Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Galápagos – der Südosten

22. November 2011 | Allgemein, Galapagos

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Heute fliegen wir nach Galápagos! :-) Wir haben eine 5-tägige Kreuzfahrt auf der Segelyacht „Golondrina“ gebucht, „zufälligerweise“ genau die gleiche wie Dominique (ein LuK-Kollege von Liane) und seine Freundin Nicole, die gerade eine Ecuador-Rundreise machen. Allerdings wissen die beiden das noch nicht und wir wollen sie am Flughafen überraschen! Kurz vor knapp machen wir uns mit dem Taxi auf den Weg, da wir hoffen, die beiden am Gate überraschen zu können und sie uns so hoffentlich nicht schon vorher entdecken. Wir haben Glück und sie sind nirgends zu sehen. Zuerst müssen wir uns noch eine Migrationskarte für Galápagos für 10 $ kaufen. Dann Gepäck einchecken. Durch die Handgepäck-Kontrolle durch und wir sind am Gate. Gaaaaanz vorsichtig kucken! Im Wartesaal sitzen sie nicht. Im Café auch nicht. Hmm. Arg viel mehr Möglichkeiten gibt’s nicht und wir sind ja schon kurz vor Abflug. Komisch. Wir fragen noch am Boarding-Schalter nach, ob die zwei schon eingecheckt haben. Wir erfahren, dass sie gar nicht auf diesen Flug gebucht sind. Sch…! Das Reisebüro der zwei hatte uns genau den Flug genannt. Wir kriegen Bammel, ob das doch noch klappt mit der gemeinsamen Kreuzfahrt! Nach zwei Stunden Flug landen wir auf der Insel Baltra, dem internationalen Flughafen von Galápagos. Das Terminal ist ganz klein und wir müssen erst mal eine Eintrittskarte für den Nationalpark Galápagos kaufen, keine günstige Angelegenheit mit 100 $ p. P., aber damit sollen wohl die Touri-Massen abgehalten werden. Beim Weg zur Gepäckausgabe sehen wir die zwei im Foyer sitzen. Uff! Wir versuchen ihnen die ganze Zeit den Rücken zuzudrehen, damit sie uns nicht erkennen. Mit den Rucksäcken vor dem Bauch und Gesicht taumeln wir auf die zwei zu, lassen sie vor ihnen auf den Boden fallen und schreien: „Überraschung!!!“ Nicole kuckt uns ungläubig an, sagt dann „Nee, das gibt’s doch nicht!“ und fällt Liane um den Hals. Dominique sieht zuerst Florian, der mit den langen Haaren und dem Bart schon ganz anders aussieht als daheim, daher braucht er ein paar Sekunden bis er es auch gerafft hat. Die Freude ist groß, erst recht, als den beiden klar wird, dass wir auch mit auf dem Schiff sind! :-) Dann melden wir uns schnell noch beim Guide Fabricio an, der mit dem Begrüßungsschild „Golondrina Yacht“ danebensteht und auf seine Passagiere wartet. Lustigerweise hatte Dominique die Passagier-Liste sogar gesehen, als er sich und Nicole angemeldet hat und unsere Namen stehen tatsächlich direkt unter den beiden. Zum Glück hatte er da wohl Tomaten auf den Augen. Nun sind jedenfalls alle da und wir laden unser Gepäck in den bereitstehenden Bus, der uns zum „Canal“ zwischen Baltra und Santa Cruz bringen soll. Für uns gibt’s allerdings keinen Platz mehr im Bus. Klasse! Der nächste kommt aber gerade schon um die Ecke, also nix wie rein und hoffen, dass das Gepäck an der Fähre auf uns wartet. Tut es tatsächlich! Das Gepäck wird aufs Dach der Fähre verladen und dann geht‘s auch gleich los. Auf der anderen Seite des Kanals wartet ein weiterer Bus auf uns der uns einmal quer über die Insel nach Puerto Ayora zum Hafen bringt, wo wir gleich mit „Pangas“ (kleinen Booten) auf unser Schiff, die Segelyacht Golondrina, gebracht werden. Unsere Kabine ist alles andere als gross, 2 schmale Stockbetten und ein kleines Bad mit Dusche. Umdrehen ist fast nicht mehr möglich, als unsere beiden Rucksäcke auf dem Boden stehen. Wo anders ist aber leider kein Platz dafür. Naja, egal. Wir sind ja nur zum Schlafen dort. Direkt nach Ankunft gibt es Mittagessen, danach machen wir einen kleinen Spaziergang zur „Darwin Research Station“. Auf dem Weg kommen wir am Fischmarkt vorbei, wo gerade zwei grosse Fische filletiert werden und unzählige Pelikane und ein Seelöwe um die Abfälle betteln. Direkt am Hafen sehen wir auch die ersten Marine Iguanas in der Sonne liegen. Zwei Männchen kämpfen gerade um den besten Platz. In der Research Station werden verschiedene Arten von Landschildkröten gezüchtet und später ausgewildert. Hier lebt auch „Lonesome George“, eine ca. 100 Jahre alte Galápagos-Riesenschildkröte, die 1972 als letztes lebendes Exemplar seiner Art auf der Insel Pinta entdeckt wurde. 90 Kilo schwer. Ein Wahnsinns-Panzer. Seit zwei Jahren hat er ein bisschen Gesellschaft, zunächst von zwei Schildkröten-Damen einer ähnlichen Art von der Insel Isabela, später auch von den Inseln San Cristóbal und Española. Allerdings ist George wohl ziemlich schüchtern oder aber unfruchtbar, alle Vermehrungs-Versuche blieben erfolglos, daher wird seine Art wohl aussterben. So in 100 Jahren dann. So alt kann George nämlich noch werden. Unglaublich. 200 Jahre Lebensdauer! Wer eine Partnerin für George findet, mit der das Nachwuchs zeugen klappt, kann übrigens eine Prämie über mehrere tausend Dollar einstreichen! Nach dem Besuch bei den Schildkröten haben wir noch Freizeit in Puerto Ayora, wo wir durch die Souvenir-Läden stöbern und dann in einem Restaurant noch etwas trinken, bevor es zurück an Board geht. Vor dem Abendessen gibt es ein Briefing von unserem Guide Fabricio, der nicht nur einen italienischen Namen hat, sondern auch so aussieht. Nun wissen wir also, wie der Ablauf am nächsten Tag aussieht, welche Landung (nass oder trocken) ansteht und welche Tiere wir voraussichtlich zu sehen bekommen. Und wir wissen dass wir mit nur einem Motor unterwegs sind, weil der andere kaputt ist und sie auf die Schnelle kein Ersatzteil auftreiben können. Daher brauchen wir dann halt bissle länger als üblich für die Navigation. Wir erfahren später von Fabricio, dass die Golondrina Baujahr 1959 ist, in dem Alter geht’s halt langsam los mit den Wehwehchen… Nach dem Abendessen probieren wir noch Wet-Suit, Maske und Flossen für die Schnorchel-Ausflüge an und setzen uns dann hoch an Deck, wo es eine gemütliche Sitzecke gibt und unterhalten uns mit den anderen Passagieren, die da wären: Björn aus Deutschland, Megan aus Neuseeland, Hans, Bart, Matthias und Lieve aus Belgien, Guillaume, Kim und Geoff aus Kanada, Laurence und Marcel aus Frankreich und Lynn aus Australien. Wir bleiben diese Nacht im Hafen. Nach dem sehr leckeren Abendessen fallen wir ins Bett und schaukeln sanft in den Schlaf…

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Morgens heißt es früh aufstehen, frühstücken und dann ab an Land. Mit dem Bus fahren wir ca. 30 Minuten ins Innere der Insel Santa Cruz, zu den „Los Gemelos“, Zwillings-Krater, die durch vulkanische Aktivität entstanden sind. Ursprünglich waren es riesige Lavablasen. Als die Lava unterirdisch abfloss, wurden sie zu Höhlen und nach hunderten Jahren stürzten sie schließlich ein. Fabricio malt diese Entstehungsgeschichte anschaulich mit einem Stock in die Erde des Weges, der einmal rund um die Krater führt. Wir sehen Nationalpark-Mitarbeiter mit gefüllten Kanistern herumlaufen und fragen Fabricio, wie das denn nun zusammenpasst mit „unberührter Natur“. Er erklärt uns, dass es auf Santa Cruz ein ganz massives Problem gibt: Brombeeren, eingeschleppt vom Festland, neben vielen anderen Arten, die hier nichts zu suchen haben, weil sie die einheimischen Arten verdrängen. Können wir sofort nachvollziehen, die haben wir auch in unserem Garten und die sind wie Unkraut. Nur mit fiesen Stacheln. Daher werden die Pflanzen mit Vernichtungsmitteln bekämpft, allerdings nicht mit irgendwelchen, sondern mit extra entwickelten, die ausschliesslich die Brombeeren vernichten. Auf dem Spaziergang rund um die Krater sehen wir verschiedene Arten von Darwin-Finken, die tatsächlich alle unterschiedlich geformte Schnäbel haben, da sie sich auf verschiedene Nahrung spezialisiert haben. Schließlich fahren wir mit dem Bus zurück zum Hafen von Puerto Ayora und gehen an Bord. Nach dem Mittagessen heißt es dann endlich „Leinen los“ und wir stechen in See. Kurz nachdem wir abgelegt haben, sehen wir recht weit entfernt von der Küste einen Marine Iguana schwimmen und wir können direkt neben dem Schiff noch unsere erste Wasserschildkröte erspähen! Alle paar Minuten streckt sie den Kopf aus dem Wasser, schnappt nach Luft, kuckt, was es so über Wasser gibt und taucht wieder ab. Kaum sind wir auf offener See, kommen ein paar Fregattvögel herangeschwebt, die sich trotz ordentlichem Wind auf der Takelage unseres Schiffes niederlassen und eine Weile per Anhalter mitfahren. Als weiter draußen die organischen Küchenabfälle ins Meer geworfen werden, ist auch klar, warum: Sie stürzen sich alle mit wildem Gekreische auf das „easy food“ (O-Ton Fabricio)! Da das Geschaukel ziemlich müde macht, gönnen wir uns einen kleinen Mittagsschlaf. Nach ca. 3 h Fahrt ankern wir vor Santa Fé, setzen mit den zwei kleinen Pangas auf die Insel über und machen dort einen Spaziergang. Am Strand werden wir von ein paar Dutzend Seelöwen begrüßt, die zum Großteil faul in der Gegend rumliegen. Einige sind aber auch im Wasser unterwegs. Und es gibt ganz viele kleine Seelöwen-Babys, die alleine am Strand auf die Mama warten, die gerade jagen ist und jämmerlich „blöken“, hört sich fast an wie Schafe… Eines der Kleinen ist in keinem guten Zustand, und Fabricio erklärt uns, dass die Mamas manchmal halt erst nach 4-5 Tagen wieder zurückkommen und die anderen Mütter nie einem fremden Baby Milch geben würden. Dafür ist die Milch so fett, dass die Babys, wenn die Mama dann endlich wieder da ist innerhalb ganz kurzer Zeit wieder ordentlich an Gewicht zulegen. Auf dem Weg müssen wir immer mal wieder aufpassen, nicht auf Seelöwen zu treten, die sich wie Steine in den Weg gelegt haben. Aber: 2 m Abstand lautet die Regel, die Fabricio mehr als einmal anmahnt. Finden wir gut, dass er so darauf hinweist! Es gibt wohl auch Guides, die es zulassen, dass die Touris die Tiere anfassen um ein „besseres Erlebnis“ zu bieten, wir haben zumindest im Internet einige derartige Berichte gesehen. Das ist doch echt unmöglich! Ein paar kleine Vögel sehen wir, eine kleine Maus, viele Eidechsen, eine kleine Schlange und zwei schöne gelb-/rot-gefärbte Land Iguanas. Und die Tiere hier haben tatsächlich keine Angst vor Menschen. Während die Eidechsen oder die Maus bei uns daheim schon längst weggehuscht wären, essen sie hier einfach weiter oder setzen sich sogar extra in Pose zum fotografiert werden. Laut Fabricio haben sie keine Scheu, weil hier die Evolution komplett ohne die Menschen ablief und er daher kein Feindbild darstellt. Es gibt hier auch viele unglaublich große „Opuntia-Baumkakteen“. Dann werden wir von den Pangas wieder abgeholt und aufs Schiff zurück gebracht. Erst einen Tag unterwegs und schon so viele Tiere gesehen! :-) Beim Abendessen geht es gaaaanz feierlich zu: Kapitäns-Dinner. Der hat sich schick in eine weiße Uniform geschmissen, der Koch hat eine Kochmütze auf und auch der Rest der Crew steht bereit. Fabricio stellt uns die Crew vor. Da wären: Oswaldo, der Kapitän, Manuel, der Koch (ursprünglich aus Kamerun), Miguel, der Barmann, Cirillo, der Techniker, Christian, zuständig für ein Panga und diverse Hilfsarbeiten, Luis, zweiter Kapitän und zuständig für ein Panga, und Julio, Assistent-Koch und „Mädchen für alles“. Wow. Ganz schön große Crew für das kleine Schiff!

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Die Nachtruhe war nicht ganz so ruhig, weil wir über Nacht zur Insel Española gefahren sind und die See teilweise doch ziemlich rau war. So kam es uns zumindest vor, als wir in unseren Betten hin und her rollten und versuchten möglichst NICHT herauszufallen… ;-) Nach einer Tasse Nescafé sind wir dann aber bereit für den Tag, der mit einem Spaziergang über die Insel beginnt. Fabricio hatte angekündigt, das Española eine der schönsten Galápagos-Inseln ist, und sie gefällt uns tatsächlich ausgesprochen gut. Vor allem weil wir hier wieder unglaublich viele Tiere sehen können! Den Anfang machen diesmal die rot-braun gefärbten Krabben, die zu Hunderten auf den schwarzen Steinen sitzen. Bei genauerem Hinkucken sehen wir dann auch die Marine Iguanas. Im seichten Wasser, geschützt von einigen Felsbrocken gibt es einen „Seelöwen-Kindergarten“, eine Seelöwen-Mama spielt den Aufpasser, 5 schon etwas größere „Seelöwchen“ raufen was das Zeug hält und zwei ganz kleine versuchen es nachzumachen. Hier könnten wir den ganzen Tag zukucken!!! Als wir uns umdrehen zum Weiterlaufen bemerken wir, dass wir vor lauter Seelöwen fast einen ganzen Haufen Marine Iguanas übersehen hätten. Ungefähr 40 teils große, prächtig gefärbte Männchen liegen in der Sonne und „laden“ Energie. Sie haben sich auf Algen fressen spezialisiert und bei Flut kommen sie dort halt nur hin, wenn sie tauchen. Da sie aber schnell auskühlen, darf ein Tauchgang nicht länger als 10 min dauern, sonst bekommen sie Muskelstarre und ertrinken. Daher heißt es dann schnell wieder an Land, was teilweise durch Felsen oder verspielte Seelöwen gar nicht so einfach ist! Dort legen sie sich dann in die Sonne, vorzugsweise auf die schwarzen Felsen und tanken Sonne, bevor sie sich wieder zum Fressen aufmachen. Ein Stück weiter finden wir am Rande der Steilküste unsere ersten „Boobies“, auf Deutsch Tölpel. Den Anfang macht der Naszca-Boobie, gefolgt vom echt knuffigen Blue-footed Boobie. Die Füße sind tatsächlich knall-blau! Die Red-footed Boobies gibt es nur auf Genovesa und San Cristobal. Dafür sehen wir noch die riesigen Albatrosse über uns schweben, Fregattvögel und den Galápagos Hawk. Hier machen wir eine kurze Pause um uns das „Blowhole“ unten am Rande des Wassers anzukucken. Durch die Wellen wird hier Druck aufgebaut, der sich alle paar Minuten durch ein kleines Loch als Fontäne entlädt. Sieht ein bisschen aus wie ein Geysir. Wir laufen weiter über die Insel und entdecken nach genauerem Hinsehen, dass zwischen den Felsen überall Albatros-Küken sitzen! Die sind eigentlich ziemlich riesig und sehen mit ihren zotteligen Federn lustig aus, aber sie sind durch ihre Farbe spitzenmäßig getarnt und daher fast nicht zu erkennen. Nach dem Mittagessen dümpeln wir noch eine Weile an der gleichen Stelle und der Kapitän gibt das Dach des Schiffes als Sprungbrett frei. Das Wasser ist hier ca. 7 m tief, daher kein Problem. Die drei Belgier an Bord klettern sofort hoch und zeigen die verrücktesten Sprünge. Florian „hüpft“ auch ein paarmal, geht dann aber lieber ein bisschen Schnorcheln und sieht dabei einen großen Adler-Rochen unter sich hindurchschweben. Nach der Pause zwängen wir uns für unseren ersten Schnorchel-Ausflug in den Wet-Suit (also, eigentlich nur Liane, Florian ist nicht so verfroren). Per Panga geht’s zum Schnorchel-Platz, dann heißt es fertig machen und ab ins Meer. Kaum drin sehen wir eine Wasserschildkröte gemütlich herumschwimmen. Entlang der Felsen tummeln sich unzählige kleine und mittlere Fische. Ein Stachelrochen gleitet am sandigen Boden entlang. Es dauert nicht lange bis der erste Seelöwe auftaucht, angelockt von den Blasen die Fabricio absichtlich produziert. Er oder sie, so genau kann man das nicht sehen, schwimmt eine ganze Weile um uns herum und kuckt uns neugierig zu. Einen kurzen Schreckmoment gibt es für Florian und ein paar andere Schnorchler, als ein Pelikan wie ein Pfeil zwei Meter tief mitten in die Gruppe reintaucht und mit einem Fisch im Schnabel wieder wegfliegt. Zum Glück hat er niemanden getroffen. Echt wahnsinnig! Zum guten Schluss kommen nochmal ein verspielter Seelöwe und eine Wasserschildkröte vorbei. Zurück auf dem Schiff freuen wir uns über die heiße Dusche und setzen uns dann gemütlich mit einem heißen Kakao auf das Sonnendeck. Gegen Abend fahren wir erneut zur Insel, machen einen kleinen Spaziergang am Strand und genießen den Sonnenuntergang, bevor wir zum Abendessen aufs Schiff zurückfahren. Dieses Mal fahren wir direkt los, da wir eine lange Fahrt bis nach Floreana vor uns haben und mit einem Motor dauert das halt mal wieder länger…

