Beach Cruising in Tulum
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Zum Frühstück setzen wir uns ins Starbucks mit einem leckeren Kaffee und beobachten die vorbeilaufenden Touris. Das ist unterhaltsamer als so mancher Film! Schließlich laufen wir auch noch ein Stückchen die Straße runter und von dort den Strand entlang zurück zum Hostel. An diesem Abschnitt sollen sich laut Reiseführer die barbusigen Blondinen bräunen und Florian meint, das Schauspiel müssen wir auch unbedingt mal gesehen haben. Zu seinem Pech sind die meisten aber wohl noch beim Frühstück. Wir checken aus und stellen fest, dass der nächste Bus nach Tulum in 15 min fährt. Das passt genau um zum Busterminal zu laufen und die Tickets zu kaufen! Nach ca. 1 h kommen wir in Tulum an, leider schmeißt uns der Fahrer bei den Ruinen raus und nicht in der Stadt, so dass wir das Hostel was wir uns rausgesucht haben nicht finden. Und kennen tut’s auch niemand. Außer einer, der meint, so ca. 5 min in Richtung Ruinen, da wäre es. Wir laufen und laufen und es kommt nix. Zumindest keine Unterkunft. Bei 30° C und mit komplettem Gepäck ist das nicht gerade ein Vergnügen! Schließlich fragen wir einen Taxi-Fahrer, ob es am Strand nicht halbwegs günstige Cabanas gibt und wie weit es ist. So 4 km, ist die Antwort. Ächz! Nix wie rein ins Taxi und hinfahren. Leider ist das Hotel in das er uns bringt schon ausgebucht und außerdem bissle über unserem Budget. Und die wirklich günstig aussehenden Strandhütten nebenan werden gerade renoviert. Schließlich fahren wir zurück in die Stadt um dort nach einem Hostel zu kucken. Die ersten drei Backpacker, die wir anfragen, sind voll. Na ganz toll! Also Plan B: Direkt neben dem einen Hostel gibt es einen Roller-Verleih, allerdings ist gerade niemand da. Wir treffen dort ein Ami-Pärchen, die dort auch schon eine Weile warten. Sie haben einen Roller vom anderen Verleih direkt am Strand gemietet. Für den nächsten Tag wollen sie hier ein etwas größeres Motorrad mieten. Da sie ihren Roller um 18:00 Uhr wieder abgeben müssen, haben sie nun keine Zeit mehr zu warten. Der Typ nimmt aber netterweise Florian mit, damit wir dort einen Roller mieten können. Den Pass als Pfand, das Geld auf den Tisch, hier der Schlüssel, da steht der Roller und los geht’s. Nach dem Führerschein fragt keiner. Juhu, wir haben einen Roller! Sonst würden wir hier echt nicht vom Fleck kommen oder ständig ein Taxi brauchen. Florian fährt los ein Hostel suchen und wird auch recht schnell fündig. Schließlich haben wir unser Zimmer im Hostel „Las Ruinas“ bezogen und machen uns auf in Richtung „Parque Dos Aguas“, wo es wieder ein paar Essensstände gibt. Für Florian gibt’s Hamburger, für Liane „Tortas con Asado“ (Baguette gefüllt mit gegrilltem Geschnetzeltem und Kraut). Zum Dessert gibt’s einen Becher Flan und ein Marquesita mit Nutella. Die Einheimischen hier essen das meistens mit Nutella und Käse! Florian bestellt zum Testen eine Hälfte mit Käse, aber ohne ist dann doch besser… So gestärkt kehren wir ins Hostel zurück und schlafen bald ein, da wir am Morgen pünktlich um 8:00 Uhr bei den Ruinen sein wollen!
Wir stehen früh auf, zunächst will der Roller nicht anspringen, aber schließlich stellt Florian fest: „Ha, den konn ma jo au o-dabbe!“ ;-) Tatsächlich läuft der Roller daraufhin wie eine Eins und wir fahren los zu den Ruinen. Da wir es eilig haben, übersehen wir eine geschlossene Schranke und hören plötzlich jemanden brüllen. Der Typ von der Touri-Info kommt uns schon entgegen und will uns einen Strafzettel ausstellen, weil wir auf „Nationalpark-Gebiet“ gefahren sind und hier angeblich nur offizielle Fahrzeuge rein dürfen. Da aber gleichzeitig ein Taxi und noch ein weiteres Auto durchfahren, glauben wir ihm kein Wort und geben ihm keine Daten von uns. Wir sind doch nicht doof! Vom „offiziellen“ Parkplatz laufen wir noch ca. 1 km zu den Ruinen, wo wir fast die ersten Touris sind. Die Maya-Ruinen sind nicht sooo arg spektakulär, liegen aber echt schön direkt am Meer. Erbaut wurden sie in der Zeit vom 12.-15. Jahrhundert. An einigen Tempeln sind Fresken, vor allem von Tieren zu sehen. Als wir nach gut 1 h wieder rauslaufen, kommen uns schon Scharen von Touristen entgegen. Damit wäre unser Kulturprogramm hier beendet und wir gehen zum gemütlichen Teil über. Mit dem Roller fahren wir zuerst an einen Strand der „Playa Palmas“ heißt, tatsächlich gibt es unzählige Palmen und ein kleines Hotel-Restaurant, das „La Vita e Bella“, wo wir uns ein kleines Frühstück gönnen. Dann legen wir uns gemütlich in den Schatten und hüpfen zur Abkühlung gleich ins kühle karibische Meer. Echt erfrischend und das Wasser ist unglaublich klar! Die Wellen sind genau richtig, nicht zu groß, aber es macht Spaß in sie hineinzuspringen. Wir lassen uns noch ein bisschen in der Sonne trocknen und fahren dann weiter, immer die Küste entlang. Nach ca. 3 weiteren Kilometern halten wir beim Hotel Playa Azul an und gehen durch die Lobby durch an den nächsten Strand. Der ist genauso schön breit und weiß-sandig wie der erste, aber das Wasser ist nicht so klar, weil allerlei Algen und Zeugs drin herumschwimmen. Ein Mittagsschläfchen am Strand ist angesagt. Wir finden ein Plätzchen an dem zwei Kokos-Palmen Schatten spenden, aber keine Gefahr besteht von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen zu werden. Ganz am Ende der Hotelzone soll es auch Strände ohne Hotels und ohne Touris geben, daher fahren wir weiter und kommen schließlich auf eine ungeteerte, hauptsächlich aus Schlaglöchern bestehende Straße, die in das Naturschutzgebiet „Sian Ka’an“ führt. Die Schranke ist offen, das Wärterhäuschen nicht besetzt, heute ist wohl freier Eintritt. Wir fahren weiter, bis zur ersten Abbiegung in Richtung Strand. Dieser ist nicht ganz so breit wie bei den Hotels, dafür aber das Meer umso klarer und es sind tatsächlich keine Touris, sondern nur ein paar Einheimische hier. Wir springen gleich ins Meer und planschen solange bis die Sonne hinter dem Palmenwald verschwindet. Dann machen wir uns schnell auf den Rückweg, damit wir die Schlaglöcher noch gut sehen können! Im „La Zebra“ setzen wir uns dann gemütlich in die Strandbar und trinken einen Sundowner, bevor wir pünktlich um 18:00 Uhr den Roller abgeben. Da wir nicht mehr tanken waren, berechnet uns der Typ ohne die Anzeige anzukucken pauschal 3 US$ und damit ist gut. Wir fahren mit dem Taxi zurück in die Stadt, erkundigen uns beim Busterminal noch für den nächsten Tag nach den Fahrplänen. Auf dem Rückweg zum Hostel fängt es nach 300 m an zu regnen. Wir bringen das Zeug ins Zimmer und wollen dann irgendwo was essen gehen. Als wir aus dem Hostel rauskommen, regnet es was das Zeug hält und die Straßen sind komplett überflutet. Daher entscheiden wir uns kurzerhand für den Italiener genau neben dem Hostel.
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Nachdem wir uns am Busterminal das Ticket für nachmittags geholt haben und in einer superlecker duftenden Bäckerei eingekauft haben, nehmen wir ein Taxi an den Strand. Wir sagen dem Fahrer, wir wollen an den schönsten Strand Tulums… und landen am „Playa Paraíso“, einem wirklich paradiesischen Strand, allerdings ganz schön viel los hier! Aber egal. Nach einem kleinen Strandspaziergang legen wir uns in den Schatten der schönsten Palme des Strandes und lesen. Dadurch werden wir nun aber mehr oder weniger unfreiwillig mit zum beliebtesten Fotomotiv der vorbeikommenden Touris. Später hüpfen wir noch kurz ins Wasser zum Abkühlen. Um 15 Uhr steigen wir in den Bus nach Chichén Itzá und nach fast zwei Stunden werden wir direkt an den Ruinen abgesetzt, wo gerade tausende Touris herausströmen. Wir treten gleich die Flucht an und laufen die 1,5 km bis in den kleinen Ort „Piste“, wo es einige Hostels und Restaurants gibt. Das erste günstige Unterkunft ist die „Posada Chac-Mool“, sieht nicht so übel aus und ist ja nur für eine Nacht. In einem Restaurant nebenan gibt es ein kleines Buffet mit lokalen Spezialitäten, das ist jetzt genau das Richtige, denn das bedeutet wir können gleich loslegen! Zwischendurch kommen zwei Frauen und ein Mann, traditionell verkleidet, in das Restaurant, machen ohrenbetäubend laute Musik an und „tanzen“ für die wenigen anwesenden Touristen. Das erste soll wohl eine Art Stepptanz sein, das zweite wird ein „Balancier-Tanz“, mit Bierflaschen auf dem Kopf. Na klasse, das hat uns gerade noch gefehlt!
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Da die Ruinen von Chichén Itzá auf dem Plan von wirklich JEDEM Yucatan-Touri steht, lohnt es sich ganz bestimmt früh aufzustehen. Wir holen uns im Supermarkt einen Café und einen Schokoriegel als schnelles Frühstück und machen einen Spaziergang zu den Ruinen. Dort angekommen, fährt gerade das erste Auto auf den Parkplatz, an der Kasse sind genau 4 Leute vor uns. Komischerweise gibt es hier zwei Kassen. Neben dem normalen Eintrittspreis gibt es nochmal eine zusätzliche staatliche Abgabe, die aber getrennt kassiert wird!? Na, so kann man natürlich auch zu Geld kommen. Sollten sich die Deutschen für Schloss Neuschwanstein vielleicht auch mal überlegen! ;-) Da uns der Guide zu teuer ist, erkunden wir Chichén Itzá auf eigene Faust. Was letztendlich auch besser ist, denn so können wir überall warten, bis wir quasi keine Leute mehr auf den Fotos haben. Ist zwar ein Geduldsspiel, denn immer, wenn ein störender Touri wegläuft kommt ein anderer. Aber zumindest die erste Stunde ist es noch ziemlich ruhig und wir können die Ruinen fast ungestört genießen. Das Gebiet der Stadt Chichén Itzá erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 15 Quadratkilometern, wobei die Hauptruinen nahe beieinander liegen. Sie gehört der späten Maya-Kultur an und wurden vermutlich um 500 n. Chr. von den Itzá, einer Maya-Gruppe aus Guatemala, erbaut. Es sind allerdings ganz unterschiedliche Architekturstile zu sehen, teilweise sind die Funktionen der Bauten bis heute unklar. Im Zentrum der Tempelanlagen befindet sich das bekannteste Bauwerk die 24 Meter hohe Pyramide des Kukulkán. Sie hatte wohl ausschließlich religiösen Nutzen. Wenn man direkt in der Mitte einer Seite der Pyramide steht und in die Hände klatscht, hört sich das Echo an wie ein Pistolenschuss. Hätten wir gar nicht gemerkt, wenn die Tour-Guides das nicht ständig ihren Touris vorgeführt hätten. Auf dem Gebiet gibt es auch zwei Cenoten, die die Stadt mit Wasser versorgten. So um 10:00 Uhr ist dann auch Schluss mit lustig: Mittlerweile haben ca. 1500 – 2000 Verkäufer (laut Aussage eines Angestellten an der Kasse) ihre Stände an allen Wegen aufgebaut und werben lautstark für ihre meist hässliche und kitschige Ware. Wir sehen zu, dass wir noch die restlichen Ruinen ankucken und dann ganz schnell verschwinden. Den Weg zum Ausgang müssen wir uns bahnen, da mittlerweile wohl die vielen Busse aus Cancun oder sonst woher angekommen sind! Der Eingangsbereich ist komplett voll, an der Kasse stehen min. 200 Leute Schlange… Aaaaahh! Wir beglückwünschen uns gleich mal gegenseitig dafür, dass wir so früh hergekommen sind, denn so macht das ja wohl echt keinen Spaß! Zurück im Hostel schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns auf in Richtung Bushaltestelle, bzw. unterschiedliche Leute haben uns gesagt, wir müssen nur an den Straßenrand stehen und dem weißen „Oriente-Bus“ mit Aufschrift Mérida winken. Alles klar! Ein großer Grill vor dem „Los Pájaros“ mit lecker duftenden Hähnchen drauf erinnert uns daran, dass das Frühstück ziemlich mager ausgefallen ist und so lassen wir den gerade kommenden Bus durchfahren und essen erst mal was. Der Kellner meint zudem, dass die alle halbe Stunde durchfahren, also stehen wir eine halbe Stunde später an der Straße, aber es kommt keiner. Nach einer Stunde sehen wir dann endlich den Bus kommen, wir winken, der Busfahrer schüttelt den Kopf. Sch…! Wir rennen los und sehen ca. 200 m weiter das Schild vom Busterminal, wo der Bus gerade hält. Gerade als wir direkt neben ihm stehen, fährt er los. So ein Depp! Also kaufen wir uns Tickets für den nächsten Bus um 13:15 Uhr, welcher „pünktlich“ um 13:45 Uhr kommt. Die Klimaanlage ist auf „Sibirien“ eingestellt, es ist unglaublich kalt! Zur Unterhaltung steigt zwischendurch ein Gitarrenspieler ein, der zwei Lieder singt dann Geld einsammelt und wieder aussteigt. Nach 2 ½ h kommen wir total durchgefroren in Mérida an, wo wir mit dem öffentlichen Bus weiterfahren ins Zentrum. Während Liane mit dem Gepäck an der zentralen „Plaza de la Independencia“ wartet, macht sich Florian auf Hostel-Suche, was sich als ziemlich schwierig herausstellt, da fast alles ausgebucht oder zu teuer ist. Als es dunkel wird, haben wir dann aber endlich eine Bleibe gefunden und das Zimmer bezogen. Es ist sogar zur Abwechslung mal ein richtiges Hotel. Das „Dolores Alba“ macht von außen zwar nicht viel her, unten drin ist ein Stacheldraht-Laden!? Es hat aber einen schönen Innenhof und einen Pool! Florian hat gut verhandelt und wir müssen nicht viel mehr zahlen als für ein Zimmer im Backpacker. Das Hähnchen von mittags hat nicht so lange satt gemacht, deshalb machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Wir beschließen mal wieder „richtig“ essen zu gehen und nicht an einem Straßenstand und finden das Restaurant „Amaro“, welches sehr gemütlich aussieht, mit romantischem Innenhof mit Baum. Einiges los ist auch. Der Kellner bringt uns sogar noch zwei Tequila für umsonst als Aperitif…
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Hier das ganze Album:
Ahh, so schön! Ich will auch an so nen Strand!
Aber wenigstens hatten wir die letzten zwei Tage auch endlich mal Frühling hier in Baden.
Grüßle Silvia