Schnorcheln in der Bahía Drake
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Zurück über die Holperpiste machen wir uns auf den Weg in Richtung Süden. Unser Ziel heute heißt Dominical und ist ein beliebter Surferstrand an der Pazifikküste. Vor allem fortgeschrittene Surfer kommen hierher, weil es zuverlässig große Wellen gibt. Unterwegs essen wir in einer Soda zu Mittag. Die Straßen sind zwar mittlerweile geteert, aber sie ziehen sich ewig in Schlangenlinien durch die Landschaft. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an um noch kurz ins Meer springen zu können bevor es dunkel wird. Vorher mieten wir uns im Hostel „Sundancer“ ein. Die Wellen sind wirklich beeindruckend groß! Der Strand an sich eher steinig und mit Treibholz übersäht. Innerhalb weniger Minuten ist es dann stockdunkel und das um 18:30 Uhr. Wir gehen im Restaurant „Tortilla“ essen. hier ist ganz schön was los: Es ist gleichzeitig Hostel, Restaurant, Bar, … Gegen später gehen die zwei Jungs noch „auf die Fitz“. Von den ganzen „Parties“ am Strand, die wir nach dem Abendessen noch gesehen haben, sind leider nur noch die verlassenen Lagerfeuer-Reste übrig. In einer Bar spielt eine Band und lustigerweise gefällt das wohl einem schwarzen Hund so gut, dass er ständig auf die Tanzfläche springt und „mittanzt“! Als das Geld aus ist machen sich die Jungs auf den Heimweg, wobei sie etwas schneller laufen, um noch zwei andere Touris einzuholen. Warum ist unklar. Daraus wird aber wegen zu wenig Koordination der Füße eh nix und Jürgen liegt kurze Zeit später langgestreckt am Boden. Im Hostel stürmt Florian in unser Zimmer, macht das Licht an, reißt die Notfall-Apotheke aus dem Rucksack, sagt „S‘isch nix, schloof widder!“, geht raus und schließt sich mit Jürgen im Bad ein. Monika ist mittlerweile natürlich auch wach und schließlich machen die Jungs die Tür auch wieder auf. Jürgen hat ein ganz schönes Horn auf der Stirn, die Schulter ist aufgeschrammt und blutet und die Hand auch. Na ganz prächtig! Als Jürgen dann endlich verarztet ist, können alle wieder schlafen gehen…
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Bevor wir losfahren, laufen wir nochmal kurz zum Strand, Florian will vielleicht noch ein bisschen schwimmen. Aber daraus wird nichts. Als wir am dort ankommen, merken wir gleich, dass irgendwas nicht stimmt. Im Sand knien und liegen ein paar nasse Jungs, ziemlich fertig. Ein Mädel ist hektisch am Telefonieren und alle anderen die rumstehen, kucken wie gebannt aufs Wasser. Wir fragen das Mädel, was los ist. Sie erzählt, dass die Jungs zu fünft schwimmen gegangen sind, ziemlich weit raus, dann eine große Welle kam und nun nur vier zurück am Strand sind, während einer immer noch vermisst wird! Die Life-Guards haben wohl schon gesucht, ohne Erfolg. Mittlerweile taucht auch die Polizei auf, drei Surfer rennen nochmal ins Wasser und halten Ausschau. Mittlerweile ist aber schon eine halbe Stunde seit der Welle vergangen, man sieht an seinen Kumpels, dass die Hoffnung ihn noch lebend zu finden, schwindet. Echt übel! Der Strand ist bekannt für seine gefährlichen Strömungen, ein großes Schild warnt davor, aber trotzdem gibt es hier wohl immer wieder Todesfälle! Florian verzichtet daher aufs Schwimmen und wir fahren los. Pünktlich um 11:00 Uhr kommen wir in Sierpe an. Von hier nehmen wir ein Boot nach Bahía Drake. Kapitän Alex erwartet uns schon. Wir bringen noch unser Auto zu einem bewachten Parkplatz und trinken einen Kaffee, bevor es um 11:30 Uhr in rasanter Fahrt im Speedboot über den gleichnamigen Fluss Sierpe in Richtung Meer geht. Alex hat ein gutes Auge und macht zweimal Halt, damit wir die am Ufer liegenden Krokodile sehen können. Nach ca. 1 h Fahrt kommen wir auf dem offenen Meer an, nun werden die Wellen etwas höher und das Boot schlägt ab und zu ziemlich hart auf. Wir sind echt froh, als wir am Strand von Bahía Drake ankommen und die „Wet Landing“ fast ohne nass zu werden überstehen. Ein Auto bringt uns und unser Gepäck zu „Cabinas Manolo“, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. In zwei gegenüberstehenden Gebäuden sind jeweils 4 echt schöne, große Zimmer untergebracht. Mit offenem Bad, d. h. ohne Fenster, man kuckt direkt raus auf den angrenzenden Regenwald. Wir essen im angeschlossenen Restaurant eine Kleinigkeit zu Mittag und machen dann Siesta um uns von der anstrengenden Fahrt hierher zu erholen. Gerade als wir wieder aufstehen wollen, fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Daher wird die Siesta in der Hängematte auf dem Balkon vor dem Zimmer verlängert. Leider hört es an diesem Tag gar nicht mehr auf zu regnen!
