Samara, nach ewigem Gegondel über kurvige Straßen und Schotterpisten kommen wir ziemlich platt gegen Mittag in Samara an, wo es richtig schön warm ist! Wir kucken ein paar Hotels und Hostels an, das Hotel „Samara Beach“ gibt uns einen Rabatt für 3 Nächte und sauber ist es auch. Nach einer Siesta laufen wir die paar Meter an den breiten Sandstrand, wo es ziemlich flach ins Meer hineingeht. Die Jungs stürzen sich gleich in die Fluten. Gerade als die Mädels auch ins Wasser wollen, kommen ein paar Tropfen vom Himmel, innerhalb von Sekunden gießt es wie aus Eimern. Auf diese Art wollten wir eigentlich nicht nass werden! Wir bringen unsere Taschen in Sicherheit und warten den Regenschauer ab. Da der Strand nass ist, ist nun auch nix mehr mit hinlegen. Kurz darauf kommt der zweite Regenschauer und wir beschließen zurück ins Hotel zu gehen. Bei einem Tour-Anbieter erkundigen wir uns nach Preisen für die Canopy-Tour in Nosara, in der Nähe von Samara. Allerdings ist der genannte Preis um einiges höher als der im Internet angegebene. Da wir ja sowieso das Auto haben, beschließen wir die 20 US$ Transportkosten pro Person zu sparen und einfach selbst hinzufahren. Abends gehen wir in einer „Soda“ ziemlich lecker und halbwegs günstig essen.

Nach dem ziemlich einfachen Frühstück mit richtig schlechtem Kaffee holen wir uns in der Bäckerei gegenüber noch zwei leckere Strudel, einer mit Apfel, einer mit Ananas. Dann machen wir uns auf den Weg zur „Flying Crocodile Lodge“. Hier wollen wir eine Runde mit einem Ultra-Leicht-Flieger drehen. Auf dem Weg brauchen wir das erste Mal unseren Allrad-Antrieb, als wir einen Fluss überqueren müssen. Klappt aber ohne Probleme! Die Piste besteht quasi nur aus Schlaglöchern. Als wir ankommen, werden wir von Jörg, einem der Piloten begrüßt. In 10 min können wir schon starten, einer nach dem anderen, weil gerade keine anderen Piloten da sind. Er erklärt uns noch kurz, dass wir mit einem sogenannten „Tragschrauber“ fliegen werden, er sieht ein bisschen aus wie ein kleiner Helikopter. James Bond-Fans können sich vielleicht an „Man lebt nur zweimal“ erinnern, da flog der James auch so eine Kiste, die „Little Nellie“ genannt wurde. Die hier sind aber leider ohne Q’s Spezialaustattung. Der Vortrieb erfolgt durch einen Heckpropeller. Der Hauptrotor wird nicht aktiv angetrieben, sondern nur vom Luftstrom, dadurch kann der Tragschrauber bei Motorausfall quasi weiter „segeln“. Man kann die Maschine auf wenigen Metern notlanden. Wir sind gespannt! Das Mädel an der Rezeption ist Deutsche und arbeitet wohl erst ein paar Tage in der Lodge, sie wünscht uns viel Spaß, als wir Jörg zum Hangar folgen. Jürgen darf zuerst. Die Startbahn ist ziemlich kurz, nach ca. 100 m ist der Tragschrauber in der Luft und bald nicht mehr zu sehen. Wir laufen wieder vor zur Rezeption, weil wir das Wasser im Auto vergessen haben. Das Mädel vom Empfang fragt gleich: „Und wie war’s?!“ – „Äh, wie war was? Wir waren doch nur 3 min weg und sind noch gar nicht geflogen!“ – „Ach soooo.“ ;o) Nach ca. 20 min ist Jürgen wieder sicher gelandet und Monika an der Reihe. In der Zwischenzeit kommt der zweite Pilot Frank zurück von einer Flugstunde, deshalb können wir beide dann gleichzeitig in die Luft. Zuerst fliegen wir rechts herum die Küste entlang, über den „Playa Barigona“, der Mel Gibson gehört, zusammen mit einem riesigen Anwesen und diversen Häusern darauf. Allerdings ist er wohl höchstens einmal im Jahr da. Na prima! Dann sausen wir fast im Sturzflug die Klippe hinunter, bis knapp über dem Meer. Das macht echt Laune so zu fliegen! Nun geht es links herum, wir kreisen kurz über einem Flusslauf in dem es viele Krokodile gibt, aber leider verstecken sie sich alle vor uns. Dann geht‘s weiter über Samara und den Strand, bis zum nächsten Strand, wo wir „surfen“ gehen. Sprich knapp über der Wasseroberfläche und dann einmal den Strand entlang. Im Wasser sehen wir eine große Gruppe Rochen schwimmen. Die Piloten scheinen echt Spaß zu haben und wir natürlich auch! Über Kopfhörer erklären sie uns immer was wir gerade sehen oder was wir gleich machen werden. Nach einer halben Stunde sind wir zurück an der Lodge. Schön war’s. Ein echtes Erlebnis mal wieder! Schließlich fahren wir zurück nach Samara, wo wir nochmal an den Strand gehen und uns in die Wellen werfen, bevor wir zum Abendessen ins Restaurant „Brisas del Mar“ gehen und dort einen großen Grillteller essen. Danach gehen wir in eine Bar, direkt gegenüber unseres Hotels, dort gibt es bis 20:00 Uhr „Happy-Hour“, also zahl eins, bekomm zwei. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Als der zweite Cocktail kommt, geht Jürgen kurz rüber ins Hotel um noch Geld zu holen, da sie nicht genug dabei haben. Er kommt gleich wieder zurück. Leider mit einer schlechten Nachricht: Nun ist es passiert! Die Zimmertür wurde aufgehebelt und der Safe aufgebrochen, alles weg, außer die Pässe! Was??? Das ist ja hoffentlich ein Scherz. Leider nein. Wir rennen schnell rüber ins Hotel. Uff! Unser Zimmer ist noch zu. Haben wir ein Glück! Während Florian wartet, läuft Liane rüber in die Bar, bezahlt schnell und kommt mit den anderen beiden wieder zurück. In der Zwischenzeit sind noch die Hotelgäste zwei Zimmer weiter zurückgekommen, eine junge Engländerin und ihre Mutter, deren Zimmer auch aufgebrochen wurde. Gleiches Spiel: Safe geknackt, alles weg, außer den Pässen! Die Polizei ist auch gleich da, weil die Polizeistation gerade ein paar Häuser weiter ist. Leider kann keiner der Polizisten auch nur ein bisschen Englisch. Der arme Hotelangestellte, der Nachtdienst macht auch nicht. Wir hatten den Safe nicht genutzt (und somit auch nicht an der Rezeption bezahlt!), aber verdächtigerweise wurden nun genau die beiden Zimmer aufgebrochen, die den Safe nutzten. Da unser aller Spanisch hierfür doch ein bissel zu knapp ist, holen wir kurzerhand den Kellner aus dem Restaurant in dem wir zuvor Abendessen waren noch dazu, damit er wenigstens übersetzen kann, was alles fehlt. Bei Jürgen und Monika fehlt „nur“ ein kleiner Rucksack, in dem eine Jacke und ein paar Schuhe waren und eben die Sachen aus dem Safe: Geld, Kreditkarten, Fotoapparate, Handy. Bis dann auf dem Polizeirevier alles aufgenommen wurde, damit dann auch die Versicherung zahlt, ist es fast Mitternacht…

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Video vom „Surfen“ am Strand:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ZoM4d79cCU4

Immer noch ziemlich geschockt von dem Zimmer-Aufbruch lassen wir den Tag ruhig angehen, wobei wir mittlerweile eher die Theorie entwickelt haben, dass die Einbrecher sich an den Balkonen orientiert haben, da hing bei uns nämlich keine Wäsche, somit war nicht von außen ersichtlich, dass das Zimmer belegt ist. Nach einem guten Kaffee in der Bäckerei verziehen sich Monika und Jürgen wieder aufs Zimmer, während wir an den Strand gehen und dort eine Kayak-Schnorchel-Tour zur „Isla Chora“, direkt in der Bucht vor Samara gelegen, buchen. Wir müssen etwas warten, bis noch Obst und Wasser eingekauft ist und wir die Schnorchel-Ausrüstung anprobiert haben. Leider kommen dann auch noch zwei Amis dazu. Unser Guide Sandro schiebt unser Kajak durch die größeren Brandungswellen hindurch und dann heißt es paddeln was das Zeug hält! Ca. eine halbe Stunde brauchen wir bis zur Insel, wo der Guide gleich ins Wasser geht um zu kucken, wie die Schnorchel-Verhältnisse sind. Super! Viele Fische meint er. Also nix wie rein! Erst mal sehen wir gar nix. Keine zwei Meter weit. Dann wird es etwas besser, aber bis auf ein paar einsam herumschwimmende Fische sehen wir nix. Das Riff an sich ist auch nicht besonders spektakulär. Das witzigste ist noch, dass man sich nicht groß bewegen muss, die Wellen tragen einen quasi über das Riff. Bei jeder größeren Welle ist man danach 10 m weiter… Schließlich reicht’s. Am Strand der Insel gibt es noch frische Ananas und Banane. Vom Felsen oben kullern ein paar Brocken herunter, als ein größerer Iguana den Berg runterrennt. Wir werfen ihm und zwei kleineren Artgenossen die Reste der Ananas hin, über die sie sich sogleich hermachen. Dann paddeln wir wieder zurück an den Strand, wo wir im Kajak von einer großen Welle erwischt werden und diese entlang „surfen“. Dann müssen wir allerdings ein Notbremsmanöver starten, weil da ein Pärchen im Wasser steht und wir mit ordentlichem Speed genau auf sie zufahren und – platsch – liegen wir im Wasser. Aber damit haben wir ja Erfahrung! ;-) Danach hüpfen wir noch einmal in die schönen Wellen und laufen dann zum Hotel zurück. Das viele Paddeln hat ganz schön hungrig gemacht, daher essen wir zusammen eine Pizza, bevor wir Siesta machen. Nachmittags gehen wir nochmal schwimmen und dann probieren wir die nächste „Soda“ aus zum Abendessen.

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Heute heißt es wieder mal früh aufstehen! Da wir die Straßenverhältnisse nicht so genau kennen, müssen wir früh los, damit wir pünktlich in Nosara sind, wo wir eine Canopy-Tour bei „Miss Sky Canopy“ gebucht haben. Der Weg ist der gleiche wie zur Flying Crocodile Lodge, wir müssen wieder durch den Fluss fahren. Als wir ankommen, sind schon einige Leute da, zum Teil schon mit Helmen und Gurten ausgestattet. Wir bekommen auch unsere Ausrüstung und fahren dann auf der Ladefläche eines Trucks ca. eine halbe Stunde in die Berge. Die Straße besteht hier nur aus Schlaglöchern und wir werden ordentlich durchgeschüttelt! Oben angekommen kriegen wir eine kurze Einweisung, wie wir uns festhalten müssen und wie bremsen und dann geht es auch schon los! Die erste Zip-Line ist gleich die längste: 750 m „fliegen“ wir über den Regenwald! Nach dem ersten „Flug“ müssen wir einen kurzen Weg laufen um etwas Höhe zu gewinnen. Teils alleine, teils fliegen wir zusammen, manchmal mit einem der Guides, die alle ziemliche Spaßvögel sind und ständig einen Haufen Blödsinn machen, z. B. drehen sie einen an dem Gurt an dem man hängt mehrfach, damit man einen schönen 360°-Blick auf die Umgebung genießen kann… Nach 12 Zip-Lines gibt’s eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall, wo man im angestauten Becken schwimmen kann. Nochmal ein kurzer Flug, dann ist das Vergnügen schon vorbei und es geht die gleiche Holperstrecke wieder zurück. War schön, aber teilweise waren die Flüge schon bissle langsam! Etwas schneller hätte es schon sein können, damit man wirklich „100% Adventure“ erlebt, wie angekündigt! Wir wollen heute noch bis nach Monteverde, einem Nationalpark mit vielen Nebelwäldern kommen, deshalb machen wir uns gleich auf den Weg. Die Holperstraßen sind echt anstrengend zu fahren! Unserem doch etwas untermotorisierten Auto machen die Berg-Talstrecken ganz schön zu schaffen, deshalb kommen wir nicht ganz so schnell voran, wie wir das gerne hätten. Aber nach endlosen Kilometern treffen wir dann wieder auf eine geteerte Straße! Hier essen wir in einer „Soda“ richtig lecker zu Mittag. Riesige Portionen zu vernünftigen Preisen. So haben wir das gern! Schließlich kommen wir auf die Panamericana und stehen erst mal eine halbe Stunde im Stau. Aber so richtig. Wegen Brückenarbeiten wird einfach mal die halbe Straße gesperrt und dann nur im 30-Minuten-Takt die Fahrtrichtung geändert. Durch den Stau kommen wir erst in völliger Dunkelheit in Santa Elena an, wo wir uns im „Montelena Hostel“ direkt mitten in der Stadt einquartieren. Wir unterhalten uns noch ein bisschen mit den anderen Backpackern über mögliche Aktivitäten hier in Monteverde, bevor wir k. o. von dem ganzen Gerüttel schlafen gehen…

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Das Frühstück im Hostel ist ganz gut, es gibt Toast, Marmelade und frische Wassermelone und richtig guten Kaffee. Monteverde ist auch bekannt als Kaffee-Anbau-Gebiet. Wir buchen kurzfristig noch eine „Hanging-Bridges-Tour“ für 10:30 Uhr und planen dann noch ein bisschen die weiteren Tage. Mit etwas Verspätung werden wir abgeholt und fahren in einem großen Bus mit ca. 25 Leuten in die Berge. Hmm. Soviel zu „max. 6 Personen“! Bei einem Stopp am Canopy Center steigen dann aber alle bis auf 6 Personen aus. Super! Je weiter wir nach oben fahren, desto schlechter wird das Wetter. Nun ist uns auch klar, warum das Ganze „Nebelwald“ heißt!!! Da in der Stadt unten die Sonne richtig warm war, haben wir leider unsere Jacken im Hostel gelassen. Das war ein Fehler! Unser Guide Sergio führt uns durch den Wald und über insgesamt acht Hängebrücken und erklärt die verschiedenen Bäume und Pflanzen. Wir sehen auch einige Tiere, eine Rotknie-Vogelspinne locken wir mit Hilfe eines kleinen Zweigs aus ihrer Höhle. Außerdem sehen wir Stabheuschrecken, einen Nasenbären, einen kleinen grünen Iguana, und einen „Aguti“. Sergio erzählt uns, dass die Agutis eigentlich immer zu zweit unterwegs sind, weil sie eine lebenslange Partnerschaft eingehen. Auf unsere Nachfrage, warum dieser Aguti dann alleine herumläuft, grinst er und meint: „Vielleicht ist er einfach zu hässlich und hat deswegen keine Freundin“. Nee, ist klar! Zum Abschluss des Trails klettern wir auf die letzte Brücke durch einen hohlen Baumstamm hoch. Eigentlich ist es kein wirklicher Baumstamm, sondern das Gerüst einer Würgefeige, die sich um einen Baum geschlungen und diesen schließlich „erwürgt“, also Licht und Nährstoffe entzogen hat. Der Baum stirbt ab und übrig bleibt nur das hohle Gerüst. Zurück in der Stadt gehen wir im „Tree House Café“ einen leckeren Kaffee trinken, bevor wir noch unsere Unterkunft in Bahia Drake Bay buchen. Dann laufen wir zu einem Aussichtspunkt um von dort den Sonnenuntergang in Richtung der Bucht von Nicoya am Pazifik anzukucken. Fast kommen wir zu spät, aber wir können noch die glutrote Sonne versinken sehen. Im Restaurant „Amigos“ gehen wir anschliessend etwas essen.

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Hier das ganze Album:

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