Historisches Oamaru
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Nachdem wir gestern nur kurz durch den historischen Teil der ehemaligen Hafenstadt gefahren sind, wollen wir uns heute die Gebäude und Läden genauer ankucken, da diese uns auf den ersten Blick echt gut gefallen haben. Die meisten Gebäude wurden aus weißem Kalkstein, auch Oamaru-Stein genannt, erbaut. Einige der alten viktorianischen Gebäude sind wunderschön renoviert worden. Eines davon ist nun z.B. ein richtig süßes Café, in dem sogar die Einrichtung und die Bedienungen, inkl. Sprache und Benehmen, perfekt in die vergangene Zeit passen. Die Harbour-Street ist quasi die Hauptstraße des historischen Bereichs, dazu kommt noch die parallele Tyne Street. Hier fühlt man sich nun wirklich zurückversetzt in das 14. Jahrhundert. Es gibt hier kleine Läden, vollgestopft mit Krims-Krams. Viele Werkstätten, in denen altes Handwerk weiterlebt. Selbst die Leute, die hier ganz gemächlich ihrer Arbeit nachgehen, scheinen genau aus dieser Zeit zu stammen. Irgendwie erscheint uns das hier alles nicht gespielt, sondern „echt“. Die Gebäude beherbergen zum Teil riesige Räume mit unterschiedlichen Ausstellungen. In einer Werkstatt gibt einen Steinmetz, der den berühmten „Limestone“ in wunderschöne Skulpturen verwandelt. Eine Schneiderin sitzt in ihrem Atelier und näht Kinderkleidung. Am Ende dieser Straße werden wir auf einen bunten Wohnwagen, mit Holzaufbau und Blumenkästen aufmerksam, „Gypsy Fair“ steht groß drauf. Wir laufen hin und fragen nach, was es damit auf sich hat. Der Typ, ein Deutscher namens Thomas, besucht gerade seinen Cousin, der bei einer Weltreise vor einigen Jahren hier hängen geblieben ist. Seither tingelt er 7 Monate im Jahr mit diesem reisenden Markt durch Neuseeland, der jedes Wochenende wo anders Station macht. Mit Freundin und Baby. Der Schwiegervater in Spe organisiert das Ganze. Es gibt insgesamt 35 fahrende Buden mit Essen, Süßigkeiten und Kaffee, aber auch Wahrsager, Feuerschlucker und ähnliches. Hört sich echt gut an, leider ist der Markt erst am Samstag, da sind wir nicht mehr in dieser Ecke unterwegs! Wir dürfen aber den Wagen mal inspizieren. Echt krass! All inklusive, mit Doppelbett, Bad, Küche, kleinem Schweden-Ofen, einer Dachterrasse, etc. Da ist echt mehr Platz drin, als man von außen denkt! Der Cousin kommt gerade zurück, er hat beim Händler die neuen Reifen für den Wohnwagen nachgemessen und stellt nun mit Hilfe eines Maßbandes fest: die Räder sind wohl doch ein bisschen zu groß! Aber kein Problem, was nicht passt, wird passend gemacht: Mit einem kleinen Hämmerchen wird einfach der Radlauf etwas verbreitert! Schließlich geht Florian noch in das „Steampunk HQ“-Museum, während Liane einige Läden nach Souvenirs durchstöbert. Das Steampunk stellt sich als ziemlich abgefahrenes Museum heraus. Vor dem Gebäude gibt es eine riesige Dampflok, die sich nach dem Einwurf von 2 NZD in Betrieb setzt, dann speit sie lautstark Rauch und Feuer. Die Ausstellung besteht aus skurrilen, lärmenden, rauchenden Maschinen mit viel dampf- und zahnradgetriebener Mechanik, bizarren Fahrzeugen, Skulpturen mit Totenköpfen, teufelsähnliche an Schläuche angeschlossene Gnome. Außerdem unwirkliche Bilder und einige Videoinstallationen. Alles wird im düster gehaltenen Gebäude mit Licht und Sound schaurig in Szene gesetzt. Eigentlich schon ganz cool gemacht, viele außergewöhnliche und verrückte Ideen, aber trotzdem eine etwas unheimliche Erfahrung! Insgesamt verbringen wir den halben Tag hier. Weit mehr als geplant. Hätten wir echt nicht gedacht, dass es hier so viele tolle Sachen zu sehen gibt. Und dazu noch strahlenden Sonnenschein, was will man mehr! Jetzt verstehen wir auf jeden Fall, warum Oamaru einst die schönste Stadt der Südinsel war. Nun müssen wir aber mal weiter in Richtung Christchurch. Wir entscheiden uns dann aber dafür, weiter auf die Halbinsel etwas unterhalb abzubiegen und in Akaroa zu übernachten. Der Weg dorthin verspricht tolle Landschaft und wunderbare Ausblicke für die Rückfahrt morgen. Es wird dann aber schon ziemlich schnell dunkel und wir halten an um einen richtig tollen Sonnenuntergang zu genießen. Und der Weg zieht sich ganz schön, aber wir finden recht schnell den Backpacker „Chez la Mer“ und machen uns dann auf, etwas Essbares zu finden. Um kurz nach 21:00 Uhr in Neuseeland fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die wenigen Restaurants, die überhaupt geöffnet sind, haben aber meist die Küche schon geschlossen. Die letzte Möglichkeit ist „Truby’s Bar on the Beach“, hier bekommen wir noch eine schnelle Kürbissuppe und ein paar Pommes. Besser als nix!
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Hier das ganze Album: