Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Wildlife in den Catlins

26. März 2012 | Allgemein, Neuseeland

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Die erste Frage des Tages lautet: Was sollen wir bloß zum Frühstück essen? Ganz klar: Allerletzte Chance auf einen Ferg-Burger! Wir teilen uns natürlich einen, aber nur damit wir zum Dessert noch eine leckere Apfel-Zimt-Schnecke beim Bäcker gegenüber holen können. Mit einem großen Cappuccino ausgestattet machen wir uns nun also auf den Weg ganz in den Süden. Wir fahren aber gleich durch Invercargill durch nach Bluff, seines Zeichens der südlichste Zipfel Neuseelands. Hier gibt es im Vergleich zum nördlichsten Zipfel aber leider nicht viel zu sehen, der Aussichtspunkt zu Stewarts Island ist ein ziemlicher Witz. Theoretisch hat unser Reiseführer noch das „Paua Shell House“ versprochen, in dem ein altes Pärchen Muscheln aus aller Welt gesammelt hat und die Wände des Wohnzimmers komplett mit den großen, grün-blau leuchtenden Paua-Schalen geschmückt hat. Das Haus ist zwar noch da, aber die ganzen Muscheln sind mittlerweile im Museum in Christchurch. Die Inhaberin des Supermarkts neben dran muss fast weinen, als sie Florian die Geschichte erzählt, wie die Erben sich gestritten und schließlich in einer Nacht und Nebel-Aktion das Haus geräumt haben. Das war also nix. Aber es gibt noch was zu probieren, zumindest für Liane: die „world famous“ Bluff-Austern. In der Fabrik gibt es die Dinger leider nur im Dutzend. Daher gehen wir in ein kleines Restaurant und Liane probiert zwei „roh“ und zwei in Teig gebacken. Sind gar nicht mal so schlecht, aber ein Dutzend davon wäre echt zuviel des Guten gewesen. Wir fahren weiter den Scenic Highway entlang nach Owaka. Unterwegs laufen wir noch einen 10-Minuten-Weg zu einem der „schönsten Wasserfälle Neuseelands“. Nun ja, das ist mal wieder maßlos übertrieben, aber das sind wir ja gewohnt mittlerweile. Nachdem das YHA-Hostel sehr, sehr seltsam war, irgendwie sogar fast gruselig („Hauted House“), finden wir direkt am Strand die echt schnuckelige „Surat Bay Lodge„. Wir kriegen ein tolles Doppelzimmer mit Blick auf den See und den Strand. Im Wohnzimmer gibt es sogar einen Kamin in dem ein schönes Feuer brennt.

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Der Wecker klingelt um 7:15 Uhr. Ausnahmsweise stehen wir mal gleich auf und machen uns auf den Weg zum Strand. Um die Uhrzeit haben wir ihn ganz für uns alleine, zumindest bis wir um die Ecke biegen. Hier liegt ein echt riesiger „Neuseeländischer Seelöwe“ und gähnt uns an. In respektvollem Sicherheitsabstand laufen wir an ihm vorbei. Der hat ja eine richtige Mähne. Wahnsinn! Ein paar hundert Meter weiter robbt bzw. läuft gerade ein silber-grau gefärbtes Weibchen aus den Fluten. Sie ist um einiges kleiner, aber dafür umso aggressiver! Wir sind meterweit von ihr entfernt und trotzdem rennt sie auf uns zu und brüllt. Ist ja ok, wir sind schon weg. Ganz schön schlecht gelaunt, die Gute! Insgesamt leben hier wohl 34 Tiere, plus einige kleine Seelöwchen, die sind aber noch im hohen Gras auf den Dünen versteckt. Ein Kleines liegt ganz am Rand der Düne, bestens bewacht von Papa Seelöwe, der von uns allerdings ziemlich unbeeindruckt ist und die Augen einfach wieder zumacht. Ständig liegen nun Seelöwen wie Baumstämme am Strand herum. Wir laufen bis zum Ende der „Surat Bay“ und dann einen kurzen Weg durch die Dünen und über angrenzende Schafweiden und bekommen so einen tollen Blick auf die Bucht und die Nachbar-Bucht „Cannibal Bay“. Auf dem Rückweg sehen wir noch drei kämpfende ausgewachsene Seelöwen. Da geht es ganz schön zur Sache! Im Backpacker wollten wir eigentlich eine Nacht verlängern, so schön fanden wir es hier, aber leider ist nun Wochenende und daher schon ausgebucht. Echt schade. Aber immerhin können wir noch heiß duschen und in Ruhe frühstücken. Dann fahren wir zur „Jack’s Bay“, hier gibt es theoretisch „Blowholes“, die aber nur ganz selten und unter bestimmten Konstellationen eine Fontäne erzeugen. Wir klettern ein bisschen auf den Felsen am Strand herum und fahren dann weiter in Richtung Osten. Ein Stopp machen wir noch am „Nugget Point„, der sich allerdings als wenig sehenswert herausstellt, da die Wolken wie eine schwarze Wand darüber hängen und der Wind uns fast vom Leuchtturm fegt. Kein gemütlicher Ort. Die Gelbaugenpinguine ein paar Kilometer weiter sind auch nicht zu Hause, also beschließen wir die direkte Durchfahrt nach Dunedin. Hier sind fast alle Backpacker ausgebucht, denn es steigt heute die alljährliche berühmt-berüchtigte „Keg Party“. Der Typ in der Touri-Info schämt sich fast schon ein bisschen und rät uns ab dort hinzugehen. Florian findet aber: das kann kein Zufall sein! Im „Central Backpacker“ bekommen wir die zwei letzen Dorm-Betten im 6-Bett-Dorm. Florian will sich die Party ansehen, Liane bleibt lieber im Backpacker. „The Keg“ ist wie eine kleine Love Parade und findet in der Hyde Street in der Nähe der Uni statt. In der Straße gibt es nur Studentenbuden, für die Party hat jede ein anderes Motto, z. B. „Oktoberfest“, „US Border Control“ oder „Anything but Clothes“… Passend dazu haben sich die Leute verkleidet. Die Straße ist komplett voller Studenten. Gefeiert wird in den Buden, da alle einstöckig sind auch auf den Dächern und natürlich in der Straße. Und alle sind ziemlich dicht, kein Wunder, die Party läuft ja schon seit morgens und Alkohol gibt es hier überall. Als Florian in der Hyde Street ankommt, ist das meiste leider schon gelaufen. Die Polizei versucht die Straße ab 18:00 Uhr abzusperren. Dadurch verlagert sich die Party aber nur, aufhalten lassen sich die Feierwütigen nicht wirklich. Die auswärtigen Studenten veranstalten für die Anreise teilweise sogar eine Rallye bis nach Dunedin. Im letzen Jahr hat sich eine Gruppe von Christchurch als blutverschmierte Metzger verkleidet und ihr Auto (und auch die Radnaben) dazu passend mit (echten!) Schweinsköpfen geschmückt. Dass die Deko schon während der Fahrt verloren gehen sollte, hatte ja vorher keiner ahnen können… Nachdem Florian zurück ist, gibt es zum Abendessen was chinesisches bei „Sampan“, dem wohl schlechtesten Schnell-Imbiss in der Stadt.

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Da wir am Vorabend lange das unglaublicherweise kostenlose Internet genutzt haben, schlafen wir heute mal aus. Es ist sowieso schlechtes Wetter angesagt, daher wird heute zum Foto-Sortier-Tag erklärt. Mittags gibt es ein Mega-Gewitter, mit Hagel, Donner und Blitz! Abends wird mal wieder gekocht. Und unter den wachsamen Blicken von „Gizmo“ der Hostel-Katze gegessen. Der Kater liegt eigentlich meistens faul auf einem Stuhl in der Küche (oder sitzt auch mal im Waschbecken) und wartet auf Streicheleinheiten oder Essen.

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Wir kommen mal wieder später los als geplant. Viel später. Vielleicht sollten wir einfach mal das Planen lassen! ;-) Heute ist wohl „Otago Anniversary Day“. Fast alle Geschäfte in Dunedin haben zu und auch sonst ist nicht viel los. Was genau an dem Tag gefeiert wird, kann uns keiner sagen. Wir fahren jedenfalls auf die Otago Peninsula, die Halbinsel die vor Dunedin liegt. Hier gibt es unter anderem die einzige Burg Neuseelands, das „Lanarch Castle„. Kostet einiges an Eintritt, aber nur die Hälfte, wenn man nur in den Garten geht und die Burg von außen ankuckt. Drinnen ist sie wohl eingerichtet wie aus dem 18. Jahrhundert, da hält sich unser Interesse gerade ziemlich in Grenzen. Und als wäre es noch nicht genug, dass die Sonne, zumindest foto-technisch gesehen ziemlich doof am Himmel steht, parkt kurz nach unserer Ankunft an der Burg, ein fetter Reisebus mit haufenweise Touris direkt vor der Eingangstüre. Und fährt nicht mehr weg. Das ist ja wohl mal frech! Wir fahren daher gleich weiter bis an die Spitze der Peninsula, hier gibt es eine Brutkolonie der Königsalbatrosse. Das sind die größten ihrer Art mit bis zu 3 m Spannweite und 9 kg Gewicht. Im Moment kann man aus einem Ausguck heraus ein Junges von etwa 45 Tagen beobachten. Die Eltern sind aber alle auf Futtersuche und da recht wenig Wind ist, haben wir kaum Chancen, dass gerade einer reingesegelt kommt. In 5 Minuten startet eine 45-Minuten-Tour. Alleine darf man nicht auf das Gelände, man könnte die Albatrosse ja stören. Immerhin bekommt man so noch einige Zusatzinfos von Guide Natalie über die verschiedenen Projekte. Außer einem weiß-flauschigen Federknäuel ein paar Meter vor dem Beobachtungsfenster und zwei weiteren etwas weiter weg, ist aber tatsächlich nix zu sehen. Wir fahren anschließend noch zum „Pinguin Place“, hier gäbe es in einer halben Stunde eine Tour in das Pinguin-Projekt mit Sichtungs-Garantie, aber 50 NZD pro Person sind uns dann doch zu viel, da probieren wir lieber unser Glück an den Stränden entlang unseres Weges, wo die seltenen Gelbaugenpinguine angeblich auch gegen Abend zu ihrem Nest zurückkommen. Wir fahren zurück nach Dunedin, gehen im Foodcourt eine Kleinigkeit essen und machen noch ein bisschen Stadtbesichtigung. Es gibt einige tolle alte Gebäude, besonders die Universität ist echt beeindruckend! Auf unserem Weg in Richtung Norden machen wir noch einen kurzen Abstecher auf den „Signal Hill“, einen Aussichtshügel, der mal wieder nicht hält, was er verspricht, und fahren dann direkt weiter bis nach Moereaki. An einem Strand dort kann man angeblich die Gelbaugenpingus sehen. Es ist nun schon spät am Nachmittag, also eigentlich genau die richtige Uhrzeit dafür. Aber da man nicht an den Strand runter darf, sondern nur bis zu einer Beobachtungshütte, sehen wir nix. Beziehungsweise wir sehen ein paar Fur Seals, aber weit und breit keine Pinguine. Also fahren wir weiter zu den „Moeraki Boulders„. Das sind lustige kugelrunde Steine mit bis zu zwei Meter Durchmesser, die hier am Strand rumliegen. Auch wenn es ein bisschen so aussieht, sind sie nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern entstanden in der Erde, die nach und nach von Wind und Wetter abgetragen wurde und die Boulders rollten dann die Düne hinunter an den Strand. Einige sind auseinander gebrochen, so dass man noch gut die ursprüngliche Zusammensetzung sehen kann. In Oamaru ist unsere letzte Chance auf Pinguine! Und wir müssen uns beeilen, es wird so langsam schon dunkel… Das Navigationsgerät mit Namen Florian versagt mal wieder den Dienst… wobei er natürlich der Meinung ist, dass sich unsere freundliche Navi-Stimme Lisa mal wieder verirrt hat, aber zum Glück gibt es einige Schilder die in Richtung „Pinguine“ weisen. Leider zu den falschen. Nämlich den kleinen, blauen „Zwergpinguinen„, hier darf man wieder nur mit Guide hin. Und fotografieren ist auch nicht erlaubt. Da wir keine Lust haben und mit 20 Japanern oder Chinesen und noch 30 anderen Touris um einen Platz am Aussichtsfenster zu schlagen und dafür auch noch 25 NZD pro Person zu bezahlen, fragen wir nach dem Strand mit den Gelbaugenpinguinen. Die sind auch viel interessanter, denn sie werden bis zu 70 cm groß und sind viel seltener. Der Strand ist nur einen Kilometer weg, also nix wie hin! Hier kann man einfach so zum Aussichtspunkt laufen, obwohl diese Pinguine zu den gefährdeten gehören und ganz besonders scheu und schreckhaft sind. Versteh einer die Neuseeländer! Wie dem auch sei, der Strand ist viel zu weit weg um irgendwas zu sehen, außer den zwei niesenden Seelöwen. Ein älteres Ehepaar steht auch gerade hier und er fragt uns, ob wir den Gelbaugenpinguin in der Nähe des Weges hierher nicht gesehen haben. Äh? Nee! Er läuft mit uns hin. Tatsächlich! Da sitzt ein Gelbaugenpinguin vielleicht 5 m vom Weg entfernt im Gebüsch. Den hätten wir echt voll übersehen! Wer vermutet schon, dass diese Pinguine klettern können?! Sachen gibt’s! Wir schießen hier ein paar Fotos und laufen dann zurück zur Aussichtsplattform. Wir trauen unseren Augen kaum: Direkt vor uns im Gras hockt ein Pinguin-Pärchen! Voll süß! Und dann fangen sie auch noch an zu „knutschen“ oder „schnäbeln“ oder wie immer das bei Vögeln heißt! Als es schließlich immer dunkler wird kuscheln sie sich nebeneinander und machen die Augen zu. Das ist für uns das Zeichen zum Aufbruch. Wir müssen immerhin auch noch einen Schlafplatz für uns finden. Im „Empire Backpacker“ bekommen wir ein Zimmer, mitten in der Stadt in einem alten Haus, eingerahmt von prächtigen weißen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert…

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Hier das ganze Album:

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