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Heute starten wir wieder mit einem kleinen Spaziergang, bei dem wir mit ganz viel Glück vielleicht Flamingos sehen können. Hier gibt es nämlich eine Lagune, wo früher viele hunderte Flamingos nisteten, aber vor einem Jahr sind sie plötzlich alle verschwunden und nicht wieder an diesen Platz zurückgekehrt. Warum weiß keiner so genau, aber evtl. wurden sie durch die Touristen gestört oder, ein weiteres Problem auf dieser Insel, von Katzen! Auf der Insel gibt es eine kleine Siedlung und einige Bewohner haben Katzen mit auf die Insel gebracht, die aber nun zum Teil auch wild überall umherstreifen. Ein weiteres Problem sind eingeschleppte Wespen, die mit speziellen Vernichtungsmitteln in Plastikgefäßen angelockt und getötet werden. Auf der Insel gibt es überwiegend einen Baum, von Fabricio als „Christmas Tree“ bezeichnet, aber der richtige Name ist „Palo Santo“, übersetzt „Heiliger Stock“. Er sieht aus wie abgestorben mit seiner weißlichen Rinde, aber um die Weihnachtszeit, hier gleich Regenzeit, bildet er grüne Blätter und trägt rote Früchte. Sonst gibt es auf Galápagos ausschließlich gelbe Blüten, da nur eine Bienenart, die Holzbiene herumfliegt und die steht einfach nur auf Gelb! Auf der anderen Seite der Insel ist eine schöne Bucht, im seichten Wasser sieht man viele Schildkröten und kleinere Stachelrochen, man muss ganz schön aufpassen, nicht aus Versehen auf sie draufzutreten. Ein Stückchen weiter im Meer, erzählt Fabricio, lauern Hammerhaie, deren Lieblingsspeise eben diese Rochen sind. Zurück an Bord bekommen wir zunächst ein spezielles Briefing für die nächste Schnorchel-Tour im „Devils Crown“, einer Felsformation, die ein bisschen wie eine Krone aussieht. Hier gibt es nämlich ziemlich starke Strömungen und man muss genau wissen, wo, sonst landet man unsanft an den Felsen oder man findet sich plötzlich ein paar Hundert Meter weiter wieder. Außerdem sollen wir Ausschau nach Hammerhaien halten. Einigen auf dem Boot wird schon bei der Beschreibung mulmig. Aber ganz so schlimm wird’s nicht! Die Strömung ist zwar vorhanden, aber bei weitem nicht so stark, dass man nicht gegen sie anschwimmen könnte. Außerhalb der Felsen sehen wir viele große Fischschwärme, aber die Hammerhaie sind gerade nicht daheim. Schade! Wir schwimmen außen rum und dann in die Krone hinein, hier ist das Wasser ziemlich seicht, wir sehen viele kleine Fische aus nächster Nähe, außerdem wunderschön bunte Seesterne. Auf der anderen Seite der Krone kommen wir wieder raus, wo wir noch eine Weile an der Wand entlang schwimmen, aber leider nix tierisches mehr sehen. Dafür frieren wir aber ganz ordentlich, zurück an Bord freuen wir uns sehr über den heißen Kakao, den uns der Koch gemixt hat. Das ist jetzt genau das richtige! Da wir später nochmal schnorcheln gehen, gibt’s für Liane noch eine kurze heiße Dusche zum Aufwärmen… Nach dem Mittagessen geht’s gleich los zum Strand, wir nehmen unsere Schnorchel-Ausrüstung mit. Die lassen wir aber erst mal am Strand liegen und laufen einen kleinen Weg ins Innere der Insel zu einem alten Lavatunnel, wo wir eine schmale, nicht sehr stabil aussehende Holztreppe hinuntersteigen. Mit Taschenlampen ausgerüstet tasten wir uns langsam in die Höhle vor, bis wir plötzlich im eiskalten Wasser stehen. Erst geht es nur bis zu den Knien, man kann aber durch einen kleinen Durchgang weiterlaufen, hier wird das Wasser mit jedem Schritt tiefer und wer mag kann einige Meter weiter in den dunklen Tunnel hineinschwimmen. Wir sind alle froh, als wir wieder an der Oberfläche sind. Weiter vorne am Strand, an der „Post Office Bay“, gibt es einen alten „Postkasten“ von 1792, eigentlich ein Holzfass mit Türe. Hier konnten früher Briefe gesammelt werden und wenn ein Schiff aus dem Land des Adressaten vorbei kam, wurde der Brief mitgenommen und zugestellt. Wie lange das wohl gedauert hat, bis die Briefe ankamen? Wenn sie überhaupt ankamen? Heute ist das Ganze eher eine Attraktion für die Touris, die hier eine Postkarte mit Adresse hinterlassen. Gleichzeitig werden die schon vorhandenen Postkarten durchgesehen und jeder nimmt eine aus seinem Land mit um sie dann entweder persönlich vorbeizubringen oder eine Briefmarke draufzukleben und sie dorthin zu schicken. Anschließend haben wir Freizeit am Strand und können entweder schnorcheln gehen oder einfach am Strand rumliegen. Als wir im Wasser sind sehen wir ganz nah am Ufer eine unglaubliche Wasserschildkröte. Mit ca. 1,20 m langem Panzer! Wir konnten ihr minutenlang beim Fressen zukucken und tolle Fotos machen. Sonst gab es dann aber auch nicht so viel zu sehen. Florians Gesicht macht noch Bekanntschaft mit einer bläulichen Qualle, es brennt ein bisschen, denn zum Glück hat Florian ja mittlerweile Vollbart. ;-) Gegen später sind noch 4 Rochen ziemlich nahe am Strand, ein Blue-footed Boobie post fü uns und die schönen roten Krabben klettern überall rum. Außerdem kann man toll beobachten, wie die Boobies in kleinen Gruppen wie Pfeile ins Meer stürzen um zu jagen. Echt krass! Das spritzt richtig auf, wenn sie eintauchen und ein paar Sekunden später „ploppen“ sie dann einer nach dem anderen zurück an die Wasseroberfläche. Lustig zuzukucken! Sobald die Sonne weg ist, wird es ganz schön kalt und heute haben wir uns die heiße Dusche mehr als verdient. Als wir auf das Schiff zurückkommen ist es ungewöhnlich ruhig. Schlechtes Zeichen, normalerweise läuft immer der Generator, wegen Heißwasser und der Lüftung. Außerdem rennt die ganze Mannschaft hektisch im Blaumann mit Taschenlampe und Gehörschutz herum. Da kommt auch schon Fabricio mit der Nachricht, dass der Generator ausgefallen ist. Die gute Nachricht kommt gleich hinterher: Wir dürfen auf das Schiff, das nebenan ankert, die „Fragata“ und können dort heiß duschen, da 4 Kabinen nicht belegt sind. Also mit dem Panga rüber. Wir staunen nicht schlecht, das ist mal bissle was anderes als unser enger Holzkahn! Recht große Kabinen und eine gemütliche Lounge. Zur Feier des Tages und da wir uns am nächsten Tag von Nicole und Dominique verabschieden müssen, probieren wir den Caipirinha vom Koch. Könnte etwas mehr Alkohol vertragen, aber sonst sehr lecker! In den Kabinen ist es allerdings sau-heiß, weil die Lüftung natürlich auch nicht funktioniert… Als Florian gegen später nochmal an Deck geht um einen Blick auf die Sterne zu werfen, ist dort kein Platz mehr. Hier schläft die halbe Crew auf dem Boden, die andere Hälfte schläft im Gemeinschaftsraum und Fabricio steuert das Schiff…

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Video von Meeresschildkröte in Action:

httpv://www.youtube.com/watch?v=bz2dBDCf7b0

Gegen morgen landen wir vor North Seymour und endlich hört das Gewackel auf. So lässt es sich deutlich besser schlafen! Leider nicht mehr lange, dann heißt es aufstehen, frühstücken und ab an Land. Wir machen einen Spaziergang über die Insel, bei dem wir viele Fregattvögel sehen, die in ihren Nestern im flachen Gestrüpp sitzen. Zum Teil haben sie ihren beeindruckenden roten Kehlsack aufgeblasen. Außerdem sehen wir einen wunderschönen gelbgefärbten „Land Iguana“, auch Drusenkopf genannt, der gerade ein Stück Kaktus-Frucht verspeist. Um die Stacheln wegzubekommen, rollt er die Frucht zuerst mit dem Vorderfuß über den Boden, bevor er sie in einem Stück verspeist. Zurück an Bord heißt es Packen, Julio bringt unser Gepäck zum Flughafen. Wir fahren kurze Zeit später mit dem Panga zum Festland, dann mit dem Bus weiter zum Flughafen. Hier endet für einige der Passagiere das Abenteuer Galápagos, während wir und vier weitere Passagiere uns in den Bus nach Puerto Ayora setzen. Hier kommen wir ca. 1 ½ h später an und suchen uns zuerst mal ein Hostel. Wir werden auch gleich fündig und nehmen das „Sir Francis Drake“, ziemlich zentral, nah am Hafen und den Geschäften und nicht zu teuer. Dafür aber sauber und mit eigenem Bad. Da wir Hunger haben gehen wir mit Megan aus Neuseeland und Guillaume aus Kanada, die auch beide auf der Cruise dabei waren, etwas essen. Direkt eine Straße weiter ist eine Art „Restaurant-Straße“, O-Ton Florian „Fressgasse“: Ein kleines Restaurant reiht sich an das nächste, es sind viele Einheimische hier zum Essen und es gibt sehr leckere Mittagsmenüs für 3,50 US$. Die Straße merken wir uns, hier waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal! :-) Nach einer Mittagspause machen wir uns auf den Weg die einzelnen Tauchcenter und Reisebüros abzuklappern um das Programm für die nächsten 10 Tage zu klären. Gar nicht so einfach bei der großen Auswahl. Zum Teil allerdings schlicht überteuert für Last-Minute. Aber so langsam bekommen wir eine Idee, was wir hier noch sehen und machen wollen…

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Heute lautet unser Auftrag: Programmplanung und -organisation. In 10 Tagen fliegen wir weiter und wir wollen noch eine Cruise in Richtung Norden machen zu den restlichen Inseln und Tauchen gehen. Wir sind dafür den ganzen Tag unterwegs, aber abends haben wir dann alles gebucht und sind sehr zufrieden damit: Ein Tag Relaxen am Strand, zwei Tage Tauchen (kurzentschlossen machen wir den „Advanced Open Water Diver“) , dann auf die Kreuzfahrt bis Sonntag, nochmal Tauchen, ein weiterer Tag frei für Strand, Souvenirs kaufen, Blog schreiben, Abflug. :-) Ein guter Plan! Eigentlich wollten wir abends mal Lobster essen gehen, aber als wir das Schild am Restaurant des Hotels Silberstein stehen sehen, entscheiden wir uns spontan für deftig „Currywurst mit Pommes“…

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Ausschlafen. Heute haben wir Urlaub! Also ab an den Strand. Ganz so schnell geht das nicht, es ist ein ca. 45 min langer Fußweg bis zur „Tortuga Bay“. Aber dann ist man an einem langen, weißen Sandstrand mit tollen Wellen. Hier darf man nicht ins Wasser, weil die Strömungen viel zu arg sind, aber ein Stückchen weiter gibt es einen zweiten Strandabschnitt, der eher wie ein kleiner See aussieht und durch Felsen vom Meer abgeschirmt ist. Hier ist das Wasser ganz ruhig und theoretisch kann man sich ein Kajak mieten und so die vielen Tiere im Wasser beobachten. Leider sehen wir nur das Schild, aber es sind keine Kajaks da. Da das Wasser sehr flach ist kann man ziemlich weit reinlaufen. Florian geht als erster, plötzlich hört Liane am Strand ein „Waaaaah!!!“ als ein ca. 1,50 m großer Rochen neben ihm wegschwimmt. Dieser springt kurze Zeit später noch aus dem Wasser und fällt mit einem großen Klatschen zurück. Außerdem schwimmen natürlich Schildkröten herum, wenn der Strand schon Tortuga Bay heißt! Und Haie sehen wir auch, ca. 1,50 m lange Weißspitzen-Riffhaie. Und die sind mal gar nicht scheu, den Sicherheitsabstand von 2 m ignorieren sie völlig. Nebenher lesen wir unserer ziemlich dickes Theoriebuch für den „Advanced-Kurs“. Gegen Nachmittag wird das Wetter schlechter und wir laufen zurück. Heute wollen wir uns noch etwas ganz besonderes gönnen – einen Lobster! Im „Café del Mar“ kann man sich den auf dem Fischermarkt selbst gekauften Lobster zubereiten lassen. Am kleinen Fischmarkt kucken wir uns die verschiedenen „Ausführungen“ an und entscheiden uns natürlich für den Größten (ca. 40 cm!), 20 US$ soll er kosten. Alles klar. Wir bekommen eine Plastiktüte dazu, wo er aber gar nicht reinpasst. Als wir uns das faszinierende Tierchen dann noch genauer anschauen mit seinen vielen Antennen und Beinchen und ihm fast noch einen Namen gegeben hätten, übergeben wir es dann doch schweren Herzens dem Koch… Etwa 1 h brauchen sie für die Zubereitung, wir probieren in der Zeit unsere Ausrüstung für das Tauchen an. Dann gehen wir schnell zurück zum Café del Mar, nicht dass der Lobster kalt wird! Aber wir kommen genau richtig. Die deutsche Reisegruppe am Nebentisch bekommt ganz große Augen als „unser“ Lobster serviert wird! Was da an Fleisch drin ist, ist wirklich unglaublich und es schmeckt superlecker!!!

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So, heute wird es ernst: Der erste Tag vom „Advanced-Kurs“ steht an. Wir treffen uns um 7:00 Uhr bei unserem Dive Instructor Alex im Büro am Hotel Silberstein und fahren dann zusammen zum Hafen, wo wir das Tauchboot beladen und uns dann auf den Weg nach Santa Fé machen. Außer uns ist nur noch ein weiterer Taucher dabei, der auch den Kurs mitmacht. Die Anzüge anzuziehen ist ein ziemlicher Kampf, da sie zunächst super eng sitzen und sich erst im Wasser ein bisschen dehnen. Dazu kriegen wir noch 10 Kilo Gewichte um die Taille und das Jacket mit der Alu-Flasche mit nochmal ca. 15 Kilo hintendrauf. Weit laufen ist so nicht. Aber zum Glück gibt es „Full Service“ an Bord. Wir müssen nur auf den Bootsrand sitzen, bekommen die Flossen angezogen, den Tank aufgedreht und die Maske gesäubert. Unten angekommen müssen wir erst ein paar Aufgaben machen, dazu gehen wir an einer relativ ruhigen Stelle bis auf den sandigen Boden, auf 24 m. Es sind Wiederholungs-Aufgaben vom ersten Kurs: Maske unter Wasser runter, wieder drauf und ausblasen, Jacket aus- und wieder anziehen, Balance halten (30 Sekunden wie Buddha im Wasser sitzen, ohne hin und her zu schwanken), usw. Zwischendurch kommt eine eiskalte Strömung, die das Wasser richtig flirren lässt. Brrr! Dann fahren wir ein Stück weiter zu einem Tauchplatz, der „The Cave“ heißt. Wir tauchen wieder ganz runter und durch eine kleine Höhle hindurch, auf der anderen Seite nach 10 m wieder raus und dann am Riff entlang. Wir sehen einige Meeresschildkröten, Rochen und haufenweise bunte Fische. Nach 30 min kommen wir wieder am Boot an, es gibt ein paar Snacks (Apfel, Birne, Kekse) und heiße Schokolade. Und die brauchen wir jetzt auch! Das Wasser hat kühle 18° C und obwohl wir 7 mm-Vollanzüge anhaben ist es doch ganz schön kalt. Wir fahren einmal um die halbe Insel herum und springen wieder ins Wasser. Diesmal machen wir einen Drift-Dive an einer Steilwand entlang. Und das wird ein richtiger Drift! Am Anfang ist alles ziemlich ruhig und relaxed, aber gegen Ende wird die Strömung ganz schön stark! Wir lassen uns mittreiben. Auch hier sehen wir wieder unzählige Fische, teilweise in großen Schwärmen. Fisch-Identifizierung ist auch ein Thema der Ausbildung und wir müssen uns die Fische genau ankucken und Alex später im Bestimmungs-Buch 20 Stück zeigen, die wir gesehen haben. Zurück an Bord gibt es Mittagessen (Reis mit Fisch und Soße), bevor wir uns auf den Rückweg nach Puerto Ayora machen. Im Hostel angekommen gönnen wir uns eine heiße Dusche, bevor wir vom Tauchen doch ziemlich erschöpft zwei Stunden lang schlafen. Dann gehen wir ein Eis essen und kucken ein bisschen den Touris zu die vorbeilaufen. Lustiger weise entsprechen die meisten Deutschen hier voll dem Klischee vom deutschen Urlauber. Wir erkennen die mittlerweile schon von weitem…

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Wieder heißt es früh aufstehen, um 7:00 Uhr ist Treffpunkt am Pier. Heute geht es nach Gordon Rocks, einem ziemlich anspruchsvollen Tauchplatz, der meist starke Strömungen hat (O-Ton Alex: „Like a washing mashine!“). Die Tauchcenter nehmen einen hierher nur mit, wenn man mindestens 30 Tauchgänge hat (wir haben gerade mal 6!) oder wenn man eben den Advanced Kurs macht. Und dies ist angeblich der schönste Tauchplatz auf Galápagos! Abgesehen von den Plätzen bei den Inseln „Darwin“ und „Wolf“, aber da kommt man nur mit einer sauteuren einwöchigen Dive-Cruise hin und muss richtig gut tauchen können. Dafür hat man dann aber eine 100%-Garantie auf riesige Schulen von Hammerhaien, Galápagos-Haien und Rochen, und hier tummeln sich meistens auch die riesigen Walhaie (bis 18 m!).Wir machen unseren ersten richtigen „Deep-Dive“, der auch zur Ausbildung gehört, d. h. auf mindestens 30 m runter, ab da kann man den Tiefenrausch, auch Stickstoffnarkose genannt, spüren. Wir tauchen bis auf den Boden runter, das sind 32 m und warten dort ein paar Minuten, aber wir spüren nix. Auch gut. Wir müssen ein paar Aufgaben lösen: Unseren Namen aufschreiben, Zahlen aufsteigend sortieren, eine einfache Rechenaufgabe lösen und eine einfache Figur nachzeichnen. Wenn man den Tiefenrausch spürt, sind das fast unlösbare Aufgaben. Wir haben kein Problem damit und sind ruck-zuck fertig und können unseren Tauchgang weiter durchführen. Hier sehen wir zweimal einen Hammerhai, allerdings leider immer nur von uns wegschwimmend. Außerdem wieder viele Schildkröten, riesige bunte Papageienfische und Scharen kleinerer Fische. Strömungen haben wir entgegen der Vorhersage quasi gar keine. Mal kucken wie es beim zweiten Tauchgang hier wird, der wieder entlang einer Steilwand geht. Diesmal zum Teil „ohne Boden“, d. h. der Boden kommt dann schon irgendwann, aber halt erst mehr als 100 m weiter unten, wo wir als Taucher natürlich nie hinkommen! Nach einer Pause und heißer Schokolade gehen wir auf den letzten Tauchgang des Kurses und es wird mit Abstand der schönste! Die großen Haie und Rochen, die Alex uns angekündigt hat, lassen sich zwar nicht blicken. Dafür ist die Sicht superklar, das Riff leuchtet richtig unter der Sonneneinstrahlung. Die vielen bunten Fische wuseln um uns herum, über uns schwimmt ein riesiger Schwarm Barracudas, das sieht ziemlich spektakulär aus von unten beobachtet… Leider ist die Luft viel zu schnell verbraucht und wir müssen wieder hoch. Das Boot holt uns ab, zum Mittagessen gibt’s dieses Mal „Toast-Burger“. Wir fahren nur bis zum Kanal zwischen Baltra und Santa Cruz und von hier mit dem Auto weiter. Unterwegs müssen wir Alex noch Fischarten zeigen, die wir heute gesehen haben. Mindestens 40. Wir schaffen 60! :-) Zurück im Büro verewigen uns noch auf der Bürowand, dann haben wir den Tauchschein bestanden. Da wir noch Zeit haben, bis wir auf unserem zweiten Cruise-Schiff einchecken können, besuchen wir nochmal den einsamen George. Er liegt wieder am gleichen Platz wie letztes Mal und bewegt sich nicht. Wir haben den Verdacht, dass er vielleicht doch schon tot ist und machen Fotos, damit wir mit denen vom ersten Mal vergleichen können, ob er sich zwischenzeitlich mal bewegt hat. Um 18:00 Uhr müssen wir am Pier sein, um den Guide des Schiffes „Eden“ zu treffen, auf dem wir die nächsten 6 Tage unterwegs sein werden. Liane geht noch schnell zur Post, Florian läuft schon zum Pier, wo Eduardo bereits auf uns wartet. Er spricht Florian an und fragt dann: „Und wo ist Geb?“ – „Äh? Wer?!“ – „Na, Geb Schindler!“ ;-) Na prima, die waren beim Buchen mal wieder nicht in der Lage den Pass korrekt zu lesen! Mit den Pangas, die hier aber „Dinghy“ heißen geht’s aufs Schiff, wo wir unsere Kabine beziehen, die ungefähr doppelt so groß ist, wie die auf der „Golondrina“… Hier haben wir richtig Platz! Dann gibt’s auch schon das Briefing und dann Abendessen, das allerdings etwas fantasielos ist und bei weitem nicht so gut wie auf dem anderen Schiff. Aber vielleicht steigern sie sich ja noch… K. o. von den zwei Tauchtagen liegen wir schon um 21:00 Uhr im Bett und kriegen gerade noch mit, wie das Schiff in Richtung Insel „Isabela“ ablegt…

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Hier das ganze Album:

Comments

  1. Sehr schön!

    Jetzt lese ich auch endlich mal die Geschichte zu den Fotos, die ich ja schon vor ein paar Wochen an Bord der MS Albatros gesehen habe und streckenweise optimieren durfte (oops, hoffe, ich verrate damit jetzt nicht schon zu viel über die noch kommenden Abenteuer von Liane & Florian *g*). Bleibt nur eine Frage: was für ein Viech ist das mit den häßlichen, neongrün umrandeten Glubschaugen?

    Es grüßt endlich wieder aus einer Stadt voller junger und lebendiger Menschen

    Ciao Der Taliban ;-))

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