Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Cenote-Tauchen an Weihnachten

25. Dezember 2011 | Allgemein, Mexiko

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Um 5:30 Uhr werden wir von einem sehr ungeduldigen Taxi-Fahrer abgeholt. Dabei ist er fast 10 min zu früh dran und wir sind gerade noch am Frühstücken! Egal, um die Uhrzeit ist überhaupt kein Verkehr und wir sind genau um 6:00 Uhr am Flughafen. Hier müssen wir erst noch die Ausreisesteuer von 26 US$ p. P. zahlen. Wofür wissen wir auch nicht so genau, vermutlich damit die fünf Leute bezahlt werden können, die die Steuer einkassieren! Gepäck ist ratz-fatz eingecheckt und wir machen uns auf den Weg durch die Handgepäck-Kontrolle. Unsere grüne 3 l-Flasche „Fresca“ (so ähnlich wie Top-Fit) und die 1,6 l-Flasche Wasser jucken niemanden. Und wir gehen auf einen internationalen Flug nach Mexiko! Naja, dafür müssen wir aber Gürtel und Schuhe ausziehen und später direkt am Gate wird das Handgepäck nochmal halbherzig „durchsucht“, sprich: aufmachen, ein kurzer Blick, ok, bitte weitergehen! Dafür sehen aber nochmal sechs Angestellte hier rum. ABM hoch 10! Nach ca. 1 ½ h Flug landen wir in Panama-Stadt, wo wir ca. 1 h zum Umsteigen haben, bevor wir nach weiteren 2 h in Cancun ankommen. Hier empfängt uns Hitze! Vor dem Terminal stehen die Shuttle-Busse, die einen für 15 US$ p. P. ins Zentrum bringen. Auf Nachfrage heißt es: Ja, ja, das ist die günstigste Möglichkeit! Glauben wir nicht und laufen mal weiter. Und siehe da, ein ganz normaler Bus fährt auch in die Stadt für 9 US$ für beide zusammen. Na also, geht doch! Am Busterminal angekommen schnappen wir uns gleich den nächsten Bus in Richtung Strand. Florian hat die Hoffnung, dass wir dort irgendwie ein günstiges Hotel finden. Der Busfahrer sagt, er lässt uns am Tortuga Beach raus, hier gäbe es bezahlbare Unterkünfte. Beim Blick auf den Strand würden wir aber am liebsten gleich wieder einsteigen: Haufenweise Leute, eine Bar mit mega-lauter Musik, die Tische stehen bis vorne zum Wasser, es gibt eine Art Kran, an der man Bungee-Jumping machen kann. Nix wie weg! Wir laufen an der Straße entlang noch ein Stückchen weiter, finden aber nichts, deshalb fahren wir doch wieder zurück ins Zentrum. Wir erwischen leider den falschen Bus und kommen daher nicht am Busterminal an, sondern irgendwo anders. Als wir aussteigen treffen wir auf Gerardo, der hier Touren verkaufen will. Wir fragen ihn nach einem Hostel in der Nähe, er meint, es wäre ein ganz schönes Stückchen zu laufen und er kann uns mit seinem Auto gerne hinfahren, dann kriegt er bissle Provi vom Hostel. Er sieht vertrauenswürdig aus, also laufen wir zu seinem Auto, einem VW Buggy mit offenem Dach. Unser Gepäck hat gerade so auf der Rückbank Platz, also müssen wir zu zweit auf den Beifahrersitz. Gerardo meint, er hat schon mal 6 Leute mit dem Ding rumkutschiert. Na dann, los geht’s! Das erste Hostel das wir anfahren hat zu (mitten in der Hochsaison!), das zweite ist voll, das dritte hat noch genau ein Zimmer. Das nehmen wir! Es ist das Hostel Haina und liegt direkt neben einem kleinen Park, wo abends ganz schön was los ist. Am Rand sind kleine Imbiss-Stände aufgebaut. Hier gibt es leckere Tacos, Burritos, Tortas, etc. mit unterschiedlichen Fleischsorten gefüllt. Da kriegen wir doch gleich Hunger, müssen aber erst noch Geld holen. Dabei kommen wir an einer Art „Weihnachtsmarkt“ vorbei. Es gibt eine Eisbahn (bei fast 30° C!), zwei dicke Weihnachtsmänner mit Schlitten und Geschenken, mit denen man gegen Bares Fotos machen lassen kann und viel, viel kitschiges, blinkendes Deko-Zeugs. Wir kucken uns das Ganze eine Weile an, und dann geht es auf direktem Weg zurück zu den Imbiss-Buden. Wir entscheiden uns letztendlich für „Tiayudas daxaquenas”, das sind mit Chorizo und Käse gefüllte Teigtaschen. Zum Nachtisch probieren wir zum ersten Mal „Marquesita“ mit Nutella! Muss man sich wie zusammengerollte, ganz dünne, richtig knusprige Crêpes vorstellen. Ach, wenn‘s die doch auch bei uns daheim gäbe!!!

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Morgens wollen wir aber trotzdem noch die 20 km lange „Zona Hotelera“ ankucken, wo sich ein Hotelbunker neben dem nächsten befindet. Das ist mal gar nix für uns, aber wenigstens gesehen haben wollen wir das schon mal! Wir packen alles zusammen, dabei fällt uns auf, dass eine Stofftasche mit Knabberzeugs fehlt. Florian hat den kleinen Rucksack nicht ausgepackt. Liane auch nicht. Hmm. Wir schieben den Vorhang auf die Seite. Krass! Da hat doch tatsächlich nachts jemand durchs Fenstergitter + Moskitonetz hindurch unseren Rucksack durchwühlt! Schnell kucken wir nach, was alles fehlt. Die Sonnenbrillen, die Stofftasche mit ein paar T-Shirts von Florian und halt unser Knabberzeugs, sonst scheint alles noch da zu sein! Haben wir ein Glück, dass die wirklich teuren Sachen nicht in Reichweite lagen! Puh! Wir sagen an der Rezeption Bescheid, dass wir beklaut worden sind. Die Besitzerin ist total entsetzt und ruft gleich die Polizei. Als die Polizei schließlich zu dritt auftaucht, müssen wir kurz zeigen, was wo lag und was passiert ist, aber arg viel mehr als dass sie einen Bericht schreiben ist nicht drin. Wir sollen noch auf das Polizeirevier und eine Aussage machen. Wir bekommen von der Besitzerin des Hostels den Tipp auf das Polizeirevier in der Hotelzone am Strand zu gehen, dort wäre bestimmt nicht so viel los. Sie hat recht: Wir fahren mit dem Bus hin, kommen gleich dran und der Beamte kann auch noch einigermaßen englisch! Er schreibt einen Bericht, was passiert ist und was geklaut wurde. Als wir eine Kopie davon wollen für die Versicherung soll das 115 Pesos (umgerechnet 6 €) kosten. Hä? Gut. Dann machen wir halt ein Foto davon. So ein Blödsinn! Wir beschließen am Strand ein Stück in Richtung Innenstadt zu laufen. Zuerst kommen wir aber an der völlig amerikanischen „La Isla Mall“ vorbei. Hier gibt es alle Luxusmarken, die man sich nur vorstellen kann: Gucci, Prada, Guess, Hilfiger usw. und dazu wirklich alle Ami-Fast-Food-Läden: McDonald‘s, KFC, Burger King, Hooters, usw. Kein Wunder, dass Cancun zu 90% Amerikaner anzieht! Hinter der Scheibe des Wasserbeckens vor dem Eingang ins „Aquarium Cancun“ ist gerade ein Taucher zu sehen. Wir denken erst, der macht das Aquarium sauber. Aber nein, er soll die Touristen anlocken, er hat ein Mikrofon im Taucherhelm und kann mit den Leuten sprechen, die vor ihm stehen bleiben. Unglaublich! Und hören kann er uns auch. Wir sagen ihm, dass es viel schöner ist, draußen im Ozean zu tauchen als in so einem komischen Becken. Er lacht und meint, ja, das findet er auch. Wir wünschen ihm noch viel Spaß und flüchten vor so viel Amerikanisierung! Schließlich finden wir auch den öffentlichen Strandzugang, denn über Kilometer hinweg kommt man anscheinend nur durch die Hotelbunker an den Strand. Wir laufen am Strand entlang und kucken uns kopfschüttelnd die krebsroten Touris an, die dicht an dicht auf ihren Strandliegen herumliegen. Die meisten haben ihr iPhone in der einen und einen Cocktail in der anderen Hand… Weiter hinten an den Swimmingpools in den Hotelanlagen selbst liegen aber noch viel mehr Touris rum. Für viele spielt sich der ganze Urlaub hier ab, hier haben sie ja alles, was sie brauchen. Das „Hard Rock Café“ benutzen wir schließlich als Ausgang zurück zur Straße, hier ist es aber so kalt, dass wir befürchten festzufrieren, wenn wir stehenbleiben. Wir essen noch eine Kleinigkeit beim China-Thai-Imbiss in der angrenzenden Mall. Dann machen uns auf den Weg zurück ins Hostel, damit wir noch den Bus nach Playa del Carmen bekommen. Denn hier ist es ganz einfach nur schrecklich! Wir müssen nicht lange warten und nach einer guten Stunde Fahrt sind wir auch schon da. Das „Hostel 3B“,das wir uns rausgesucht hatten, liegt gerade zwei Blöcke neben dem Busterminal und hat sogar noch was für uns frei. Wir kriegen zwar nur ein Dorm-Doppel-Bett, aber dafür haben wir das Zimmer bis nach Weihnachten für uns alleine. Das Hostel ist echt schick, ganz neu und modern gemacht! Wir begeben uns gleich mal auf die Einkaufsmeile, die 5th Avenue, hier laufen zwar genau so aufgetakelte Mädels und Jungs rum wie in Cancun, aber es ist viel überschaubarer und irgendwie netter. Dann planen wir unsere nächsten Tauchgänge. Dieses Mal wollen wir allerdings nicht im Ozean, sondern in einer „Cenote“ tauchen. Davon gibt es auf der Yucatan-Halbinsel ganz schön viele. Es sind eingestürzte Kalksteinhöhlen, die mittlerweile mit Wasser gefüllt sind, unterirdisch über kilometerlange Höhlensysteme miteinander und mit dem Ozean verbunden. Das bedeutet: oben Süßwasser, unten Salzwasser. Das Tauchen in der Cenote wird als „Cavern Diving“ beschrieben, im Gegensatz zum „Cave Diving“ braucht man hierfür keine spezielle Ausbildung. Cavern, weil man eigentlich nie weiter als 10 m in eine Höhle taucht und man immer das Licht von oben als Referenz für den Ausstieg hat. Wir kucken vorher im Internet welche Tauchcenter dafür die Besten sind. Leider haben wir uns den Namen nicht richtig gemerkt und landen bei „Scuba Playa“ anstatt bei „Playa Scuba“. Dort berät uns Pablo sehr professionell und ausführlich, ca. 1 h lang. Er rät uns für den Anfang grundsätzlich zu einer flacheren Cenote. Es gibt zwar einige sehr schöne, mit Namen „Angelita“ oder „The Pit“, aber der Schwierigkeitsgrad dort ist mit sehr anspruchsvoll angegeben, weil sie sehr tief und daher nur für sehr erfahrene Taucher geeignet sind. Das ist also eher mal nix für uns Cenote-Neulinge. Danach suchen wir trotzdem noch das „richtige“ Tauchcenter, wo uns der Inhaber Klaus, ein Kölner gleich auf Deutsch begrüßt: „Seid ihr Ossis?“ Er hat noch 2 Plätze für den nächsten Tag frei, es geht in „The Pit“ und die ist „total geil“!!! Da gehen wir auf 40 m runter, unten ist dann noch ne giftige Wasserstoffsulfid-Wolke, ob wir dabei sind? Kein Problem, auch für Neulinge. Als erfahrener Dive-Master ist der Memo dabei und der ist „voll lieb“! Die zweite Cenote an dem Tag wird dann „El Eden“ werden, die ist komplett anders! Liane, der beim Gedanken Cenote-Tauchen bisher noch gar nicht so wohl war, ist jetzt aber sofort begeistert und hat Florian nach kurzer Zeit überredet: „Ja, machen wir, kannst uns aufschreiben!“

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Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir auf der Matte des Tauchcenters, vorher haben wir uns mit einem großen Starbucks-Kaffee und „Tortas Cerdo“ (das sind Brötchen mit Schweinegeschnetzeltem in Fettsoße) gestärkt. Die Zubereitung am Straßenstand sieht zwar nicht sehr hygienisch aus, da die Fleischfetzen einfach mit bloßer Hand zerteilt und auf die Brötchen geklatscht werden, aber es schmeckt echt gut. Von uns aus kann‘s also losgehen. Unser Dive-Instructor heisst Memo, eigentlich Guillermo, aber wir können auch Wilhelm sagen.- Ääh, ok!? Wir bekommen noch unser Equipment und schon geht’s mit noch zwei Japanern im Schlepptau los zum ersten Tauchplatz. Auf dem Weg erzählt uns Memo einige lustige Geschichten, dass er auch ein bisschen Deutsch kann, verdankt er Klaus, dem Chef des Dive-Centers. Die erste Cenote heißt „The Pit“ und ist auf den ersten Blick ein ziemlich kleines „Loch“ mitten im Wald. Zuerst müssen wir das ganze Equipment über einen Flaschenzug ins Wasser lassen. Dann entweder die 7 m hinterherspringen oder runterklettern. Diese Cenote ist die tiefste in Mexiko, über 110 m tief, wobei wir natürlich maximal bis 40 m gehen werden. Jeder von uns bekommt noch eine Art Taschenlampe ums Handgelenk. Auf ca. 10 m Tiefe tauchen wir dann durch die sogenannte „Halokline“ oder „Salzgehaltssprungschicht“, der Bereich also, wo sich Süß-und Salzwasser treffen. Hier ist die Sicht plötzlich total unscharf, ungefähr so als ob man durch eine Brille mit 9 Dioptrien kuckt, obwohl man gar keine braucht… Nach ein paar Metern sind wir durch die Schicht durch und die Sicht ist super, da das Wasser ja keinerlei Bewegung hat. Auf 30 m kommt dann die von Klaus angekündigte giftige Wasserstoffsulfid-Schicht. Diese bildet sich durch die bakterielle Aufspaltung des organischen Materials, das in die Cenote fällt. Aber das ist echt mal cool! Man hat wirklich das Gefühl wie in Wolken zu schweben… Vor allem, wenn man beim Aufsteigen aus der weißen Schicht im absolut klaren Wasser über einem einen anderen Taucher sieht, wirkt es, als könne dieser fliegen. Wir tauchen dann noch ein Stückchen in eine seitliche Höhle hinein, hier gibt es viele Stalaktiten und Stalakmiten in unterschiedlichen Formen und Farben. Ein paar kleine Fische schwimmen umher, aber wegen denen sind wir ja auch nicht hier! Nach einer guten halben Stunde tauchen wir wieder auf. Gleiches Spiel wie vorher: Equipment an dem Flaschenzug befestigen, diesmal hochziehen. Im Wet-Suit den steilen Hang hochklettern ist auch mal interessant! Dann geht’s los zur zweiten Cenote, mit dem schönen Namen „El Eden“ – das Paradies! Wir sind gespannt! Für den kleinen Hunger zwischendurch bekommen wir auf der Fahrt ein Sandwich. Zwischendurch merken wir, dass wir unsere Flossen und Gewichte an der ersten Cenote vergessen haben! Sch…! Also nochmal umkehren. Ein Auto von einem anderen Tauchcenter kommt uns entgegen und hat alles dabei. Uff! Bei der zweiten Cenote angekommen richten wir gleich unser Equipment und hüpfen ins Wasser. Dieses Mal ist der Einstieg eher eine Art See, in der auch viele Schnorchler unterwegs sind. Der Eingang zur Cenote ist ein etwas enger und dunkler Tunnel, aber dann sind wir in einer superschönen Höhle, von schräg oben kommt das Sonnenlicht durch und zaubert tolle Lichteffekte! Unbeschreiblicher Anblick! Insgesamt sind wir fast eine Stunde unterwegs, hin und zurück, sehen viele tolle Fels-Formationen, teilweise umgestürzte Bäume… Immer wieder bemerken wir die unscharfen Sprungschichten, in denen sich Süß- und Salzwasser vermischen. Einmal gibt es eine richtig warme Schicht, bestimmt 35° C warm! Die Tauchgänge in den Cenoten waren mal eine schöne Abwechslung zum Ozeantauchen und total entspannend, weil kristallklares Wasser und keinerlei Strömung! Zurück in Playa del Carmen sind wir richtig hungrig, wir kriegen von Memo den Tipp die gegrillten Hähnchen in einem Restaurant in der Nähe des Tauchcenters zu probieren. Machen wir! Echt lecker und günstig. Von den zwei Japanern bekommen wir noch die Bilder, die sie in den Cenoten gemacht haben. Zwei Japaner – zwei Kameras. Soweit normal. Aber bei fast 300 Bildern sind nur ca. 5 Stück brauchbar. Der Rest ist total unscharf! Das gibt’s doch nicht! Es ist uns ein Rätsel, wie man das bei quasi unbewegtem Wasser hinkriegt! Leider ist unsere Unterwasserkamera nur bis 10 m wasserdicht, sonst hätten wir sie selbst mitgenommen.

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Heute ist Weihnachten! Ausschlafen und gemütlich Frühstücken im Hostel mit frischem Obst im Müsli! Lecker! Dann bissle die weitere Reise planen und Blog schreiben. Unser Hostel hat abends einen größeren Tisch im Karen’s reserviert – Xmas-Party! Es gibt ein spezielles Weihnachtsbuffet – mit Live-Musik. Also gut, wir wussten eh nicht, was wir abends außer essen gehen machen wollen. Von außen sieht das Restaurant ganz gut aus – gebucht! Hier hängen auch die großen bunten Sterne, die wir jetzt schon überall gesehen haben. Wir finden heraus, dass dies eine alten Tradition names „Piñata“ ist. Kinder dürfen mit einem Stock und verbundenen Augen abwechselnd auf die Sterne einschlagen, bis die darin enthaltenen Süßigkeiten herausfallen. Nachmittags legen wir uns noch ein bissle an den Strand und machen nix. Für den nächsten Tag buchen wir noch Tauchen bei der Insel Cozumel, angeblich eines der besten Tauchgebiete der Welt und seit einer 1961 hier gedrehten Doku von Jacques-Yves Cousteau weltberühmt. Es geht auch erst um 10:00 Uhr los mit der Fähre, damit wir nicht so früh ins Bett müssen. Um 20:00 Uhr richten wir uns und schauen schon mal beim „Karen’s“ vorbei. Hier ist aber mal noch gar nix los! Deshalb gehen wir erst ins „Fusion“ und trinken einen Cocktail. Hier ist die Bude komplett voll, am Strand stehen gemütliche Korbsessel und eine Live-Band spielt. Cool! So ähnlich erhoffen wir uns das auch. Leider sieht die Wirklichkeit komplett anders aus! Als wir um 22:00 Uhr wieder am Karen’s ankommen, steht davor gerade ein Mädel, das auch bei uns im Hostel ist und kuckt uns fragend an. Sie war grade oben im Saal in dem das Fest stattfindet, da ist noch niemand sonst vom Hostel und das Buffet geht gerade erst los. Saal? Naja. Also nochmal in eine andere Bar, dieses Mal mit Karla aus Kolumbien im Schlepptau, die schlechter Englisch spricht als wir Spanisch. Das kann ja lustig werden! In der Bar setzt sich noch ein älterer, schon ziemlich betrunkener Ami zu uns und beginnt, Karla anzubaggern. Irgendwie hat er zu allem blöde Sprüche parat, zuerst glaubt er uns nicht, dass wir aus Deutschland sind, weil wir gar nicht so aussehen und „die Deutschen doch immer so fett sind“ Äääh? Schon mal in den Spiegel gekuckt?! Als er schließlich noch von Hitler anfängt, reicht es uns und wir gehen. Mittlerweile haben wir auch gut Hunger. An unserem Hostel-Tisch sitzt zwar immer noch niemand und außen rum sehen wir hauptsächlich aufgebrezelte Familien. Die Tanzfläche ist von Kindern belagert und auf zwei großen Leinwänden kommen entweder Musikvideos oder ein animierter tanzender Santa. Die Schlange zum Buffet ist ewig lang und als wir dort ankommen, ist fast nix mehr da und wir müssen warten. Zudem gibt es nur zwei verschiedene Salate und als Hauptspeise Karotten-Gemüse, Nudeln in weißer Soße, Kartoffelbrei, Schwein in einer süßen Soße und Pute in einer Pilz-Soße, zum Dessert pappig süßen Schokokuchen. So haben wir uns das Buffet echt nicht vorgestellt! Das Essen ist absolut nur auf Quantität und nicht auf Qualität ausgerichtet und schmeckt überhaupt nicht. Das Trinken ist unverschämt teuer und unser Kellner weiß nicht mal wo die Toiletten sind! Wir essen so schnell wie möglich, versuchen uns nicht aufzuregen, denn für das Geld hätten wir woanders richtig schön essen gehen können! Also gehen wir zurück ins Fusion um das Essen mit einem Cocktail hinunterzuspülen. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Feuershow am Strand. Danach hören wir noch der Live-Musik zu, bevor wir durch die Straßen laufen und kucken, was sonst so los ist. Alleine die Leute zu beobachten ist total lustig! Aufgetakelt bis zum geht-nicht-mehr!

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Morgens gibt’s wieder „Tortas“ mit Schweinegeschnetzeltem und Kaffee, bevor wir uns auf die Fähre nach Cozumel begeben. 45 min dauert die Überfahrt. Am Pier werden wir schon von Roman in Empfang genommen, unserem Dive Instructor. Wir kriegen unsere Flossen und Wet-Suits und ab geht’s auf das Boot. Zwei andere Deutsche sind noch dabei und ein Ami. Wir fahren ein paar Minuten an der Küste entlang, bis wir am ersten Tauchplatz ankommen, der „Colombia Gardens“ heißt. „Gewichte um, Jacket anziehen, Maske auf – los geht’s!“ Arg viel mehr Worte macht Roman nicht. Immerhin erklärt er uns noch kurz, in welche Richtung der Tauchgang gehen wird und dass wir nach ca. 45 min oder bei soundso viel Luftvorrat den Aufstieg beginnen werden. Alles klar! Wir tauchen bis auf ca. 30 m, die Sicht ist superklasse, über 40 m und das Wasser ist ziemlich warm. Die Korallen sind sehr schön und ziemlich bunt, viele davon haben wir noch nie gesehen! Fische gibt es auch eine ganze Menge, aber leider keine großen, auf die wir uns ja ein bisschen Hoffnung gemacht hatten! Trotz allem, ein schöner, entspannter Tauchgang, den wir leider nach ca. 30 min beenden, weil dem Ami die Luft ausgeht. Super. Wir hatten gerade mal 1/3 der Luft verbraucht und hätten noch locker weitertauchen können. Nun ja. Nach einer Pause von ca. 30 min geht es zum zweiten Tauchplatz, genannt „Paradise Wall“, diesmal nur 15 m tief. Als wir unten ankommen, sehen wir gleich einen großen Adlerrochen mit geschätzten 2 m Spannweite direkt vor uns! So einen haben wir beim Schnorcheln ja schon mal gesehen, aber beim Tauchen, quasi auf Augenhöhe, ist er noch viel beeindruckender! Außerdem sehen wir riiiiiiiieeesengroße Krebse! Zwar versteckt in Felshöhlen, aber die Beine und Scheren sind absolut gigantisch! Und zwei Langusten sitzen gemütlich zusammen unter einem Fels. Die würden uns jetzt auch schmecken! ;-) Schließlich sind wir wieder an Land, müssen noch 1 ½ h Zeit totschlagen, bis die Fähre kommt. Denn heute ist erstens Sonntag, zweitens der Tag nach Weihnachten und drittens mal so was von überhaupt nix los! Deshalb kaufen wir uns eine ganze Packung Langnese-Eis und löffeln diese gemütlich auf einer Parkbank sitzend. Zurück im Hostel sind wir total platt und legen uns eine Runde aufs Ohr, bis wir Hunger bekommen und bei den Essensständen leckere Tacos mit Asado (gegrilltes Fleisch) und Zwiebel-Tomate-Salsa essen. Abends sitzen wir noch im Hostel, basteln am Blog und unterhalten uns mit Karla. In Zusammenarbeit mit unserem besten Freund „Leo“ (dem Online-Wörterbuch) geht das sogar ganz gut!

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Hier das ganze Album:

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