Scenic Flight am Milford Sound
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Wir stellen den Wecker auf eine frühe Uhrzeit. Aber leider bringt das nix, denn das bedeutet immer nur, dass dieser ein paar mal öfter weggedrückt wird, damit er dann 8 Minuten später wieder klingelt… So auch heute, wo wir die Fahrt zum berühmten Milford Sound vor uns haben. Insgesamt 120 km einfache Strecke. Die Sonne ist schon da als wir endlich loskommen, zunächst müssen wir aber noch kratzen: die Frontscheibe des Autos ist komplett zugefroren! Echt der Hammer. Über dem See liegt ein Nebelschleier… sieht toll aus! Diesen Nebel sehen wir dann noch fast die ganze Fahrt über den Feldern hängen. Das Gebiet um den Milford Sound ist wohl eines der regenreichsten der Erde mit jährlich über 8000 mm Niederschlag. Wir machen ein paar Fotostopps, aber schon bald wird es uns zu doof, weil wir quasi von Reisebussen voller Japaner, Chinesen und sonstigen Touris gejagt werden, die uns dann im Foto rumstehen. Als wir am Milford Sound ankommen, ist dann superschönes Wetter. Da wir für den nächsten Tag eine Cruise auf dem Doubtful-Sound gebucht haben, wollen wir hier nicht unbedingt aufs Wasser. Sondern viel lieber in die Luft! Die gute Frau an der Info von Real Journeys erklärt uns, dass ein „Scenic Flight“ eigentlich nur mit vorheriger Buchung möglich ist, weil sie das Benzin wohl extra von Queenstown liefern lassen müssen. Aber nach einem kurzen Telefonat mit dem Chef meint sie, dass sie es doch hinbekämen, aber sie brauchen mindestens drei Leute. Also gehen wir auf die Suche nach einem weiteren Passagier. Leider haben quasi alle, die hierher fahren schon eine Cruise gebucht. Nach einer Stunde reden wir noch mal mit der Tante am Schalter, die jetzt meint wir könnten ja auch eine Tour mit dem Heli machen zum gleichen Preis. Der Pilot ist quasi schon startklar. Letzten Endes laufen wir also schnell zum Flugplatz. Kurz bevor wir dort sind, sehen wir den Heli wegfliegen. Was soll das denn jetzt? Als wir ankommen landet gerade eine kleine Maschine. Wir kommen mit der Pilotin Jeanny ins Gespräch, die schon von 3 Passagieren erwartet wird. Zwei Plätze sind noch frei, jeder bekommt einen Fensterplatz, es geht sofort los. Wir zögern kurz. Sie geht gleich mal 100 NZD mit dem Preis runter. Ok, gebongt! Keine Minute später sitzen wir auf den engen Plätzen der Cessna 206 und heben ab. Zunächst fliegen wir durch den Milford Sound raus auf das Meer, entlang der riesigen zerklüfteten Berge, über dunkelblaue still daliegende Bergseen und von vergangenen Gletschern geformte Täler. Zum Abschluss fliegen wir noch direkt am Mini-Gletscher vorbei und landen nach ca. 30 Minuten wieder wohlbehalten auf dem kleinen Flugplatz. Wir bedanken uns bei Jeanny und sind froh, dass wir mit ihr geflogen sind und nicht mit der großen Company, die massenweise die Leute in die Luft bringt. Wir laufen noch auf einen kleinen Hügel mit einem nicht so wahnsinnigen Aussichtspunkt hoch. Nach einem Cappucchino fahren wir zurück nach Te Anau, wo wir uns eine halbe Stunde hinlegen. Dann brauchen wir unbedingt was zu Essen. Im Ort treffen wir Cornelius und gehen mit ihm Pizza essen bei „Toni’s“.
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Heute steht die Kreuzfahrt auf dem Doubtful-Sound an. Es ist total neblig. So ein Mist! Wir trinken einen Kaffee im „Sandfly Café“ und fahren pünktlich auf 12:00 Uhr nach Manapouri. Mittlerweile ist auch der Himmel blau, wie bestellt! Wir können direkt einchecken und kurze Zeit später bringt uns die Fähre einmal quer über den Manapouri Lake. Hier gibt es das größte Wasserkraftwerk Neuseelands, welches ein Teil der Passagiere besuchen. Der Rest wird auf zwei Busse verteilt und über den Pass zum Doubtful-Sound gebracht. Mit Foto-Stopp und super Blick auf den Sound und die umliegenden Berge. Auf dem „Fjordland Navigator“, einem dunkelblau-weißen traditionellen Segelschiff, bekommen wir eine kurze Begrüßung vom Kapitän Dave in der Lounge und dann können wir die Kabinen beziehen, bzw. in unserem Fall den Dorm. Das sind einfach jeweils zwei Hochbetten in einem Raum, der vom Flur nur durch einen Vorhang getrennt ist. Wir teilen den Raum mit Vroni und Konstantin aus München. Allerdings verbringen wir hier eh nicht viel Zeit. Zunächst gibt es im großen Speise- bzw. Aufenthaltsraum Kaffee, Tee und frische Muffins. Dann setzen wir uns auf das große Deck und genießen die Landschaft. Sieht echt spektakulär aus, diese hoch aufragenden Berghänge und das still daliegende dunkelblaue Wasser. Schließlich fahren wir in einen Seitenarm des Sounds, den „Crooked Arm“ und halten an. Das Nachmittagsprogramm besteht aus zwei Möglichkeiten: Bootstour mit Naturguide Jason oder Kajakfahren. Florian entscheidet sich fürs Kajak, Liane aufgrund einer schlimmer werdenden Erkältung für die Bootstour. Die Route ist eigentlich die gleiche, nur auf dem Boot erzählt Jason interessantes zur Umgebung und Flora und Fauna, z.B. über die Entstehung der Gegend durch Erdbeben und dergleichen. Er zeigt Steine und erklärt, warum manche schwarz-weiß gesprenkelt sind und warum manche einen roten Farbton haben. Und er zeigt klitzekleine Orchideen die auf bemoosten Bäumen wachsen. Sie verströmen einen viel stärkeren Duft als ihre großen Verwandten. Zurück an Bord kann jeder der will vom untersten Deck des Schiffes in den 17 °C „warmen“ Sound springen. Florian macht’s tatsächlich. Brrr! Zum Aufwärmen gibt es dann auch gleich im Anschluss eine heiße Suppe. Dann heißt es weiter auf Deck Ausschau halten nach den Delfinen… :-) Leider tauchen keine auf. Wir erreichen die tasmanische See, hier herrscht ein unglaublicher Nebel, die Sonne beleuchtet die Wolken von hinten. Das Licht wirkt ganz unwirklich. Der Kapitän macht eine Durchsage und meint, dieses Phänomen haben sie ganz, ganz selten. Jason steht auch an Deck und erzählt weitere Geschichten. Plötzlich entdecken wir kleine blaue Pinguine neben dem Schiff. Sie sind aber ganz schön scheu und tauchen gleich wieder ab und weiter weg wieder auf. Dann drehen wir um und auf der Rückfahrt in den Fjord hinein kommen wir an einer flachen Felsengruppe vorbei, auf der faul einige „Fur Seals“ herumliegen. Die hatten wir ja im Abel-Tasman-Nationalpark schon gesehen. Richtig nah kommen wir eh nicht ran und der Nebel macht es auch nicht besser. Außerdem ist es nun schweinekalt! Also nix wie rein zum Aufwärmen bei einer weiteren Tasse Tee. Nach einiger Zeit erreichen wir den Ankerplatz für diese Nacht, den „Bradshaw Sound“. Dann wird das Abendbuffet aufgebaut und schließlich freigegeben. Wahnsinn! Die Tische werden der Reihe nach aufgefordert sich zu bedienen. Das finden wir sehr gut, nach dem das Buffet auf der Albatros ja immer Kriegs-Schauplatz war, verzichten wir gerne auf eine weitere Erfahrung dieser Art! ;-) Und das Buffet ist absolute spitze! Es gibt verschiedene Salate, geröstetes und gedämpftes Gemüse, Reis, Hähnchenschlegel in Erdnuss-Curry-Soße, geräucherter Lachs, frische Muscheln in Zitronen-Weißwein-Soße und zwei verschiedene Braten: Rind und Lamm. Beide perfekt rosa in der Mitte. Wow! Da muss unbedingt eine zweite Runde her. Obwohl wir nun schon ziemlich satt sind, lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, uns auch noch durch das Dessert-Buffet zu futtern. Mit typischen, süßen Kuchen und einem warmen Dessert mit verschiedenen Beeren und Vanillesoße. Nach dem Essen gibt es noch eine unterhaltsame Präsentation von Jason über die Pflanzen, Tiere und Menschen in Neuseeland. Teils nicht so ganz ernst gemeint und sehr lustig vorgetragen. Im Anschluss kugeln wir uns in unsere Koje und schlafen sofort ein…
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Um 6:15 Uhr springt der Motor des Schiffes an. Draußen ist es noch stockdunkel. Wir fahren aus dem Seitenarm, in dem wir übernachtet haben wieder hinaus auf den Doubtful-Sound. Ganz langsam wird es hell und man kann die Konturen der Berge um uns herum erkennen. Ein richtig schöner Sonnenaufgang bleibt uns leider verwehrt, dafür gibt es zu viele Wolken! Das Frühstücksbuffet ist super: Rührei und Speck, gebackene Tomaten, Bohnen und Würstchen. Dazu Toast, Marmelade, Joghurt und Kaffee. Den Abschluss der Tour bildet eine kurze Fahrt in den „Hall Arm“ des Fjords. Sämtliche Lärmquellen des Schiffes werden ausgeschaltet und so wird der Augenblick zum „Sound of Silence“. Zumindest für drei Minuten ist es verboten Fotos zu machen oder zu reden. Es sind nur die Geräusche der Natur zu hören: das Plätschern des kleinen Wasserfalls in der Nähe und das Zwitschern der Vögel. Dann brummt der Motor wieder los und wir fahren das restliche Stück zurück zum Hafen, wo wir schon von den Bussen erwartet werden. Über den Pass, auf die Fähre über den Lake Manapouri. Gegen Mittag sind wir wieder am Auto und fahren die ganze Strecke zurück nach Queenstown. Und das nur, weil ein Päckchen aus Deutschland doch etwas länger gebraucht als geplant und wir es jetzt dort im Post Office abholen müssen. Die Rückkehr nutzen wir natürlich dazu noch einen Ferg-Burger zu verputzen. Der ist aber auch echt lecker! Danach gehen wir in die Eisbar „Below Zero„. Eigentlich kostet das Vergnügen 20 NZD, aber im Internet konnte man ein bestimmtes Kontingent für 1 NZD bekommen. Da haben wir natürlich zugeschlagen. An der Kasse bekommen wir dicke Winterjacken verpasst und Handschuhe, denn in der Bar herrschen eiskalte -8°C! Außer uns ist gerade niemand sonst da. Wir nutzen die Gelegenheit für ein kurzes Fotoshooting. Dann bestellen wir uns zwei Cocktails, „Happy Feet“ und „Arctic Kiss“, stilecht im Eis-Glas serviert. Da muss man nur schnell trinken und aufpassen, dass einem die Lippen nicht am Glas festkleben! Die Eis-Bar ist aus 35 Tonnen Eis hergestellt und damit die größte im australasiatischen Raum. Es gibt unterschiedliche Eis-Tische und Skulpturen, die alle paar Sekunden mal gelb, mal rot, mal blau, etc. angeleuchtet werden, dazu mit Fellen belegte Bänke und sogar einen Kamin, in dem ein Feuer lodert. Ganz nett, aber keine 20 NZD Eintritt wert! Wir trinken leer, zerschmettern unser „Glas“ in einer dafür bereitgestellten Tonne und gehen raus, bevor uns irgendwelche Zehen abfrieren. Solche Kälte sind wir echt nicht mehr gewohnt! Draußen ist es schön warm, zumindest im direkten Vergleich, auch wenn es mal wieder anfängt zu tröpfeln. Das Zeichen für den Heimweg, zumal Lianes Erkältung sich mittlerweile von Halsweh in triefende Nase und Husten gewandelt hat…
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Hier das ganze Album: