Betreutes Trinken in Stellenbosch
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Je weiter wir nach Stellenbosch fahren, desto schlechter wird das Wetter. So ein Mist! Im „Banghoek Place Backpacker“ angekommen schüttet es dann so richtig! Daher machen wir einen Mittagsschlaf, bevor wir zum Weingut Spier fahren. Dort gibt es ein großes Zelt in dem das Restaurant „Moyo“ untergebracht ist. Es gibt ein Buffet, das wirklich keine Wünsche offen lässt: Salate, Fleisch in allen Variationen (Rind, Gemsbok, Hühnchen, Impala-Würste, …), verschiedene Varianten von Fisch, diverses Gemüse und Beilagen, leckere traditionelle Potjes (in massiven Töpfen gekochte Eintöpfe) und ein Dessertbuffet! Wir essen bis wir uns kaum mehr bewegen können und kugeln uns dann ins Bett.
Das Essen abends war die Grundlage für die Wein-Tour am nächsten Tag. Um 10:00 Uhr werden wir vom Partybus abgeholt und zusammen mit 4 Engländern (und wie die trinken dürfte ja bekannt sein) und zwei Holländern zu verschiedenen Weingütern gefahren. Das erste Weingut ist „Simonsig“, dort bekommen wir eine kurze Kellerführung, aber der Kellermeister redet viel zu schnell und wir verstehen nur die Hälfte. Im Grunde machen sie aber das gleiche wie überall und dank der Führung die wir letztes Jahr in der WG Oberkirch gemacht haben, verstehen wir trotzdem um was es geht. Was man von den anderen Teilnehmern der Tour nicht behaupten kann, aber die wollen eigentlich auch nur trinken! ;-) Zuerst gibt’s eine Flasche Champagner, der hier anders heißt, weil er ja sonst aus Frankreich kommen müsste. Stilecht von unserem Guide Dave mit dem Schwert „entkorkt“. Während er nach drinnen geht um die nächsten Wein zu holen, verteilt der eine Engländer großzügig den Rest des Champagners. Dave ist dann doch etwas entsetzt, weil das so ja gar nicht geplant war. Hätte er die Flasche halt nicht stehenlassen dürfen. Die Engländer kennen da nix! Nach fünf weiteren Weiß- und Rotweinen fahren wir weiter zum nächsten Weingut namens „Fairview“ in der Nähe von Paarl, wo wir zusätzlich zu 6 verschiedenen Weinen noch Käse testen dürfen. Der Käse ist zum Teil echt gut (Brie mit Ingwer-Marmelade), zum Teil gewöhnungsbedürftig (eine Art Roquefort mit getrockneten Aprikosenstücken). In Franschhoek geht’s zum Mittagessen in ein kleines Bistro. Gut gestärkt machen wir uns auf zu den letzten beiden Weingütern. Zuerst „Solms-Delta“, das bisher schlechteste. Die Weine schmecken überhaupt nicht, bzw. sind total wässrig oder riechen schon nach „Kopfweh-Wein“. Das letzte Weingut ist „Boschendal“, das zweitälteste und mit alten kapholländischen Gebäuden schönste Weingut. Hier gibt’s auch nochmal fünf Weine zum Testen, schön serviert unter alten Bäumen. Dann reicht es eigentlich allen und der Fahrer will dann auch mal los. Vermutlich auch, weil um 17:00 Uhr Rugby kommt. Südafrika gegen Neuseeland.
Zurück im Backpacker holen wir unsere frisch gewaschene Wäsche ab und werden gleich von Sven abgeholt, einem Kumpel von Lianes Bruder Simon, bei dem wir netterweise kostenlos auf der Couch pennen können. Sven kommt eigentlich aus Namibia, aber seine Mutter ist Deutsche und er spricht daher fließend Deutsch. Er nimmt uns gleich mit zum Rugby-Spiel, welches wir mit 20 anderen irgendwo in einem riesigen Wohnzimmer mit Leinwand und Beamer ankucken. Rugby ist nicht so einfach zu durchschauen, da alle ständig übereinander auf dem Boden liegen. Dank den Erklärungen von Sven zu den Regeln verstehen wir jetzt zumindest einigermaßen das Spiel! In der Halbzeit spielen wir mit „Tyson“ einem riesigen sabbernden Kraftpaket von Mastino und „Max“ einem kleinen Jack Russel Terrier, der wie ein aufgedrehter Flummi durch die Gegend hüpft.
Der Sonntag begrüßt uns mit grauem Regenwetter. Daher wird ausgeschlafen, dann gibt’s Kaffee und ein kleines Frühstück im 3*-Guesthouse „Sven“. Dann nutzen wir den Tag um Bilder zu sortieren und mal wieder am Blog zu basteln. Nachmittags gehen wir lecker Pizza essen im „Col’Cacchio“ und bummeln durch die Souvenirläden. Abends lädt uns Sven ein, mit ihm und zwei Kumpels in die Kirche zu gehen. Klar gehen wir mit. Die „Kirche“ findet in einer großen Turnhalle statt, bis auf den letzten Platz besetzt. Auf der Bühne spielt eine fetzige Band christliche Lieder. Es sind fast nur junge Leute anwesend und alle stehen, singen mit und tanzen. Fängt ja schonmal gut an. Wir bekommen gleich mal ein „Begrüssungspaket“ mit Anmeldeformular. Nach fast einer Stunde mit Werbung für irgendwelche Projekte in Indien und irgendwelche Workshops im September fängt ein Priester im schicken Anzug an zu predigen. „God is perfect, I am not“ ist das Thema. Er redet gut und sehr unterhaltsam, mit Witzen zwischendurch. Einige Mädels, die um uns herumsitzen, schreiben sogar mit! Die Predigt geht fast eine Stunde! Puh. Dann wieder ein bisschen Musik. Dann gehen verschiedene Leute aus dem Publikum nach vorne und erzählen irgendwelche Stories zu Gott und was er ihnen bedeutet. Aber dann wird’s schräg. Es sollen alle nach vorne kommen, die ab sofort auch Gott dienen wollen, im Sinne der „Shofar Congregation“, ca. 50 Leute gehen nach vorne und begeben sich dann in einen Nebenraum. Hmm. Dann redet er irgendwas von Heilungen und Wundern die Jesus vollbracht hat, und fordert dann alle die irgendein Leiden haben, z. B. Rücken-Probleme, Krebs (auch in der Familie), und vor allem die zwei im Raum, die in der letzten Woche an Selbstmord gedacht haben (!?) auf nach vorne zu kommen. Um gemeinsam daran zu glauben, dass sie „geheilt“ werden… Ähhh? Wir kommen uns jetzt ein bisschen vor wie im falschen Film! Zum Glück reicht’s den Jungs auch, und wir fahren heim. Drei Stunden Gottesdienst. Puh!
Der Montag fängt fast so verregnet an, wie der Sonntag. Aber dann klart es doch noch ein bisschen auf und wir gehen frühstücken. Wir schlendern noch ein bisschen durch Stellenbosch und machen uns dann auf den Weg nach Kapstadt.
Hier das ganze Album:
ich bin überrascht! Ich hab auch schon mal einen Gottesdienst in Südafrika mitgemacht und der war total klasse. Viel gesungen, Gospel dabei etc. Aber nicht so was wie bei Euch. Das ging dann wohl eher mal nach hinten los….
Haha, da habt ihr ja wieder lustige Sachen gemacht! Von solchen und ähnlichen Gottesdiensten in Afrika haben wir auch schon gehört!
Wo habt ihr denn das süsse Chamäleon gesehen?
Und dazu ein Komplimet: Das geht ja vorwärts hier in den letzten Tagen! Wir konnten gleich zwei Posts geniessen!
Viele liebe Grüsse aus der Schweiz