Flitterjahr Liane & Florian

Wo stecken die beiden eigentlich gerade?

Weintour in die Anden

12. September 2011 | Allgemein, Argentinien

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In Mendoza angekommen, stürzen gleich einige „hilfsbereite“ Leute auf uns zu, die uns Zimmer vermitteln wollen. Nö, danke! Die Erfahrung mit den Bettwanzen hat uns gelehrt, keinen Bildern zu vertrauen und selber zu kucken. Wir machen uns also auf den Weg in Richtung Zentrum. Wir entscheiden uns für das „Andino Apart Hotel“, Lage, Zimmer, Bad und Preis sind in Ordnung und wir haben eh kein Bock mehr die Rucksäcke rumzuschleppen. Nach einem kurzen Mittagsschlaf machen wir uns auf durch die, im Vergleich zu Buenos Aires, sehr überschaubare kleine Stadt. Allerdings ist gerade Mittagszeit und fast alle Geschäfte sind geschlossen, weil von ca. 12:00 – 17:00 Uhr Siesta ist. Dafür ist dann aber alles auf bis Mitternacht! Um und durch die Stadt verlaufen Kanäle, damit wenigstens ein bisschen was grün ist muss künstlich bewässert werden. Zum Mittagessen finden wir eine Parilla, in der wir unser zweites Mega-Steak in Argentinien verdrücken. Direkt gegenüber werden exklusive Weintouren angeboten. Nach der Backpacker-Weintour in Stellenbosch, bei der es ja mehr um die Quantität als die Qualität ging (eigentlich NUR) wollen wir hier mal wirklich guten Wein probieren. Daher buchen wir dort eine Tour für Freitag. Außerdem wollen wir auch etwas von der Landschaft sehen und melden uns für die „Tour de Andes“ am nächsten Tag an.

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Um 7:30 Uhr werden wir abgeholt. Es geht mit dem Bus durch die Anden zu verschiedenen Aussichtspunkten (z. B. der Inka-Brücke, mit ganz tollen Farben durch mineralhaltiges Thermalwasser), vorbei am Skigebiet „Las Leñas“ mit insgesamt 52 km Piste, davon 35 km schwarz, bis nahe an den Aconcagua, mit 6962 m der höchste Berg Südamerikas. Ein paar Kilometer weiter und wir wären in Chile gewesen. Am Aussichtspunkt stapfen wir bei ca. 3°C durch den Schnee, der Gipfel ist leider etwas unter den Wolken versteckt und machen uns dann auf den langen Rückweg nach Mendoza, wo wir noch in einem Touri-Restaurant zum Essen anhalten (schnitzeldünnes Steak mit fettigen, ungesalzenen Pommes). Mahlzeit!

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Am nächsten Tag ist Entspannung angesagt, wir fahren zunächst mit dem öffentlichen Bus nach Cacheuta, ca. 37 km südlich von Mendoza. Dort gibt es ein Thermalbad. Angeblich das schönste und größte von ganz Argentinien. Da sind wir ja mal gespannt! Nach ca. 1 h Busfahrt kommen wir mitten im Nirgendwo an und finden am Ende der einzigen Straße tatsächlich auch das Bad. Der Eintritt kostet ca. 5 € für den ganzen Tag. Es gibt mehrere Becken mit verschiedenen Wassertemperaturen drinnen (eine Art Gewächshaus) und draußen (mit Blick auf die Berge rings herum). Das grösste und interessanteste ist leider wegen Wartungsarbeiten leer. So ein Sch…! Wir halten uns den ganzen Tag in zwei Pools draußen auf und wechseln jeweils vom heißesten den wir finden können mit ca. 38 °C in einen „kalten“ mit vermutlich auch noch fast 30 °C (zum Abkühlen). Dazu Sonnenschein pur und angenehme 25 °C Außentemperatur… So lässt es sich aushalten! Das „heiß-kalt“ Spiel machen wir quasi den ganzen Tag, bis wir abends total aufgeweicht mit dem Bus wieder zurück nach Mendoza fahren. Im Bus treffen wir Alice und Marcos (den wir aber bitte „Alcachofa“ = Artischocke nennen sollen!), die uns unseren ersten Mate-Tee anbieten. Schmeckt wie schwarzer Tee eigentlich. Etwas bitter. Die Fahrt zurück nach Mendoza vergeht wie im Flug, wir unterhalten uns mit den beiden in Englisch-Spanisch-Hand-Fuß-Mischmasch. Alcachofa ist Musiker und erzählt uns, dass er am nächsten Abend einen Auftritt im Banana Rana Club in Mendoza hat. Er macht die ganze Zeit Witze und schlägt uns vor statt „Honeymoon“ doch lieber „Sugarmoon“ zu machen, das wäre dann doch billiger! ;o}

