Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Bettwanzen in Buenos Aires

5. September 2011 | Allgemein, Argentinien

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Der Flug dauert ca. 9½ h, und Malaysia Airlines beweist, dass es nicht unmöglich ist, gutes Essen im Flugzeug zu servieren. Außerdem gibt es sogar noch ein Eis als Dessert! Nach der Landung in Buenos Aires besorgen wir uns zuerst ein paar Pesos und machen uns dann auf zum Bus-Stand. Wir steigen zwischendurch um in einen kleineren Bus, der uns direkt bis zu unserem Hostel Tango im Stadtteil San Telmo fährt. Dort spricht leider niemand Englisch, aber es geht erst mal auch so. Wir laufen gleich los in die Innenstadt und kucken uns ein bisschen um. Es ist viel los auf den Straßen und sobald wir stehenbleiben und auf den Stadtplan kucken, hält jemand an und fragt, ob wir Hilfe brauchen. Wir können auch nachts noch ohne Probleme spazieren laufen. Nix im Vergleich zu anderen Großstädten in denen wir schon waren! Da wir richtig Hunger haben suchen wir ein Restaurant, aber irgendwie gefällt uns nix wirklich. Dann bekommen wir einen Zettel „RED Pizza & Pasta libre“ (=All-you-can-eat) in die Hand gedrückt. Alles klar. Das machen wir. Florian bestellt Pizza Schinken-Käse und Liane Pasta mit Bolognese-Soße. Nach zwei Bissen sind wir schon satt! Schlimmer geht‘s kaum! Die Pasta ist verkocht und die Soße besteht aus wässrigen Dosen-Tomaten mit ein bisschen Kräutern drüber. Auf der Pizza liegt in der Mitte eine Scheibe Schinken und eine Scheibe Käse drüber! :-(

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Nach dem super Frühstück (zwei kleine Brötchen, zwei Kräcker, eine abgepackte Butter, ein Streichkäse und ein Päckchen “Dulce de Leche” + Kaffee und unglaublich aber wahr: Birnensaft), laufen wir weiter durch die Stadt, kucken uns den Markt in der Florida Street an, hier werden alle möglichen Kitsch-Sachen verkauft, aber auch Schmuck und Klamotten. Im Café Havanna machen wir Pause und werden von unserer Kellnerin damit überrascht, dass sie etwas Deutsch spricht. Sehr begeistert erzählt sie uns, dass sie Deutsch lernt und diesen Abend ein Deutsch-Spanisches Treffen ist… Na, da gehen wir doch gleich mal hin. Nennt sich Tandem-Treffen und wird von den jeweiligen Botschaften unterstützt. Teilnehmer müssen Muttersprachler sein, und es darf den ganzen Abend nur Spanisch oder Deutsch geredet werden. Auf dem Weg dorthin kommen wir noch an einem lokalen Radiosender vorbei, wo die Moderatoren im Schaufenster sitzen! Wir schaffen es natürlich die Moderatoren zum Lachen zu bringen. Das Treffen findet in der Bar „Jagerhaus“ statt, ca. 200 Leute sind da. Es gibt gute und günstige Cocktails (die fast nur aus Alkohol bestehen!) und Empanadas. Jeder darf einen Zettel aus einem Sack ziehen, auf dem ein Wort in Spanisch oder Deutsch steht. Wenn man seinen Partner findet, gibt’s ein Bier umsonst. Es wird ein lustiger Abend, bei dem wir noch Mariano und Barbara kennenlernen, die richtig gut Deutsch sprechen! Sie geben uns noch einige Tipps, was wir in Buenos Aires machen sollen.

Am nächsten Morgen ist ausschlafen angesagt! Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg, ein Ticket für den Touri-Hop-on-Hop-off-Bus zu kaufen. Auf dem Weg gönnen wir uns noch einen frisch gepressten O-Saft an einem Strassenstand für umgerechnet 1 EUR. Es ist unglaublich mit was für einer Disziplin die Leute hier Schlangen bilden um am Bus anzustehen. Echt witzig! Der erste Stopp ist im Viertel „La Boca“, hier steht das Fußballstadion von „Boca Juniors Buenos Aires“, dem ehemaligen Verein von Diego Maradona. Fußball ist hier absoluter Nationalsport! Das Stadion hat die Farben blau-gelb, über Kopfhörer bekommen wir erklärt, dass das so ist, weil das erste Schiff, das in den Hafen direkt nebenan fuhr, als das Stadion gebaut wurde, eine schwedische Flagge gehisst hatte. Na super. Eine Station weiter schauen wir uns die vielen knallbunten Blech-Häuser an, für die das italienisch geprägte „La Boca“ vor allem bekannt ist. Es gibt Marktstände auf der Straße, Restaurants, Ateliers und verkleidete Tango-Tänzer. Außerdem kann man sich mit einem Maradona-Double fotografieren lassen. Na, Mahlzeit! Vor so viel Touri-Nepp flüchten wir doch gleich wieder! Weiter fährt der Bus durch das Hafengebiet (eher am Fluss, als am Meer) und durch die Innenstadt, es gibt viele schöne alte Paläste, Kirchen und Museen. Zudem viele „Plazas“, kleine grüne Parks in der die Leute ihre Mittagspause verbringen. Wir schlendern noch ein bisschen über den Markt in der Florida Street und entdecken dort in der Galerias Pacifico eine „Fressgasse“ mit vielen verschiedenen Ständen (hier kann man das Essen schon sehen, bevor man bestellt!) und landen schließlich bei unserem ersten, richtigen argentinischen Rumpsteak! Mjam! Auf dem Rückweg zum Hostel werden wir in der Florida Road von Alejandro angesprochen, er verkauft die Piazzolla-Tango-Show im Teatro Astor Piazzolla, uns ist das Ganze aber erstens zu teuer und zweitens zu touristisch. Als er uns aber unbedingt die altehrwürdigen Räume zeigen will, sagen wir natürlich nicht nein!

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir wohl Haustiere haben… Florians Arme sind übersät mit roten juckenden Bissen – Bettwanzenalarm! Och nee! Das Hostel ist sowieso nicht wirklich gut, daher kucken wir uns kurz in der Nachbarschaft um und werden fast direkt gegenüber fündig: Hostel America del Sur. Sieht ziemlich neu aus, die Zimmer sind sauber, inkl. Bad und Frühstück. Wir ziehen um! Immerhin bekommen wir im Hostel Tango die letzte Nacht für umsonst . Aber lieber hätten wir auf die Wanzen verzichtet!!! Natürlich müssen wir jetzt unsere Wäsche nochmal komplett waschen, sonst schleifen wir evtl. Wanzen-Eier mit. Dann machen wir uns auf den Weg zum zweiten Teil der Hop-on-Hop-off-Tour durch Buenos Aires. Vorbei am Präsidentenpalast geht‘s in die grüne Lunge der Stadt, ein großer Park in dem die halbe Stadt auf Fahrrädern, Inlinern, Skateboards oder zu Fuß unterwegs ist! Wir setzen uns auf eine Bank und kucken dem Treiben zu. Hier gibt es eine Skulptur, die eine große Blume darstellt, durch Solarenergie betrieben, geht die Blüte morgens auf und abends zu. Sachen, die die Welt nicht braucht! Dann fahren wir weiter durch das Viertel Palermo zur „China Town“. Hier gibt es viele billige Ramsch-Läden und Chinarestaurants in Hülle und Fülle. Chinesisch wär auch mal wieder was und muss hier ja eigentlich authentisch sein. Dachten wir. Leider ist das Essen ziemlich langweilig, das Fleisch zu weich, fast kein Gemüse und der Reis kostet extra. Mist! Wieder eine Touri-Falle! Egal. Halbwegs satt sind wir trotzdem und fahren weiter. Schließlich bleiben wir im Stadtteil Recoleta hängen. Zuerst kucken wir uns die Kirche „Nuestra Señora del Pilar“ an und den dazugehörigen Friedhof, in dem viele bedeutende argentinische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, z.B. Evita Peron. Der ganze Friedhof besteht aus Familiengruften, meist in aufwändigen „Tempeln“, teils schon fast zerfallen. Irgendwie unheimlich! Es riecht ein bisschen modrig, ein paar Katzen streifen herum… fehlt nur noch der Nebel! Brrr! In einem Park direkt daneben findet ein Kunsthandwerker-Markt statt. Hauptsächlich Hippie-Zeugs… Sachen, die die Welt nicht braucht – Teil 2. Die verkaufen hier ernsthaft „Freundschaftsbändchen“! Ok, fanden wir auch mal toll, als wir, hmm… 12 waren…!?!? Aber die hier sind dazu noch echt schlecht gemacht. Naja. Die Mode hier ist sowieso gewöhnungsbedürftig! Nur so viel: Leggins in allen Farben und Mustern bei den Mädels (und zwar ganz egal wie die Figur aussieht!) und Vo-ku-hi-la -Haarschnitte bei den Jungs. ;-) Gegen Abend sitzt der ganze Park voll mit Jugendlichen, die Mate-Tee trinken, Empanadas essen und verschiedenen Bands zuhören. Zum Abschluss spielt eine echt gute 12-köpfige argentinische Reggae-Band namens „Livity“!

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Am Sonntag rächt sich das chinesische Essen an Liane, mit Durchfall, Übelkeit und Fieber. Na wunderprächtig! Die Leute vom Hostel sind superhilfsbereit und organisieren extra Tee. Liane verbringt den Tag bei zugezogenem Vorhang im Bett, Florian surft im Internet. Gegen Abend ist das Fieber weg und wir machen einen kleinen Spaziergang. Ein paar Blöcke weiter findet sonntags ein großer Antiquitäten- und Flohmarkt statt.

Nach einer langen Nacht, viel Tee und Schlaf geht’s Liane schon wieder viel besser und wir beschließen, abends mit dem Nachtbus nach Mendoza zu fahren. 13 h Fahrt! Auf der Plaza de Mayo erleben wir mittags mal wieder eine Demo, diesmal geht es wohl um einen Konflikt zwischen Argentinien und England wegen den Falkland-Inseln. Nachdem wir den restlichen Tag mit Reiseplanung und Bummeln verbracht haben, fahren wir mit der U-Bahn zum Busbahnhof „Retiro“. Unglaublich wie riesig das Terminal ist! Täglich erreichen und verlassen hier zwischen 1400 und 2000 Busse Buenos Aires! Um 20:30 Uhr geht’s mit CATA International los. Für umgerechnet 80 € p. P. haben wir Sitze, die zum Bett umfunktioniert werden können. Vergleichbar mit der Business-Class im Flugzeug. Abendessen und Frühstück inklusive und jeder hat einen eigenen Fernseher mit mehreren Filmen zum Auswählen. Das Essen ist zwar nicht erwähnenswert, aber immerhin gibt’s zum Runterspülen noch einen Whiskey. Als wir ca. 9 h später von der Stewardess geweckt werden, ist heller Tag und wir sind schon fast da!

Hier das ganze Album:

Comments

  1. Hallo Ihr beiden, Euer Blog hängt immer noch hinterher. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihr viel erlebt und keine Zeit zum Bloggen findet, richtig so!
    Wie war Machu Picchu? Wie Ihr berichtet habt, war das Essen in Copacabana eher bescheiden. Aber: am zweiten Abend haben wir gefüllte Forellen gegessen, das war super lecker.
    Ach ja, neben dem Titisee waren wir im Schwarzwald auch häufig am Schluchsee. Alle nicht so groß wie der Titicacasee ;)
    Viele schöne Reiseerlebnisse wünschen wir Euch noch! Sonnige Grüße aus Sucre, Sandra&Johannes

  2. Hallo ihr beiden!

    Richtig cool, was ihr so alles erlebt habt! Auch eure Stadt Fotos sehen wieder mal super aus!
    Gute Besserung zu wünschen ist jetzt halt schon über einen Monat zu spät, aber vielleicht habt ihr inzwischen schon was Neues eingefangen ;)

    Wir freuen uns auf weitere spannende Beiträge.
    Herzliche Grüsse
    Yvonne und Raphael

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