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Heute geht es früh los! Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker, um 5:30 Uhr gibt es Frühstück, um 6:00 Uhr ist Abmarsch mit unserem Guide Javier an den Strand, wo ein Boot auf uns wartet, dass uns zusammen mit 10 anderen Gästen zum „Corcovado Nationalpark“ bringt, genauer an den Strand der Ranger-Station „Sirena“. Zunächst laufen wir am Strand entlang, immer den Spuren eines Tapirs hinterher, der laut Javier vor ca. 1 ½ h hier vorbeigelaufen ist, wie er am Abstand der Spuren zum jetzigen Wasserstand erkennen kann. Leider finden wir ihn nirgends mehr, aber von den Abdrücken im Sand her, muss es ein echt ein Riesenvieh sein! Immerhin sehen wir am Strand noch einen Krabbenbussard der am Strand sein Lieblingsessen findet: kleine Einsiedlerkrebse und, wie der Name schon sagt, Krabben. Wir halten weiter Ausschau nach Tieren, Liane sieht einen Tukan weit entfernt auf einem Baum sitzen, da Javier ein supertolles Fernglas mit Stativ dabei hat, können wir ihn alle so sehen, als ob er direkt vor uns sitzt. Und es ist ein richtiges Prachtexemplar mit tollen bunten Federn und einem schönen großen Schnabel. Nun geht es in den Wald hinein. Wir sehen verschiedene Affen, „Spider-Monkeys“, „Howler Monkeys“ und „Squirrel Monkeys“, außerdem Vögel, „Urutau-Tagschläfer“, welche tagsüber ganz unbeweglich irgendwo sitzen und perfekt getarnt sind, einen echt schönen „Schwarzkopftrogon“, zwei Schwarzkehlspechte mit knallroten Köpfen wie der Name schon sagt und wunderschöne rote und farbige Aras! An der Ranger-Station machen wir Halt und essen einen Teil unseres Mittagessens (bestehend aus Toast mit Wurst und Käse und Keksen). Die Aras sind ganz schön frech und kommen angeflogen um was zu stibitzen! Ein Stück weiter ist eine Herde Pekaris, die so ähnlich aussehen wie Schweine, leider ziemlich schnell unterwegs. Einen Aguti entdecken wir auch noch, dieser versteckt sich aber so gut, dass wir ihn nur durchs Fernglas gut erkennen können. Später sieht Liane nochmal einen Urutau-Tagschläfer auf einem Ast weit entfernt sitzen, den selbst Javier nicht gesehen hat. Der Tapir versteckt sich weiterhin, die Krokodile auch, ein wunderfitziger Nasenbär rennt noch kurz vorbei und als wir uns langsam auf den Rückweg zum Strand machen fängt es an zu regnen, bzw. eher zu schütten. Innerhalb kürzester Zeit sind wir mal wieder klatschnass! Bevor wir aufs Boot gehen bekommen wir noch etwas zu trinken, dazu Wassermelone, im strömenden Regen macht das aber keinen Spaß. Daher sind wir froh, als wir auf das Boot können, leider nur kurz, denn durch die Fahrt bekommen wir den Regen nun erst recht ins Gesicht gepeitscht. Auf der Hälfte der Strecke hört es zum Glück auf zu regnen, aber wir sind total durchgefroren als wir ankommen. Nun hilft nur eine heiße Dusche! Den Rest des Tages regnet es weiter und wir relaxen in der Hängematte…