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Am Freitag starten wir dann unsere exklusive Weintour mit Ampora Tours. Pünktlich um 8:45 Uhr werden wir von unserem Guide Jose abgeholt. Insgesamt sind wir zu acht. Die anderen sind alle Amis. Wir fahren ins Weingebiet „Valle de Lujan“ etwas außerhalb von Mendoza. Das erste Weingut heißt „Alta Vista“, wir bekommen eine Kellerführung und dürfen dann insgesamt 6 Weine kosten. Zuerst einen Weißwein „Torrontés“, der riecht ziemlich süß, ist dann aber im Geschmack dann eher herb. Puh. Nicht so unseres. Dann kommen verschiedene Rotweine an die Reihe, unter anderem der preisgekrönte „Malbec“, das ist DER Wein in Argentinien. Die Malbecs schmecken ganz unterschiedlich, je nach Anbaugebiet in Argentinien sind der Boden und die Mineralien ganz anders. So richtig anfreunden können wir uns aber nicht mit dem argentinischen Rotwein. Zum Neutralisieren gibt’s ein paar salzarme Cracker und Wasser. Nachdem wir noch einen Champagner in Rose probiert haben (geht gar nicht!) fahren wir weiter zum Weingut „Kaiken“. Das gibt’s erst seit 5 Jahren und sie gewinnen schon Preise. Das „Geheimnis“ ist, dass sie ein Weingut in Argentinien und eines in Chile haben und so quasi „das beste von beiden Seiten der Anden“ in ihren Weinen vereinen. Auch hier gibt’s einen Weißwein und 4 Rotweine zum Testen. Rotwein Nr. 2 „Malbec Rosé“ schmeckt uns am besten. Noch nicht mal 10:00 Uhr morgens und schon 10 verschiedene Weine intus… Halleluja. Es geht weiter zu Weingut Nr. 3 „Caelum“, dies ist erst kürzlich neu gegründet worden. Nachdem die Trauben bisher über eine Art Winzergenossenschaft verarbeitet wurden und dort letztes Jahr ein Wein, der ausschließlich aus den Trauben von Caelum gemacht wurde einen Preis gewonnen hat, haben sich die Besitzer gedacht: Machen wir doch lieber mal selber Wein. Und die Weine sind tatsächlich sehr gut! Im Vergleich zu den anderen Weingütern schmecken uns hier eigentlich alle Weine. Es gibt sogar einen roten Dessertwein, ganz süß, aber superlecker! Der 4. Stop ist das Weingut „Melipal“, hier gibt’s endlich was Richtiges zu Essen. Gleich 5 Gänge mit passenden Weinen sind angekündigt. Das Essen ist phänomenal lecker! Die Weine gehen dabei leider etwas unter… Liegt vielleicht aber auch daran, dass wir bald keinen Wein mehr sehen können! Danach fahren wir dann zurück in die Stadt. Wir müssen uns zuerst leicht beschwipst unser gesamtes Gepäck schnappen und umziehen, weil wir vergessen haben unser Zimmer zu verlängern. Wir wechseln zum 1*-Hotel „City“ ein paar Meter nebendran, wo wir einen Sonderpreis bekommen, als wir das vorherige Hotel erwähnen. Es ist zwar eine Klasse drunter, aber ist ja nur für eine Nacht. Die Nacht fängt quasi auch gleich an, wir fallen direkt ins Bett und schlafen erst mal eine Runde. Nach ca. 3 1/2 h, um 22:00 Uhr wachen wir wieder auf. Wir beschließen ins Banana Rana zu gehen und Alcachofa + Band zuzuhören, aber vor 23:00 h ist in Argentinien nix mit Nachtleben. Als wir also kurz nach 23:00 h dort ankommen erklären uns drei Argentinier, die vor dem Club sitzen, dass hier vor 0:00 Uhr mal gar nix geht. Also gehen wir noch eine Kleinigkeit essen. Als wir um 0:30 Uhr wieder dort sind, ist zumindest mal auf. Drinnen aber nix los. Es läuft ein komischer Film mit Jack Black auf Englisch mit spanischen Untertiteln, gleichzeitig kommt Rock-Musik aus den Boxen… von einer Band ist weit und breit nix zu sehen! Wir fragen mal nach: „Nö, heute keine Band.“ Na super! Da wirklich nix los ist, trinken wir unseren Cocktail und gehen dann wieder in Richtung Hotel…

Am nächsten Tag ist ausschlafen angesagt. Dann laufen wir zum Park San Martin, dem Stadtpark, der uns sehr empfohlen wurde zum Spazierengehen und überhaupt. Bis zum Besucherzentrum ist alles super. Dort bekommen wir eine Karte (unmaßstäblich, wie wir später merken) und ziehen los. Leider ist der Park vor allem eines: staubig und dreckig. Es gibt fast kein Grün und überall liegt Müll herum. Wir wollen zum Cerro de la Gloria, einem kleineren Berg mit einem Monument der „Army of the Andes“ ganz oben, von dem man eine schöne Aussicht auf die Umgebung haben soll. Nach einigen Umwegen und mehreren Nachfragen finden wir ihn endlich. Die Aussicht ist wenig berauschend und wir haben die Schnauze voll und nehmen ein Taxi zurück in die Stadt. Dort gibt’s zur Belohnung für den Marathon nochmal ein leckeres Rumpsteak. Um 22:45 h fährt unser Bus nach Cordoba. Neun Stunden Busfahrt liegen vor uns…

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Um 7:30 Uhr kommen wir in Cordoba an, schnappen unsere Rucksäcke und laufen in die Stadt. Die Hostels sind dermaßen heruntergekommen und die Hotels sau teuer. Wir geben nicht auf und finden ein schönes Hotel, das „Gran Hotel Victoria„, wo wir in einem älteren Flügel Zimmer zum Hostel-Preis angeboten bekommen. Bad auf dem Flur. Passt. Nehmen wir! Dann machen wir uns auf zu einem Stadtspaziergang. Aber zuerst ein kleines Frühstück! Früher gab es hier in Cordoba eine Jesuiten-Mission. Aus dieser Zeit stammen viele der alten Gebäude und haufenweise Kirchen, eine schöner als die andere! Es ist Sonntag und fast nix los. Also machen wir heute auch eine wohlverdiente Siesta. Abends besuchen wir den Kunsthandwerker-Markt, auf dem viel Ramsch, aber auch einige schöne Sachen verkauft werden. Außerdem gibt es Straßenkünstler die fetzige Musik machen. Auf dem Rückweg laufen wir an einer riesigen Bar vorbei, dort essen wir eine Kleinigkeit und hören der eher mittelmäßigen Band zu…

Da das Wetter für die nächsten Tage gut bleiben soll, beschließen wir abends weiter zu fahren nach Puerto Iguazu. Das bedeutet 20 h Busfahrt! Um 13:00 Uhr geht’s los, diesmal gibt’s leider keine Liegesessel. Es wird also anstrengend werden…

Hier das ganze Album:

Comments

  1. Hey ihr zwei,
    sieht mal wieder so aus, als hättet ihr viel Spaß und würdet mordsmäßig was erleben… Das freut uns!!!

    Liebe Grüße
    Saskia & Daniel

    P.S. Flo – der Bart steht dir :-D

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