Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Shark Cage Diving in Simon’s Town

25. August 2011 | Allgemein, Südafrika

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In Kapstadt suchen wir uns die „Ashanti Lodge“ aus. Dort buchen wir auch gleich eine Township-Tour für den nächsten Morgen. Abends treffen wir uns mit Christin, die wir in Sansibar kennengelernt haben und der wir aus Deutschland ein kleines Päckchen für uns haben schicken lassen (unsere Tauchscheine!). Um 9:00 Uhr werden wir von Samantha abgeholt. Sie kommt selbst aus dem Township Langa und hat mit ihrem Mann zusammen „Camissa“ gegründet, um den Touristen eine authentische Tour anzubieten. Ein Teil der Einnahmen geht an Schulen im Township. Zunächst fahren wir zum Distrikt Six. Hier erzählt sie, wie dieses Gebiet im Jahr 1966 von der Regierung zum „weißen Bezirk“ erklärt wurde und alle Schwarzen, die hier seit Jahrzehnten lebten in Townships teilweise 40 km außerhalb umgesiedelt wurden. Die Häuser wurden alle abgerissen um den Grund teuer zu verkaufen. Aber bis heute stehen dort nur eine Handvoll Gebäude, weil die meisten Firmen nicht mitgemacht haben, aus Scham gegenüber den Zwangsumgesiedelten. Jetzt werden hier Reihenhäuschen gebaut, in die die umgesiedelten Familien wieder zurückkehren sollen. Danach geht’s weiter nach Langa. Sie erzählt, wie das Leben in den Townships so funktioniert, was es für Einrichtungen gibt (eigentlich alles, was es in einer größeren Stadt auch gibt, inkl. Schulen bis zur High School, Kliniken, …) und warum auch Leute, die z. B. als Rechtsanwalt oder Arzt in Kapstadt arbeiten, immer noch lieber im Township wohnen, als in der Stadt selbst. Natürlich in recht großen, schicken Häusern, was neben den armseligen Hütten ziemlich deplatziert wirkt! Aber, so meint sie, diese Leute sind der Ansporn für alle anderen, dass man etwas aus sich machen kann, auch wenn man aus dem Township kommt. Schließlich werden wir von einem Freund von Samantha, der selbst in Langa wohnt, per Fuß zu einigen Orten geführt. Eine Bierbrauerei, in der seltsam riechendes, und nicht viel besser schmeckendes weißliches Bier gebraut wird. Theoretisch kann man sich das ungefähr so vorstellen: Hefe, in Wasser aufgelöst, bissle Zucker dazu und dann ein paar Tage gären lassen. Mmmmh! ;-) Danach besuchen wir ein „Hostel“, in dem in einem ca. 8 qm großen Raum 3 Betten stehen und wirklich jeder verfügbare Raum unter und über den Betten vollgestellt ist. Dabei teilt sich theoretisch eine Familie (!) ein Bett, also leben in dem Raum 3 Familien! Er erzählt, dass dies die günstigsten Unterkünfte sind, 20 Rand kostet das Bett im Monat (ca. 2 EUR), Privatsphäre gibt’s keine. Wir laufen weiter, er zeigt uns die nächst„bessere“ Unterkunft, da gibt‘s immerhin einen Raum für eine Familie. In einen Kindergarten kucken wir auch kurz rein, hier lässt sich gerade eine große Touri-Gruppe aus Deutschland, im Riesen-Tourenbus angekarrt, von den Kindern etwas vorführen. Na, ganz toll! Wir gehen daher gleich wieder. Am Rand des Townships stehen dann die zusammengewürfelten Blech-Holz-Sonstwas-Hütten. Viele Bewohner ziehen es vor, dort zu wohnen, da sie so wenigstens Ihre Privatsphäre haben, wenn auch sonst jeglicher Komfort fehlt. Von spielenden Kindern begleitet, laufen wir zurück zum Auto und fahren auf dem Weg nach Kapstadt noch in zwei anderen Townships durch, einmal einem indischen und einem Coloured. Die Rassen wurden damals schön auseinandersortiert. Auf dem Heimweg ist es ziemlich ruhig im Bus…

Am nächsten Morgen fahren wir zum Kap der guten Hoffnung. Wir laufen ca. 30 min zum alten Leuchtturm direkt an der Kapspitze und machen dort Mittagspause. Dann geht’s weiter zum eigentlichen Kap, wo auch das Schild „südwestlichster Punkt Afrikas“ steht. Von hier aus fahren wir nach Simon’s Town, wo wir im „El Matador“ unterkommen, was weit weniger spanisch ist, als es sich anhört. Kurz vor Simon’s Town sehen wir nochmal zwei Wale vorbeischwimmen.

Es heißt mal wieder früh aufstehen. Um 6:30 Uhr ist Treffpunkt am Pier. Es geht zum Shark-Cage Diving! Zunächst fahren wir ca. 30 min raus aufs Meer zur einer kleinen Insel, auf der Tausende Robben leben, die Hauptmahlzeit der Weißen Haie! Zuerst fahren wir nur ein bisschen herum um evtl. einen Hai beim „Breaching“ zu erleben. Das ist eine Jagdmethode, bei der die Haie mit dem ganzen Körper aus dem Wasser springen. Es ist ziemlich schwierig, das zu sehen, weil man genau zur richtigen Zeit in die richtige Richtung kucken muss. Daher haben wir ein „Dummy-Seal“ auf dem Boot mit dabei. Als wir nach 30 min noch nix gesehen haben, ziehen wir den hinter dem Boot her, in der Hoffnung, dass ein Hai darauf reinfällt und es für eine Robbe hält. Leider haben wir kein Glück. Es gibt zwar zwei Breachings, die wir aber nicht sehen, weil wir grade in die andere Richtung gekuckt haben. :-( Am Tag vorher gab es mehrere natürliche Breachings und eins mit dem Dummy. Schade, das hätten wir gerne gesehen! Dann ankern wir neben der Robbeninsel und der Käfig wird ins Wasser gelassen. Nun heißt es warten und Haie anlocken. Dazu werden als Köder große Thunfischköpfe ins Wasser gehängt, dazu noch ein bisschen „Fischsuppe“ ins Meer gekippt. Die ersten beiden Taucher machen sich bereit und gehen in den Käfig. Und haben Glück, es kommt tatsächlich ein Weißer Hai und schnappt nach dem Futterbrocken. Er kracht dabei sogar gegen den Käfig. Wir gehen getrennt in den Käfig, damit wir mehr Chancen auf gute Bilder haben. Zuerst ist Liane dran. Im dicken Neoprenanzug mit Schuhen und Haube geht’s ins 13° C „warme“ Wasser. Jaul! Aber man gewöhnt sich dran. Dann heißt es warten und warten. Dann plötzlich schwimmt ein Weißer Hai unter dem Käfig durch, schnappt kurz nach dem Fischkopf und verschwindet wieder… Leider kommt er nicht zurück. Nach ca. 20 min wird es dann doch zu kalt und außerdem warten schon die nächsten… Jetzt ist Florian an der Reihe. Wieder ist ein Weißer Hai da, diesmal länger und gut zu sehen. Auch vom Schiff aus sieht er beeindruckend aus. Er schnappt nach dem Fischkopf und reißt ihn mit einem kräftigen Ruck von der Schnur. Dann wird es ruhiger, eine ganze Weile kommt keiner mehr. Alle Taucher sind aus dem Wasser und warten. Dann kommt ein Hai zurück. Wir melden uns natürlich für die zweite Runde. Dafür frieren wir gerne nochmal. Dieses Mal gehen wir zusammen in den Käfig. Es dauert nicht lange, da kommt der Hai direkt am Käfig vorbei. Und gibt eine extra lange Vorstellung für uns, er verschwindet immer kurz im trüben Wasser (Sichtweite ca. 15 m) und kommt dann wieder zurück. Wow! Das hat sich auf jeden Fall gelohnt! :-) Zurück an Land essen wir am Hafen eine Kleinigkeit, bevor wir die Pinguine in Boulder’s Beach besuchen. Die sind echt putzig, wie sie da rumwatscheln. Einige sind gerade in der Mauser.

Dann fahren wir über Muizenberg, wo wir am Strand ein bisschen den Surfern zukucken, zurück nach Kapstadt. Wir schauen uns im Stadtteil Greenpoint nach einer Bleibe um, dann sind wir näher an der Waterfront. Dort finden wir ein schnuckeliges Guesthouse, das „Port View House“. Eine echt gute Entscheidung! Das Frühstück ist superlecker und die zwei Manager sind total nett und lustig. Abends laufen wir an die Waterfront und versuchen im „Karibu“ auch mal das Filet-Trio, was leider bei weitem nicht an „The Girls“ heranreicht…

Hier das ganze Album:

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