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Der Morgen fängt schon wieder grau und nieselig an, so richtig Lust haben wir nicht uns ins Boot zu setzen und zu „Cano Island“ zu fahren um Schnorcheln zu gehen. Bis zur Insel sind es ca. 45 min Fahrt. Unterwegs sehen wir eine Delfin-Flosse direkt neben dem Boot. Der Kapitän dreht ein paar Extra-Runden und der Delphin ist in Spiellaune: Er springt einige Male neben dem Boot her und surft auf unserer Bugwelle. Echt super! Das Wetter wird auch besser als wir an der Insel ankommen. Der erste Schnorchel-Platz ist echt toll, ein schönes Riff mit vielen Fischen und toller Sicht! Unser Guide Alberto macht uns auf viele spezielle Fische aufmerksam, außerdem wir sehen zwei Weißspitzen-Riffhaie! Und dann schwimmt tatsächlich ein riesengroßer Adlerrochen vorbei! Wow! Das sieht super aus, wie der durch das Wasser „fliegt“! Später sehen wir noch einen „normalen“ Stachelrochen und zum Abschluss gleiten noch zwei Teufelsrochen vorbei (die sehen ein bisschen aus wie Mantarochen, aber kleiner). Das sind einfach tolle Tiere! Wir fahren ein Stück weiter und landen am Strand, wo wir ein bisschen relaxen können, bis das Mittagessen, bestehend aus Nudelsalat, Kartoffelsalat, Toast, Schinken und Käse, fertig aufgebaut ist. Vom Strand aus können wir eine ganze Schule „False Killerwhales“ vorbeischwimmen sehen! Dann geht’s zum nächsten Schnorchelplatz, wo leider ganz schlechte Sicht herrscht. Deshalb fahren wir ein paar hundert Meter weiter, dort sieht es schon viel besser aus. Wieder drei Weißspitzen-Riffhaie und ein großer Barracuda-Schwarm. Und ein Stachelrochen, aber gaaaanz weit unten. Wir drücken Alberto unseren Foto-Apparat in die Hand, er taucht bis runter und macht super Bilder vom Rochen! Wir fragen ihn, wie lange er denn beim Free Diving (Tauchen ohne Sauerstoff-Flasche) durchhält: Bis zu 4 min. Respekt! Insgesamt hat sich der Tag echt gelohnt, allein der Adlerrochen war die Fahrt wert! Moni und Jürgen waren das erste Mal Schnorcheln und sind schwer begeistert. Auf der Rückfahrt, wer hätte es gedacht, fängt es an zu regnen! Diesmal allerdings nur kurz, so dass wir noch einen kleinen Spaziergang in Richtung Dorf machen können. Als wir unsere eMails checken gibt es eine gute Nachricht aus Deutschland: Das schon verloren geglaubte Paket mit unseren Souvenirs aus Südafrika ist nun endlich eingetroffen, lange 3 ½ Monate hat es gebraucht! Juhuuuu!
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Um 7:15 Uhr fährt unser Wassertaxi mit Kapitän Alex vom Strand ab zurück in Richtung Sierpe. Es wird wieder eine holprige Fahrt, ziemlich durchgeschüttelt kommen wir nach 1 ½ h an. Wir holen das Auto ab und fahren los in Richtung Norden. Bis nach Cartago ganz in der Nähe von San José wollen wir heute kommen, laut Routenplaner brauchen wir dafür fast 8 h! Der Anfang läuft gut, zwischendurch müssen wir über einen Pass, wo wir in einem Restaurant Mittagessen. Hier hat es gerade noch 11° C und es ist nebelig und regnerisch. Durch das Wetter und die nicht mehr so tollen Straßen brauchen wir dann doch etwas länger bis wir in ankommen. Wir fahren aber gleich noch ein paar Kilometer weiter in Richtung Vulkan Irazu, allerdings gibt es dort nur ein teures B&B und ein Hostel mit einer zugigen unbeheizten Holzhütte, in der wir nachts bestimmt vor Kälte kein Auge zugekriegt hätten. Daher fahren wir wieder zurück in die Stadt und nehmen das „Los Angeles B&B“, auch viel zu teuer, aber leider die einzige Option!
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Hier das ganze Album: